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Karolina Kuta

Selbstverwirklichung

31.03.2009 | 17:39 Uhr
Selbstverwirklichung

Neumühlerin will in einigen Jahren als Managerin Karriere machen. Vor einem Jahr bestand sie ihr Abitur am „Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium" in Marxloh und studiert jetzt an einer Elite-Universität am Bodensee.

Karolina Kuta bestand vor einem Jahr in Marxloh ihr Abitur. Jetzt studiert sie an der renommierten Friedrichshafener „Zeppelin University”. Mit ihr sprach Redakteur Gregor Herberhold.

Frau Kuta, was treibt sie an den Bodensee?

Kuta: Mein Studium mit dem Titel Corporate Management and Economics.

Geht's auch etwas einfacher?

Auf Deutsch heißt das nichts anderes als Wirtschaftswissenschaften.

Was man auch im Ruhrgebiet studieren könnte.

Aber vermutlich nicht in dieser Qualität und Interdisziplinarität, welche uns durch die Fokussierung auf Kultur, Wirtschaft und Politik geboten wird. Dabei nimmt die Ausbildung zu „Entscheidern” eine ebenso große Rolle ein wie die Persönlichkeitsentwicklung.

Das klingt spannend – und nach Stress.

Neben guten akademischen Leistungen wird viel Wert auf außeruniversitäre Aktivitäten gelegt. Aber es macht auch viel Spaß, weil man mit Kommilitonen aus ganz Deutschland zusammen kommt und die Lehrkräfte alle locker sind und auch als Ansprechpartner bereit stehen.

Was kostet das Studium an dieser Privatuni?

Pro Semester fallen je nach Bachelor- oder Masterstudiengang zirka 3900 bis 5000 Euro an.

Die Sie wie finanzieren?

Ich habe zum Glück ein Stipendium bekommen. Alle Kosten bis zum Bachelor, also für die ersten drei Jahre, werden vom Land Baden-Württemberg getragen.

Wie sind Sie an das Stipendium gekommen?

Ursprünglich hatte ich mich um ein Stipendium aus der Wirtschaft und gleichzeitig um den Studienplatz beworben. Den Platz habe ich bekommen, die Stipendienzusage leider nicht. Mit viel Glück und Unterstützung seitens der Uni hat es letztendlich doch geklappt.

Sie selbst hätten das Geld also nicht aufbringen können?

Nein, obwohl ich selbst als Schülerin schon immer gejobbt habe. Meine Eltern wären dazu auch nicht in der Lage, ich stamme aus einer Arbeiterfamilie, die vor 16 Jahren aus Polen nach Neumühl kam. Aber: Meine Eltern haben mich immer unterstützt, haben mir Mut gemacht. Meine Mutter hatte vor einem Jahr, als ich mich um den Studienplatz und das Stipendium bewarb, gesagt: Du machst Dein Ding.

Haben Sie noch Kontakt nach Duisburg?

Ja, im Moment wenig, weil ich in Friedrichshafen bin. Aber in der vorlesungsfreien Zeit komme ich natürlich immer nach Hause. Vor einem Jahr habe ich zwar zu mir selbst gesagt, du musst hier raus, Duisburg und generell das Ruhrgebiet können dir ausbildungsmäßig nicht das bieten, was du willst. Aber ich werde meine Duisburger Wurzeln nicht vergessen. Schließlich bin ich hier aufgewachsen und habe eine bedeutende kulturelle und soziale Prägung erfahren. Ich werde auch meine polnischen Wurzeln nie vergessen. Den Kontakt zu meiner Oma und meinem Opa halte ich natürlich regelmäßig.

Sie wirken sehr selbstständig und finden sich offensichtlich gut in der Multi-Kulti-Welt zurecht.

Das habe ich auf dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium gelernt. Da waren wir ja auch viele Nationalitäten und man musste sich behaupten. Schon als Schülerin hatte ich im übrigen meinen eigenen Kopf, wusste immer, was ich wollte, wollte immer das Beste erreichen und war deshalb auch ein bisschen Außenseiterin mit dem Hang zum Ungewöhnlichen.

Deshalb also der Umzug nach Süddeutschland.

Jein. Wie gesagt, dieses Studium bietet mir sehr gute Möglichkeiten, mich sowohl auf akademischer als auch menschlicher Ebene weiter zu entwickeln.

Sie sind selbstbewusst, wissen, wo der Hase lang laufen soll. Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Erstmal will ich meinen Bachelor schaffen. Da ich meine berufliche Zukunft an der Schnittstelle zwischen Mittel- und Osteuropa sehe, lerne ich nebenbei noch Russisch. Anschließend plane ich, meinen Master möglichst im angelsächsischen Raum zu machen, um anschließend zu promovieren. Zwischendurch werde ich aber auch arbeiten und somit wichtige praktische Erfahrungen sammeln. Dann hoffe ich, zunächst einmal bei einer Unternehmensberatung einsteigen zu können, um einen allumfassenden Überblick über die vielfältigen Herausforderungen an Unternehmungen zu bekommen.

Und wenn das nicht klappt?

Geld ist nicht alles. Das Wichtigste ist für mich die Selbstverwirklichung und das Erreichen persönlicher Ziele in allen Lebensbereichen. Klingt vielleicht altklug, ist aber meine Leitphilosophie.

Hintergrund: Die Zeppelin-University

Die Zeppelin-University am Bodensee. Foto: Anja Köhler/ZU

Die Zeppelin-University in Friedrichshafen ist eine private Hochschule, die 2003 ihren Betrieb aufnahm. Sie hat die staatliche Anerkennung durch das Land Baden-Württemberg erhalten. Derzeit befindet sich die Universität, die direkt am Bodensee liegt, noch in der Aufbauphase, bislang studieren dort 500 Menschen. Mit knapp 900 Studierenden wird die maximale Kapazität in einigen Jahren erreicht sein. An der Hochschule, die den Namen des Managers und Luftschiffbauers Graf Zeppelin trägt, werden ausschließlich Manager ausgebildet.

Man fühlt sich dem Namensgeber verpflichtet und will in seinem Geist innovative, visionäre und willensstarke Persönlichkeiten hervorbringen. Die neue Generation von Führungskräften soll deshalb auf die Anforderungen von Wirtschaft, Kultur und Politik in der sich globalisierenden Welt vorbereitet werden. Weitere Infos unter www.zeppelin-university.de.

Zur Person

Name: Karolina Danuta Kuta

Alter: 20

Familienstand: ledig

Beruf: Studentin

Berufung: Zu kämpfen. Mit einem starken Willen, einer hohen Selbstdisziplin, aber auch einer guten Portion Mut lassen sich alle selbst gestreckten Ziele erreichen.

Hobbys: Schachspielen, Joggen

Gregor Herberhold

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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