Sparkasse: Reaktionen auf Filialschließung

In den kommenden sieben Jahren wird die Sparkasse Duisburg in zwei Schritten ihr Filialnetz umstruktuieren: Die Zahl der mit Mitarbeitern besetzen Geschäftsstellen wird sich von 42 auf 21 halbieren, dafür wird es mehr Selbstbedienungs-Standorte geben (NRZ von gestern). Die Zukunft der Sparkasse wird umstritten diskutiert. Eine Auswahl von Reaktionen:


Aus der NRZ lese ich,dass die Sparkasse jede zweite Filiale schließen will. Diese Sparkasse, die immer angetreten ist für Kundennähe und „Ihre Sparkasse“. Was ist mit den vielen Menschen und vor allen „Alten“, die keinen Computer oder Smartphone haben? Müssen die sich jetzt obige Geräte kaufen um die gepriesene Kundennähe zu bekommen? Hauptsache der Profit stimmt. Eine Beratung, mit dem Ziel, eine Versicherung oder andere Papiere zu verkaufen, hat doch nichts mit Kundennähe zu tun. Die Mitarbeiter der Sparkasse werden zu Versicherungsberater umerzogen. Wie bedauerlich ist diese Entwicklung der Sparkasse Duisburg für die Bürger in Duisburg!


Was nützt die schönste Filiale, wenn dort nur zwei Leute arbeiten und die Schlange der Kunden bis an den Ausgang reicht? Gesehen in Huckingen (eine Filiale in einem fast neuen Sparkassen-Bau, die anscheinend auch geschlossen werden soll). Ich werde mir die hohen Kontoführungsgebühren (trotz überwiegendem Online-Banking) ganz gewiss sparen, wenn die Filiale zu ist.

In Skandinavien wollen sie sogar das Bargeld abschaffen. In verschieden Läden und Restaurants muss dort demnächst kein Bargeld mehr angenommen werden. Das ist Fortschritt. Das ist Zukunft. Und ja vielleicht werden Bankfilialen in Zukunft gar nicht mehr benötigt. Banken wird es aber in einer Volkswirtschaft immer geben müssen. Insofern ist es seitens der Sparkasse doch clever, sich rechtzeitig anzupassen.

Die Sparkasse hat genau einen Vorteil gegenüber anderen Banken: die gute Erreichbarkeit mit Filialnetz und Bankautomaten, mehr nicht. Wegen des schönen Logos und dämlicher Werbung bezahle ich sicherlich nicht 4 bis 7 Euro im Monat für ein Konto. Das können andere billiger. Also Vorsicht, Sparkasse ...

„Nähe ist bei uns Absicht, kein Zufall“, lautete vor etwa 15 Jahren ein Werbeslogan der Sparkasse, der an fast jeder großen Plakatwand im Stadtgebiet zu sehen war. Für die damalige Zeit sicherlich das richtige Zugpferd für die Werbung. Doch die Banken- und Sparkassen-Landschaft hat sich massiv verändert. Das Online-Banking, gerade bei jungen Kunden, ist auf dem Vormarsch. Seien wir doch einmal ehrlich. Brauchen wir für jede Dienstleistung der Sparkasse Personal? Ein Baukredit wird in der Regel nur einmal im Leben beantragt und für Überweisungen stehen sog. SB-Geräte zur Verfügung. Deren Anzahl ist aufzustocken, um unangenehme Schlangen zu vermeiden.

Die Deutsche Bank hat nach vielem Hin- und Her auch wieder den Weg eingeschlagen. Was bleibt? Normale Bankprodukte werden per Internet vertickt und die paar wenigen Kunden, die das nicht möchten, werden immer noch die eine oder andere „Filiale“ finden, die dann im Büdchen, bei der Tankstelle oder in der Reinigung entstehen werden.