Spargel und Erdbeeren statt Pommes rot-weiß

Die Kunden des Bauernmarktes drängen sich um das kleine Spargelbeet im Holztrog, das der Walbecker Spargelbauer Franz Allofs gerade glatt klopft. Die gestellte Aufgabe ist nicht allzu schwierig. Drei Spargel finden, aber dabei nicht „querwühlen“. Einer Dame legt mit spitzem Finger bei zwei von drei Versuchen ein weißes Köpfchen frei. „Gewonnen“, ruft der Spargelerzeuger in vierter Generation und winkt die Walbecker Spargelprinzessin Lisa Bons herbei, die den Siegerblumenstrauß überreicht.

Dabei achtet die 22-Jährige Biologiestudentin darauf, dass ihr im Getümmel niemand auf die magentafarbene Robe tritt. Die hat sie mit einer Jeansjacke stilsicher markttauglich gemacht. „Es gibt nur das eine offizielle Kleid, das wurde extra für mich angefertigt“, sagt sie, „und bei 40-50 Auftritten in der Saison muss es einiges aushalten.“ Sie ist auf dem Hof ihres Onkels zwischen Beet und Spargelwäsche aufgewachsen, aber bei Anbaufragen überlässt sie doch lieber dem Bauern das Wort. „Ein paar Tage richtigen Frostreiz, dann kommt die Pflanze besser an den Zucker, der in den Wurzeln gespeichert ist“, erklärt Allofs. Wegen fehlender Winterkälte ist diese Ernte nicht so groß wie die letzte. Ein Spargelstecher erntet durchschnittlich 2700 Stangen, knapp 135 Kilogramm, am Tag. Am 24. Juni ist Schluss. Man könnte zwar bis in den September stechen, aber dann würden die Pflanzen eingehen, von denen man sieben bis neun Jahre ernten kann.

Der Verkauf könnte in Duisburg kaum besser laufen, an den Ständen gibt es das kalorienarme Pendant zu Pommes rot-weiß zu kaufen: Also Kartoffeln, Spargel und Erdbeeren. Wie es daheim weitergehen könnte, zeigen Koch Frank Schwarz und Kabarettist Kai Magnus Sting beim Showkochen. „Wir kochen jetzt schon elf Jahre zusammen und du stehst mir immer noch im Weg“, beschwert sich der Koch. „Ich brauche Platz, sonst schneide ich mich noch an der Parmesanreibe“, verteidigt sich der Kabarettist.

Für Bürgermeister Manfred Osenger muss es kein gebratener Spargelsalat mit Matjes sein. Er liebt den Klassiker: „Nur mit Butter und dann erst den gekochten Schinken in den Mund und den Spargel hinterher, köstlich!“ Auch Rosemarie Jentsch gönnt sich einen Teller Spargelragout mit Orangensauce und Putensteak vom Gastrostand. Zufrieden sagt sie: „Ich habe Arthritis in den Händen, da fällt mir das Schälen schwer, und ich bin froh, wenn das jemand anders für mich macht.“