Skulptur "Begegnungen" soll wieder A59-Wahrzeichen in Duisburg werden

Martin Kaufmann legt in der „Alten Schmiede“ letzte Hand an: Mit Patinierungspaste wird die Restaurierung der „Begegnungen“ abgeschlossen.
Martin Kaufmann legt in der „Alten Schmiede“ letzte Hand an: Mit Patinierungspaste wird die Restaurierung der „Begegnungen“ abgeschlossen.
Foto: Lars Heidrich
Ob das Kunstwerk von Ursula Hanke-Förster, das Symbol der A59 in Duisburg war, auf die Berliner Brücke zurückkehren kann, entscheidet ein Statiker.

Duisburg.. Die Skulpturengruppe „Begegnungen“ ist bereit für die Rückkehr auf die Berliner Brücke – ob die aber fit genug für das Werk ist, wird derzeit geprüft. Sicher ist: Die „Begegnungen“ von Ursula Hanke-Förster kehren in den öffentlichen Raum zurück. Wenn nicht auf die Berliner Brücke, dann an eine andere Stelle an der A 59. „Aber das ist noch völlig offen“, sagt Kulturdezernent Thomas Krützberg, der seit sieben Monaten mit dem Problem befasst ist, das zuvor sieben Jahre auf die lange Bank geschoben worden war.

Sein Wunsch ist, dass die siebenköpfige, zweiteilige Figurengruppe aus Bronze, die die Berliner Künstlerin Ursula Hanke-Förster (1924-2013) für die 1963 eröffnete Berliner Brücke geschaffen hatte und zu einem Wahrzeichen geworden war, wieder an ihren angestammten Ort zurückkehrt. Ob das möglich ist, lässt Landesbetrieb Straßen NRW zurzeit von einem Ingenieurbüro prüfen. Denn ob die Pfeiler des altersschwachen Bauwerks, das gerade erst aufwändig saniert worden ist, die tonnenschweren Plastiken „stemmen“ können, ist nicht sicher.

„Auch Straßen NRW hält es für eine gute Idee, dass die Werke wieder an ihren alten Platz zurückkehren, aber zunächst muss die Statik geprüft werden“, so Krützberg. „Ich hoffe, dass ich bis Februar eine Rückmeldung bekomme.“

Figuren sollen sich gegenüberstehen

Sollte das Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass die Pfeiler zu schwach sind, stellt sich Krützberg einen Platz auf einer der Freiflächen an der Autobahn vor. „Die Figuren müssen sich aber gegenüberstehen, rechts und links der Autobahn, nicht nebeneinander“, so Krützberg. Das gebe das Werk inhaltlich vor. Außerdem müssten dann möglicherweise Sockel gebaut werden, damit die Figuren auch zu sehen sind. Aber das sind vorerst nur Gedankenspiele.

„Die Figuren sind jedenfalls wunderbar renoviert worden“, sagt Krützberg. Wie berichtet, hatte die Sparkassen-Stiftung mit 10.000 Euro den Löwenanteil der Kosten für die Renovierung in der „Alten Schmiede“ am Meidericher Landschaftspark Nord übernommen.

Gutes Ende in Sicht

Damit neigt sich eine lange, für den Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum nicht untypische Geschichte einem guten Ende entgegen. Seit dem Abbau der „Begegnungen“ im Jahr 2007 wegen bröckelnder Fundamente war es dem Werk schlecht ergangen. Es gammelte auf dem Walsumer Bauhof vor sich hin.

2008 trennten Bronze-Diebe Köpfe der Figuren ab. Es gab zwar Bemühungen, das ehemalige Wahrzeichen wieder aufzustellen, so beschlossen etwa die Bezirksvertretung Mitte und der Kulturausschuss, es im neuen Duisserner Kreisverkehr zu platzieren. Doch das scheiterte 2011 an den Kosten in Höhe von 30 000 Euro. Auch ein Standort an der Eisenbahnstraße in Ruhrort war im Gespräch. Doch nichts passierte. Bis im März 2014 zwei Walsumer den Verfall anprangerten und Thomas Krützberg das Problem zur Chefsache machte.

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