Spanier beginnen Ausbildung bei Thyssen-Krupp

Foto: ThyssenKrupp Steel Europe Fotografie

Zwölf Männer und eine Frau aus Spanien haben beim Stahlhersteller Thyssen-Krupp-Steel in Duisburg eine Ausbildung begonnen. Weitere Lehrstellen sind für spanische Azubis aus Spanien vorgesehen, am Ende sollen es innerhalb von fünf Jahren insgesamt 50 Stellen sein. „Bei uns ist es so schwer, einen Job zu bekommen. Da musste ich nicht lange nachdenken“, sagt Manuel Torres Briones der das Ausbildungsangebot des Konzerns annahm. Denn Spanien ist in Europa das Land mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit, nur jeder Zweite unter 25 Jahren findet dort einen Job.

Thyssen-Krupp hat bereits Erfahrung mit spanischen Mitarbeitern gemacht. Als der Konzern Ende 2013 ein Werk in Sagunto nahe Valencia stilllegte, wechselten 54 Spanier zu deutschen Standorten.

„Meine Mama hat gesagt, da kannst Du eine neue Sprache erlernen, erfährst etwas über eine andere Kultur und andere Menschen“, erzählt Patricia Blasco Lahoz. „Das war also interessant für meine nahe Zukunft und jetzt bin ich da“, so die 20-Jährige, die Speditionskauffrau werden will. Nun büffelt sie mit ihren spanischen Kollegen fleißig Deutsch, um bald die eigentliche Ausbildung beginnen zu können. Vier Stunden Sprachunterricht pro Tag stehen auf dem Stundenplan, und einmal wöchentlich Praxiserfahrung in der Firma.

Um schneller Fuß zu fassen, erkunden die Spanier in ihrer Freizeit die Umgebung. Mal das Fitnessstudio, mal ein Kneipenbummel in Düsseldorf oder Essen. Ab und zu gehen die jungen Leute, die in Wohngemeinschaften in Duisburg untergebracht sind, auch ins spanische Restaurant. Aber eigentlich hat es ihnen das deutsche Essen angetan. Von Bratwurst und Frikadellen schwärmt etwa Torres Briones und Albors Oltra ist von den „vielen Sorten Brötchen“ überrascht.

Ob das aber ausreicht, um dauerhaft in Deutschland zu bleiben, ist offen. Zu Beginn ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung können die Jugendlichen noch nicht voraussagen, wo sie später einmal leben werden – sei es in Deutschland, wieder in ihrer spanischen Heimat oder einem anderen Land. „Das warte ich erst mal in Ruhe ab“, sagt Patricia Blasco Lahoz. Und manchmal hängt die Zukunft ja nicht zuletzt von den Zufällen des Lebens ab, wenn Torres Briones sich erhofft: „Vielleicht kommt meine Freundin ja auch nach Deutschland und findet einen Job und dann bleiben wir hier.“