Schwerverletzter Arbeiter auf dem Weg der Besserung

Die wichtigste Nachricht vorweg: Dem Mitarbeiter einer Dienstleistungsfirma, der am Donnerstagvormittag beim Hochofen-Unfall bei den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann (HKM) eine Gichtgas-Vergiftung erlitten hatte (wir berichteten), geht es besser.

Der Mann liegt zwar noch in der Aachener Spezialklinik, in die er direkt nach dem Vorfall per Rettungshubschrauber geflogen und anschließend in einer Dekompressionskammer behandelt worden war. Sein Zustand habe sich laut den Ärzten aber deutlich gebessert. Das erklärte gestern HKM-Sprecherin Karin Aust auf Anfrage.

Das Gichtgas war nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei aus einer defekten Stoffbuchse ausgetreten, mit deren Hilfe am Hochofen ein Rohr abgedichtet wird. Wieso die Männer in voller Schutzbekleidung trotzdem in Kontakt mit dem Gas kommen konnten, ist hingegen immer noch ungeklärt. Die Ermittlungen dauern noch an. Es konnten bislang erst zwei der sechs verletzten Männer befragt werden.

Männer trugen Schutzausrüstung

Am Tag danach war die Zeit für eine genaue Rekonstruktion der Ereignisse: Die sechs Verletzten gehören zu zwei externen Dienstleistungsfirmen, die im Auftrag von HKM am Hochofen A beschäftigt waren – und zwar im sogenannten Gicht-Bereich. Drei von ihnen waren dort mit Gerüstbauarbeiten beschäftigt, die anderen erledigten Reinigungsarbeiten. „Alle haben nach bisherigem Kenntnisstand ihre CO-Filter und ihre Schutzausrüstung getragen“, berichtet Aust.

Dennoch habe einer der sechs Männer plötzlich über Schwindel geklagt. Er kollabierte, war aber kurz darauf wieder ansprechbar und brach dann gemeinsam mit den fünf anderen Kollegen die Arbeit ab.

Sofort wurden Werksfeuerwehr und Werksarztverständigt. Mit Hilfe eines Schnelltests ermittelte dieser, dass der kollabierte Arbeiter stark erhöhte Kohlenmonoxid (CO)-Werte im Blut aufwies. Alle sechs kamen ins Krankenhaus, der am schwersten Betroffene in die Spezialklinik. Die anderen fünf sind alle wieder zu Hause, laut HKM-Sprecherin Aust.

Die Produktion am Hochofen lief normal weiter. In der nächsten Woche steht aber ein Stillstand des Hochofens an, wegen turnusmäßiger Reparaturarbeiten. Er wird dann drei bis vier Tage still stehen. Die Arbeiten der sechs Männer waren laut HKM Vorbereitungsmaßnahmen dafür.

Ein Sachschaden ist bei diesem Zwischenfall nicht entstanden, so Sprecherin Aust.