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Archäologie

Sensationeller Überraschungsfund bei Grabung in Duisburg

04.10.2012 | 19:29 Uhr
Bei Ausgrabungen an der Oberstraße neben dem alten Berufskolleg gelang Archäologen ein neuer Fund.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Archäologen sprechen von einem sensationellen Fund. In der Nachbarschaft des einstigen Wohnhauses von Gerhard Mercator haben sie einen Wohnsitz eines Hochadligen oder hochrangigen Geistlichen ausgegraben. Wie sich dieser Fund auf eine mögliche Bebauung des Gebietes auswirken könnte, ist noch unklar.

Wo einst Gerhard Mercator wohnte, war den Archäologen längst bekannt. Aber was sie in der Nachbarschaft der Überreste des „Promi“-Hauses fanden, bezeichnet Stadtarchäologe Dr. Thomas Platz als „sensationell“. Es handele sich um einen Wohnsitz eines Hochadligen oder hochrangigen Geistlichen, möglicherweise gebaut von den Baumeistern, die auch für den romanischen Vorgängerbau der Salvatorkirche verantwortlich waren.

Um 1100 sei der ausgegrabene Naturstein-Keller wohl gebaut worden, erklärte Platz gestern auf dem Grabungsfeld an der Oberstraße. Steinhäuser aus dieser Zeit seien in Deutschland äußerst selten. Der Fund sei aber ein Hinweis auf die Bedeutung des alten Duisburg, wo in der Nähe der Kaiserpfalz (etwa an der Stelle des heutigen Burgplatzes gelegen) ein Mächtiger aus dem Umfeld des Kaisers sich ein festes und dauerhaftes Domizil in durchaus „hochwertiger Qualität“ hat errichten lassen.

Platz: „So etwas muss sich ein Bürger erst mal leisten können.“ Sichtbar ist inzwischen auch der Keller des einstigen Mercator-Hauses . Dort zu sehen ist auch eine Treppe, die aber offenbar jüngeren Datums ist.

Archäologen erwarten weitere interessante Funde

Weitere interessante Funde erwarten die Archäologen im Bereich der Stadtmauer an der Obermauerstraße. Der Corputiusplan von 1566 zeigt in diesem Bereich eine sehr enge Bebauung, näheren Aufschluss soll der letzte von vier geplanten Grabungsabschnitten bringen. Bis Weihnachten wollen die Archäologen fertig sein mit ihrer Untersuchung des Geländes, das anschließend unter dem Namen „Mercator-Quartier“ als neues innerstädtisches Wohnquartier vermarktet werden soll .

Die Fragen, ob die bisherigen und künftigen Funde im Boden Beschränkungen bei der Neubebauung mit sich bringen könnten, wollte der Stadtarchäologe gestern noch nicht abschließend beantworten. Man müsse noch die weiteren Grabungen abwarten und auswerten. „Ein Bodendenkmal schließt aber eine Bebauung nicht aus“, sagte Platz. Davor werden in der Regel alle Funde umfassend dokumentiert. Eine andere Lösung habe man beispielsweise für die Grabungsfunde auf dem Gelände des künftigen Bibliotheks- und VHS-Gebäudes gefunden, wo die Reste der historischen Universität in den Neubau integriert werden.

Der allgegenwärtige Mercator

Willi Mohrs



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