Sieben Jahre Haft für den „Paten“

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Fast genau ein Jahr lang schleppte sich das Verfahren gegen den so genannten „Paten von Rheinhausen“ vor dem Duisburger Landgericht dahin. Dafür ging am gestrigen 34. Verhandlungstag alles ganz schnell: Wegen schwerer räuberischer Erpressung, zweifacher gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung wurde er zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Zuvor war dem 35-jährigen Türken für den Fall eines glaubhaften Geständnisses und des Nachweises tätiger Reue eine Strafe von nicht weniger als sieben und nicht mehr als neun Jahren in Aussicht gestellt worden. Ersteres erfolgte durch die Vorlage schriftlicher Entschuldigungen, die in Verbindung mit der Zahlung vierstelliger Schmerzensgelder den Geschädigten über Weihnachten zugegangen und von allen akzeptiert worden waren. Das andere erledigte ein Verteidiger, indem er mit zwei Sätzen für den Angeklagten die verbliebenen Tatvorwürfe einräumte.

Verständigung im letzten Moment

Wobei die Betonung auf verbliebenen Vorwürfen liegt. Die Anklage hatte am 16. Januar 2014 mehr als 150 Fälle von Erpressung, Bedrohung, Nötigung, Drogenhandel aufgelistet. Davon blieben, nach umfangreichen Einstellungen, nur vier Taten übrig – wenn auch wohl jene mit dem meisten Gewicht.

So hatte der Mann, der seit Jahren in diverse kriminelle Machenschaften in Hochfeld und Rheinhausen verstrickt gewesen sein soll, Ende März einen Mitstreiter, der etwas Geld veruntreute, so lange mit Schlägen traktiert, bis das Opfer um Gnade flehte. Ein Drogendealer, der sich hatte bestehlen lassen, wurde dafür durch Schläge mit einem Knüppel auf die Handgelenke gezüchtigt. Ein anderer Vertrauter, der nicht mehr mitspielen wollte, entging seiner Bestrafung nur durch eine spektakuläre Flucht durch ein Taxi hindurch und auf das Dach einer Moschee. Einen Mann brachte der „Pate“ mit Gewalt dazu, ihm täglich ein Schutzgeld von 200 Euro zu zahlen.

Der Angeklagte habe skrupellos und mit äußerster Gewalt agiert, so der Staatsanwalt in seinem Schlussvortrag. Die Bestrafungsaktionen hätten teilweise mittelalterliche Züge getragen. Auf den letzten Drücker, so der Anklagevertreter, „hat der Angeklagte noch die Kurve gekriegt.“

Das Geständnis und vor allem die Schmerzensgeldzahlungen sorgten denn auch dafür, dass die Kammer am unteren Ende der Höchststrafenvereinbarung blieb. Zudem wurde bereits die Empfehlung von Halbstrafe angedacht. Nachdem der 35-Jährige bereits anderthalb Jahre in Untersuchungshaft sitzt, könnte das bedeuten, dass er bereits in zwei Jahren wieder auf freiem Fuß wäre.

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