Ski-Unfall: 25 000 Euro Schmerzensgeld und Rentenzahlung

Vor dem Duisburger Landgericht ging es gestern um einen besonders dramatischen Ski-Unfall aus dem Jahr 2011. Die Klägerin hätte damals beinahe ihren Fuß verloren, an den Folgen des Unglücks wird sie ihr Leben lang leiden.

Die Frau aus dem Saarland war damals im Skigebiet Rastkogel bei Mayrhofen in Österreich unterwegs. Sie sei auf einer Piste mit niedrigem Schwierigkeitsgrad gefahren, habe angehalten, um auf einen schwachen Fahrer aus ihrer Gruppe zu warten, hieß es gestern vor Gericht. Als sie wieder anfuhr, sei ein Duisburger, der über einen so genannten „Ziehweg“ von einer Piste mit höherem Schwierigkeitsgrad kam – und ebenso wie sie selbst – Richtung Lift wollte, in sie hineingerauscht, hieß es. Dafür verurteilte die 4. Zivilkammer den Mann jetzt zur Zahlung von 50 Prozent Schadenersatz, einer Rente und eines hohen Schmerzensgeldes.

Die Frau erlitt bei dem Unfall einen Sprungbeinbruch. Auch ein Kreuzband riss und der dritte Lendenwirbel brach. Insbesondere bei der Sprunggelenksverletzung kam es später durch eine Infektion zu schweren Komplikationen. Bis Juni pendelte das Unfallopfer zwischen Krankenhäusern und Reha-Maßnahmen hin und her.

Immer wieder Wundbrand

Immer wieder kam es zu neuem Wundbrand. Gewebe starb ab, Knochenmasse wurde vom Becken in den Fuß transplantiert. Lange Zeit wusste die Frau nicht, ob ihr Fuß amputiert werden musste oder nicht. Schließlich wurde er gerettet. Aber das Gelenk konnte nur versteift erhalten werden. Bis heute leidet die Ehefrau und Mutter unter Schmerzen. Sie kann auch nicht mehr normal laufen.

Das Gericht ging davon aus, dass der Skifahrer aus Duisburg den Unfall verursacht habe, weil er die Pistenregeln des Internationalen Skiverbandes FIS verletzt habe. Allerdings sei auch die Klägerin nicht schuldlos am Geschehen: Sie hätte vor dem Anfahren selbst ebenfalls darauf achten müssen, ob sich jemand nähere, so das Gericht.

Der Duisburger muss daher nur 50 Prozent aller eingetretenen und künftigen materiellen Schäden tragen. Außerdem muss er der Klägerin vierteljährlich eine Rente von 650 Euro sowie ein Schmerzensgeld von 25 000 Euro bezahlen. Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes wertete das Gericht auch die psychischen Folgen für die Frau, die lange schwere Ängste um ihre Gesundheit habe ausstehen müssen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.