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Bildung

Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden

19.02.2013 | 18:24 Uhr
Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
„Wir müssen mit Blick auf abnehmende Schülerzahlen dafür sorgen“, sagt Amtsleiter Ralph Kalveram, „dass in den Grundschulen noch pädagogisch sinnvoller Unterricht stattfinden kann.“Foto: Stefan Arend

Duisburg.  Weil immer weniger Kinder an Duisburger Grundschulen angemeldet werden, schlägt die Verwaltung zum zweiten mal die Ausmusterung von sechs Schulstandorten vor.

Sag mir, wo die Kinder sind: Weil immer weniger Kinder an Duisburger Grundschulen angemeldet werden, muss die Verwaltung Schritt für Schritt die Anzahl ihrer Schulstandorte zurückfahren. Jetzt schlägt das neue „Amt für schulische Bildung“ (früher: Bildungsholding) den Ratspolitikern vor, bis zum Sommer über die Schließung von vier Grundschulstandorten (Dittfeldstraße/Walsum, Koopmannstraße/Meiderich, Eschenstraße/Wanheimerort, Pestalozzi -straße/Rheinhausen) zu befinden. Und: Zwei weitere Grundschulen in der Stadt (Wrangelstraße/Neuenkamp und Am Lindentor/Serm) sollen künftig mit benachbarten Grundschulen zu einem Verbund zusammengelegt werden.

„Wir müssen mit Blick auf abnehmende Schülerzahlen dafür sorgen“, sagt Amtsleiter Ralph Kalveram, „dass in den Grundschulen noch pädagogisch sinnvoller Unterricht stattfinden kann.“ Und in Schulen mit nur einer einzigen Eingangsklasse sei das eher nicht mehr möglich.

Schwache Standorte unter Beobachtung gestellt

Denn: Von derzeit 81 städtischen Grundschulen haben 21 Schulen nicht mehr als eine einzige Klasse (oder zwei winzige Eingangsklassen) zusammen bekommen. Der Amtsleiter: „Wird hier ein Lehrer krank, fällt sofort 25% des Unterrichtes aus. Wir tun den Eltern ja keinen Gefallen, wenn wir solche Minisysteme aufrecht erhalten.“ Deshalb – und natürlich auch weil die finanzschwache Stadt Duisburg zwingend Ausgaben reduzieren muss – hat sie jetzt anmeldeschwache Grundschulstandorte unter Beobachtung gestellt. In der kommenden Schulausschuss-Sitzung am 7. März will der Schulamtsleiter der Lokalpolitik die Schließungspläne plausibel machen.

Bislang verfügt die Stadt über so viel Klassenraum in Grundschulen, dass sie locker 221 Klassen unterbringen könnte. Tatsächlich angemeldet haben sich aber im aktuellen Verfahren nur 4144 Erstklässler , die man bei gleichmäßiger Verteilung in 176 Klassenräumen unterbringen könnte. Da aber einem i-Dötzchen kein langer Schulweg zugemutet werden darf, werden es wohl am Ende 189 Klassen sein – wohnortnah über das Stadtgebiet verteilt. Aber: Das wären immer noch 32 Klassen über dem benötigten Bedarf. Zu viel für diese arme Stadt.

Rote Karte von der Politik

Eigentlich sollte mit dieser Rechnung auch für die Politiker alles klar sein. Doch das letzte Mal, als die Stadt im Schuljahr 2010/11 sechs Grundschulen schließen wollte, bekam die Verwaltung die rote Karte von der Politik gezeigt. Die Bereitschaft, in den Ortsteilen Grundschulen zu schließen, war noch vor wenigen Jahren nicht recht vorhanden. Kalveram: „Das wird jetzt nicht mehr passieren, wir haben eine bessere Kommunikation mit der Politik.“ Und die Zahlen sprächen eine klare Sprache.

Stefan Endell



Kommentare
20.02.2013
11:08
Konsequent
von citoyen1848 | #6

Die längeren Wege für manche Grundschulkinder sind sicherlich nicht optimal, aber bei einer sinkenden Zahl von Kindern zwangsläufig. In den neuen Bundesländern sowie auch auf dem Land, ja selbst in Bayern und BaWü sinkt seit Jahren die Zahl der Dorfschulen und es werden größere Schuleinheiten gebildet. Nun kommt der Trend in den Städten an.

Wenn jemand in ein Randviertel zieht, dann sollte er sich bewusst sein, dass das zukünftig vermehrt mit Einschränkungen einher geht. Der Staat kann nicht mehr alles mit Geld zuschütten und jede gewünschte Infrastruktur bereitstellen, wie man es aus den letzten Jahrzehnten gewohnt ist. Entweder gründet man dann eine private Grundschule im Stadtteil oder nimmt hin, dass die Kinder einen weiteren Weg haben. Und warum das mit weniger Selbstständigkeit bei den Kindern einher gehen muss, dass erschließt sich mir nicht. Man muss die Kinder nicht überall abholen und hinfahren, wenn man die lässt, dann lernen die das schnell selbst in die Hand zu nehmen.

