Ski-Unfall mit Duisburger kostete Frau beinahe den Fuß

Warnschild an einer Skipiste in Österreich. Wer sein Tempo nicht verringert, riskiert einen Unfall und schwere gesundheitliche und juristische Folgen.
Warnschild an einer Skipiste in Österreich. Wer sein Tempo nicht verringert, riskiert einen Unfall und schwere gesundheitliche und juristische Folgen.
Foto: imago stock&people
Was wir bereits wissen
Pisten-Unfälle haben derzeit Hochkonjunktur. Dramatische Folgen eines solchen Unfall zeigte jetzt ein Zivilverfahren vor dem Duisburger Landgericht.

Duisburg.. Pisten-Unfälle haben im Augenblick Hochkonjunktur. Welche dramatischen Folgen ein solcher Unfall haben kann, machte jetzt ein Zivilverfahren vor dem Duisburger Landgericht deutlich.

Eine Frau aus dem Saarland hätte durch einen Zusammenstoß mit einem Duisburger beinahe ihren Fuß verloren und wird den Rest ihres Lebens unter den Folgen leiden. Dafür verurteilte die 4. Zivilkammer den Mann aus Wedau jetzt zur Zahlung von 50 Prozent Schadenersatz, einer Rente und eines hohen Schmerzensgeldes.

Der Unfall

Die Frau war im Januar 2011 im Skigebiet Rastkogel bei Mayrhofen in Österreich unterwegs gewesen. Sie sei auf einer Piste mit niedrigem Schwierigkeitsgrad gefahren, habe angehalten, um auf einen schwachen Fahrer aus ihrer Gruppe zu warten. Als sie wieder anfuhr, sei der Duisburger, der über einen sogenannten Ziehweg von einer Piste mit höherem Schwierigkeitsgrad kam und ebenso wie sie selbst Richtung Lift wollte, in sie hineingerauscht.

Die Frau erlitt einen Sprungbeinbruch, ein Kreuzband riss aus und der 3. Lendenwirbel brach. Insbesondere bei der Sprunggelenkverletzung kam es durch eine Infektion zu Komplikationen. Bis zum Juni war die Frau zwischen Krankenhäusern und Reha-Maßnahmen hin und her gependelt, weil es immer wieder zu neuem Wundbrand kam. Gewebe starb ab, Knochenmasse wurde vom Becken in den Fuß transplantiert. Lange Zeit wusste die Frau nicht, ob nicht amputiert werden müsse. Das Gelenk konnte nur versteift erhalten werden. Bis heute leidet die Ehefrau und Mutter unter Schmerzen, kann nicht mehr normal laufen.

Das Gerichtverfahren

Das Gericht ging am Ende des langwierigen Verfahrens davon aus, dass der Duisburger den Unfall verursacht habe, indem er mehrere Pistenregeln des Internationalen Skiverbandes FIS verletzt habe. Allerdings sei auch die Klägerin nicht schuldlos gewesen: Sie hätte vor dem Anfahren darauf achten müssen, ob sich jemand näherte.

Der Duisburger muss daher nur 50 Prozent aller bereits eingetretenen und künftigen materiellen Schäden tragen. Außerdem muss er der Klägerin vierteljährlich eine Rente von 650 Euro und einmalig ein Schmerzensgeld über 25.000 Euro bezahlen. Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes wertete das Gericht die Schwere der Verletzungen, aber auch die psychischen Folgen für die Frau, die lange Zeit schwere Ängste um ihre Gesundheit habe ausstehen müssen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (4 O 401/11)