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Segen auf Bestellung

04.01.2013 | 18:22 Uhr
Segen auf Bestellung
Rebekka, Julia und Franziska ziehen durch das Dellviertel.Foto: Hayrettin Özcan

Duisburg. „Da sind ja die Exzellenzen. Und so hübsche!“ Rudolf Koch bittet Rebekka, Franziska und Julia herein. Die drei Mädchen ziehen derzeit, wie viele andere egagierte Kinder, als Sternsinger durch die Gemeinde und verteilen den Segen. Klassisch als Kreidezeichen oder, ganz praktisch, zum Aufkleben. Rund 20 Familien stehen auf ihrer Liste, denen sie den Segen bringen sollen. Den gibt’s nämlich nur noch auf Bestellung.

Die drei nehmen Haltung an: „Wir kommen daher aus dem Morgenland“, singen sie und rappeln mit der Büchse. Im Wohnzimmer von Helga und Rudolf Koch brennen die Kerzen am Weihnachtsbaum. Die Eheleute lauschen andächtig und freuen sich über den Besuch.

„Früher bin ich selbst mitgelaufen, da sind wir sogar vom Café Dobbelstein eingeladen worden, an den Tischen Spenden zu sammeln “, erinnert sich der Rudolf Koch. Der Kirchgänger findet es gut, dass sich die Sternsinger für benachteiligte Kinder aus aller Welt einsetzen. „So lernen sie am besten, was teilen heißt.“ Sogar die Kindergartenkinder aus der Pfarrei Liebfrauen beteiligen sich und verteilen den Segen.

Forum steht ebenfalls auf der Liste

„Es macht ja auch Spaß, mit anderen von Haus zu Haus zu ziehen“, findet Julia (14). Wie die anderen engagiert sie sich auch als Messdienerin in ihrer Gemeinde. Doch der Job als Sternsinger ist schwieriger geworden. Manchmal klingeln sie vergebens, weil die Leute arbeiten. Dann müssen sie eine neue Runde drehen und wiederkommen.

Früher haben sie an fast jeder Tür geschellt, da waren nicht alle mit einverstanden. Deshalb, und auch weil die Kirchengemeinden im Umbruch sind, muss man sich nun vorher anmelden, wenn das „20*C+M+B*13“ den Türrahmen zieren soll. „Bei einigen Älteren, wo wir wissen, dass sie sich freuen, schauen wir auch spontan vorbei“, sagt Cordula Klümper.

Sie und ein paar andere Mütter begleiten die kleinen Gruppen. Die meisten von ihnen waren früher selbst einmal Sternsinger. Zwei Lieder stehen zur Auswahl. „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ und „Stern über Bethlehem“. Wenn’s stimmlich bei den Jüngeren mal hakt, gibt’s Unterstützung.

Es sind nicht nur Privatpersonen, die besucht werden. Auch im Lottoladen schauen Julia, Rebekka, Franziska vorbei. Und das Forum steht auf der Liste. „Wir wissen noch nicht, ob wir die einzelnen Geschäfte abklappern oder einen Segen für das gesamte Forum spenden“, sagen die Mädchen. Neben Spenden gibt’s auch Süßigkeiten. Einen Teil verputzen sie als Wegzehrung, der Rest geht an die Bosnienhilfe.

Fabienne Piepiora



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