2 Antworten
Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
von qiesel | #6-1

Ja klar ,Sie lassen Ihre Kinder bis Klasse 4, mit öffentlichen Verkehrsmitteln alleine fahren? Ich wollte schon schreiben,so sehen sie auch aus .Aber zum Glück gibbet hier noch keine Fotos!

Ja ,Selbstständigkeit,ein manko.Da gebe ich ihnen recht.Die größte Gefahr sind die Eltern vor den Schulen.....

Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
von Ratbus | #6-2

citoyen 1848
Ich nehme an, dass Sie keine grundschulpflichtigen Kinder mehr haben, oder jemals hatten. Darüber hinaus müssten Sie doch wissen, dass unser Staat alles Mögliche mit Geld zuschüttet, nur nicht das, was für Kinderbetreuung notwendig ist. Soll das Elterngeld als Ersatz für wohnortnahe Betreuung und Ausbildung unserer Kinder herhalten, was meinen Sie?
Bayern und BaWü mit der Situation in NRW zu vergleichen heißt doch `Etwas Schlechtes mit etwas noch Schlechterem wieder als Gut darzustellen´!

Nein, Ihr Beitrag trifft die Lebenswirklichkeit in Duisburg nicht!

Mit freundlichen Grüßen,

Ratbus

20.02.2013
09:43
Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
von altwissen | #5

Zu meiner Zeit als Schüler konnte ich die Primarschule fußläufig erreichen. Heute werden Schüler von einer Stelle zur anderen gekarrt, denn die Schulzentren und Sporteinrichtungen liegen meist weit vom Wohnort entfernt. Dadurch wird die Selbstständigkeit der Schüler wenig gefördert und verlangt den Eltern zusätzliche Fahrdienste ab. Noch viel weniger fördert es die Bindung an den Stadtteil aus denen die Schuler weggekarrt werden. Oftmals hört man von der Mangelverwaltung und der Misere, dass die Schulen unter enormen Kostendruck stehen, so dass auch notwendige Instandhaltungen an den Gebäuden und Ausstattung der Klassen unterbleiben. Viele von oben verordnete Programme (wie die der Inklusion) scheitern am Fehlen finanzieller Mittel, da schlichtweg keine Gelder für die techn. Voraussetzungen bereit gestellt werden. Außerdem: hat sich überhaupt die Verwaltung einmal Gedanken darüber macht, welchen Substanzverlust leergezogene Schulgebäude nach sich zieht. Siehe die Marktschule in Homberg

1 Antwort
Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
von qiesel | #5-1

Marktschule liegt in Hochheide!

20.02.2013
09:42
Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
von qiesel | #4

Die brauchen die Kohle weil ja das Schulamt auch Geld kostet.Die denken doch gar nicht an Schulkinder.Denen sind die Kinder alle egal!!!
Alte Holzköpfe die Ihre Spielchen spielen und das dicke GELD kassieren.Ich würde gerne mal so einen Holzkopf (m/W) persönlich zur Sau machen !!! Aber die verstecken sich immer .......gehen ja aucvh früh nach Hause......um 12-14 Uhr muss ich noch arbeiten....Ein Amtsleiter hat A14-ein Grundschullehrer A10.
Oberstudienrat A12
Nachzulesen bei :https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_show_pdf?p_id=931

Dort sind die Besoldungstabellen einzusehen.
Von wegen die klamme Stadt Duisburg.....
Der Wasserkopf kostet doch am meisten und Leistung gibt es keine !
Ich will nicht den Lehrpersonal zu nahe treten sondern jenen wie oben Beschrieben.
Erzählen Sie doch mal was für Zuschläge sie bekommen,Kindergeldzuschlag,Pension,guenstige Baukredite als Beamter etc pp
Die klamme Stadt Duisburg.Das Land ist auch klamm nur mal so am Rande oder warum fahre ich durch Schlaglöcher

2 Antworten
Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
von synthetic | #4-1

Die Lehrer (Beamte) werden immer noch vom Land bezahlt und nicht von der Stadt.

Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
von flugente | #4-2

uiuiui...qiesel qiesel...

der geballte Lebensfrust prall einem entgegen...

Schön, dass es noch Menschen gibt, die gaaaaanz genau wissen, wie es wo in welcher Behörde funktioniert, welche Gehälter verteilt werden und dieses hier so überaus sachlich kommuniziert...

danke für diesen wertvollen Beitrag!

