Southstream erfreut HKM in Duisburg

Die zusätzlichen Mengen für die Pipeline sind bei HKM sehr willkommen.
Die zusätzlichen Mengen für die Pipeline sind bei HKM sehr willkommen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
40 000 Tonnen werden zusätzlich produziert für die offenbar wiederbelebte Pipeline für russisches Gas unter dem Schwarzen Meer. Das Projekt lag wegen des Krim-Konfliktes auf Eis.

Duisburg.. Mit einer zusätzlichen Produktion von 40 000 Tonnen Stahl in den Monaten Juni und Juli rechnen die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann. Hintergrund: Die Pipeline-Gesellschaft South Stream Transport mit Sitz in Amsterdam hat die Suspendierung ihrer Aufträge über die Lieferung von Stahlrohren für die geplante Gasleitung aus Russland aufgehoben.

Bei 400 000 Tonnen liegt derzeit die Monatsproduktion bei den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann, entsprechend willkommen ist die frohe Botschaft aus Amsterdam. „Uns tut jede Tonne gut“, erklärte gestern HKM-Arbeitsdirektor Peter Gasse.

150 000 Tonnen Gesamtmenge

150 000 Tonnen beträgt die Gesamtmenge der jetzt noch ausstehen Lieferungen durch den Mülheimer Rohrproduzenten Europipe, der zu je 50 Prozent zu Salzgitter und Dillinger Hütte gehört. Salzgitter ist wiederum mit 30 Prozent an den Hüttenwerken im Duisburger Süden beteiligt (Thyssen-Krupp hält 50 Prozent, Vallourec, auch ein Röhrenproduzent, die restlichen 20 Prozent. Ein Teil des Vormaterials wurde bereits produziert, bevor die Aufträge für das Southstream-Vorhaben Ende 2014 auf Eis gelegt wurden.

Mit dem Bau der Pipeline, die Erdgas aus Russland ins westliche Europa bringen sollte, war im Jahr 2012 begonnen worden. Die mit Baukosten von rund 20 Milliarden US-Dollar kalkulierte Leitung sollte von Ost nach West mehr als 900 Kilometer durch das Schwarze Meer führen bis Bulgarien und von da durch Serbien, Ungarn, Slowenien bis Österreich und nach der für 2015 geplanten Inbetriebnahme mehr als ein Zehntel der Gasversorgung in Europa decken. Vor allem sollte die neue Gasleitung aber auch eine Alternative darstellen zu den bestehenden Pipelines für russisches Erdgas und die Abhängigkeit von den Transitstaaten Ukraine und Weißrussland verringern. Das Vorhaben war im Zusammenhang mit der politischen Krise nach der Besetzung der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland ins Stocken geraten.

Das Mülheimer Großrohrwerk von Europipe hatte aus diesem Grunde zeitweise Kurzarbeit anmelden müssen.