19.02.2013
21:45
Kurze Wege für kurze Beine
von Ratbus | #3

Die Koopmannschule liegt in einem abgelegenen Stadtteil. Wo sollen die SchülerInnen hin, Herr Kalveram?
Im Schuleinzugsbereich der Koopmannschule gibt es das Potential für 2 Klassen, die Verwaltung hat es durch immer neue Schließungsvorhaben bis jetzt geschafft, das Potentzial auf eine Klasse zu beschränken. Eltern wollen eben ihre Kinder nicht an eine Schule schicken, die demnächst geschlossen wird.
Das weiß auch die Verwaltung, daher die Pressemitteilungen und siehe da, danach flüchten die Eltern auch.
Da werden aus diesem Duisburger Randstadtteil die Kinder lieber in die nächste Grundschule nach Oberhausen geschickt.
Das passt ja für die sparwütige Schulverwaltung. Besser die anderen zahlen.
Wo sind im Haushalt der Stadt eigentlich die Einsparungen im Schulhaushalt für die bereits in 2012 geschlossenen Schulen. Nein, die Schulverwaltung braucht mit immer weniger Schulen immer mehr Geld, wozu eigentlich.
Hallo Duisburger Verwaltung, beerdigt ruhig Eure Randstadtteile.

19.02.2013
20:02
Sechs Grundschulen sollen weichen
von tumlehs | #2

"Wir haben eine bessere Kommunikation mit der Politik", so Ralph Kalveram. Das glaubt man gern, denn Verwaltung und Politik haben sich beide in einer gemeinsamen Sache weit, vielleicht zu weit aus dem Fenster gehängt: Sie wollen alle Duisburger Haupt- und Realschulen durch Sekundarschulen austauschen.

So werden etwa die Räumlichkeiten der Grundschule an der Dittfeldstraße dringendst gebraucht, soll eine mögliche Sekundarschule in Walsum nicht schon frühzeitig an Raumproblemen scheitern. Ohnehin bläst der Verwaltung wie der Politik inzwischen heftigster Wind von der Bürgerinitiative "Sekundarschule in Fahrn - nein danke!" ins Gesicht. Nicht zuletzt durch deren Einsatz konnte die Grundschule Breite Straße bereits aus der Schusslinie gezerrt werden. Und jetzt wurde auch noch die vielleicht stille Hoffnung enttäuscht, die Anmeldezahlen an der Realschule Fahrn würden sinken. Genau das Gegenteil ist der Fall: 123 Anmeldungen.
Sind Politik und Verwaltung vielleicht auf dem Holzweg?

19.02.2013
18:40
Sechs Grundschulen sollen weichen
von qiesel | #1

Noch pädagogisch sinnvoller Unterricht.

Der war gut.HAHAHAHA

Deshalb – und natürlich auch weil die finanzschwache Stadt Duisburg zwingend Ausgaben reduzieren muss


Noch so ein Klopper.....er sollte sich als Kasper bewerben im Circus!

Lachhaft seine Aussagen.Vor allem die letzte.
Wenn Lehrer selbst Möbel kaufen müssen,vor Schulbeginn nach den Ferien "Ihre" Klassenräume putzen müssen,Fensterputzer nur von innen die Fenster putzen im Husch Husch Verfahren,wenn die Putzfrauen so säubern das es aussieht wie vorher (DRECKIG) ja dann FRAGE ICH SIE ALS STEUERZAHLER DER IHREN ARBEITSPLATZ MITBEZAHLT,HERR KALVERAM,WO SOLL ICH MEINE KINDER UNTERRICHTEN LASSEN? IN DUISBURG? DA MÜSSTE ICH SPINNEN!!!

Sie waren sicherlich schon mal in Süddeutschland.......

1 Antwort
Sechs Grundschulen sollen in Duisburg geschlossen werden
von Duisburgwest | #1-1

Stimme Ihnen voll und ganz zu.Die Pädagonen putzen nicht nur, nein sie streichen auch in den Ferien die Klassenräume. Ausserdem sollte Herr Kalveram mal ein Praktikum in einer Klasse mit 30 Kindern machen. Nach dieser Woche geht er erst mal zum Arzt...mit dem Syndrom "ausgebrannt". Wann öffnet unsere Schulpolitik endlich mal die Augen und richtet sie mal nach Skandivanien. Hier wird mit kleineren Klassen "wirklich, guter und sinnvoller Unterricht" praktiziert. Gespart wird im wahrsten Sinn der Wort:Immer an den Kleinen und unsere engagierten Jungpädagogen werden ausgesaugt, so dass Sie die Freude an ihrem geliebten Beruf schnell auf der Strecke bleibt.Traurig vor allen Dingen, wenn die eigenen inzwischen erwachsenen Kinder sich Gedanken machen, keine Kinder zu bekommen, da das in der heutigen Zeit und unter den Bedingungen unverantwortlich ist. Fazit somit werde ich wohl nie Oma werden. Sorry aber das musste mal raus

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