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Schüler haben die Juniorwahl – Sechs Duisburger Schulen sind dabei

20.09.2013 | 20:23 Uhr
Schüler haben die Juniorwahl – Sechs Duisburger Schulen sind dabei
Juniorwahl an der Gustav Heinemann Realschule in Duisburg am 20.09.2013. Elisa und Marco (beide 10. Klasse) bei der geheimen Wahl. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPoolFoto: Kerstin Bögeholz

An der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Duisburg war am Freitag Juniorwahl. Per Mausklick konnten die Schüler ihre Stimmen abgeben. Sechs Duisburger Schulen machten bei dem Projekt mit, an dem in diesem Jahr bundesweit rund 500.000 Schüler teilnahmen.

Sie dürfen nicht und tun es doch – und zwar immer häufiger. Nach der U18-Wahl ging gestern das zweite Votum für Kinder und Jugendliche – die Juniorwahl – in den Endspurt. Kurz vor der Bundestagswahl konnten Schüler bundesweit eine Woche lang ihre Stimmen abgeben. „Eine gute Übung“, findet Adela Brnicanin von der Gustav-Heinemann-Realschule (GHRS). „Jetzt kann man sehen, wie wir entscheiden würden.“

80 Prozent stimmen online ab

Neben fünf weiteren Duisburger Schulen konnten auch die Schüler der GHRS bei der sechsten bundesweiten Juniorwahl ihre Kreuze setzen – oder besser gesagt, ihre Klicks. Denn die rund 50 Jungs und Mädchen aus Sozialwissenschafts- und Politikkursen der Schule stimmten gestern am Computer ab. „So machen es 80 Prozent aller teilnehmenden Schulen in Deutschland“, berichtete Referendarin Cleo Stumpp. Die angehende Lehrerin für Mathe- und Sozialwissenschaften betreute die Juniorwahl an der GHRS. Kein Wunder also, dass die Server gestern, am letzten möglichen Wahltag, offenbar zeitweise überlastet waren. Lange Ladezeiten verzögerten die Abstimmung. Als die technischen Probleme überwunden waren, durfte Schülerin Adela als eine der ersten ihre zwei Klicks setzen. Die Sechzehnjährige war von der Idee überzeugt: „Es ist gut, dass die Wahl noch keine ernsthaften Auswirkungen hat.“ Sie halte es für richtig, dass Jugendliche noch keine Wahlerlaubnis haben. „Wir müssen erstmal lernen, was wir mit unseren Stimmen eigentlich bewirken.“ Mitschüler Maurice Rentel sah das anders: „Ich finde, dass wir spätestens ab 16 wählen dürfen sollten.“

Zum ersten Mal ist die GHRS in diesem Jahr bei der Juniorwahl dabei. „Ziel des Projekts ist es, die politische Bildung der Schüler zu fördern“, sagt Stumpp. 1999 wurde die Idee erstmals an drei Berliner Schulen getestet. Auf mehr als 2200 ist die Zahl nach Angaben der Initiatoren, darunter auch die Bundeszentrale für Politische Bildung, in diesem Jahr deutschlandweit angestiegen. Rund 25 Prozent der weiterführenden Schulen, die sich auf alle Bundesländer verteilen, seien dabei. 500 000 Schüler machen mit.

„Im Unterricht haben wir viel über das Thema Wahl und Parteien gesprochen“, erzählt Referendarin Stumpp. Angeregt durch die Juniorwahl hätten sich viele Schüler zusätzlich in ihrer Freizeit einen eigenen Eindruck verschafft. „Ich habe mich im Internet auf die Wahl vorbereitet“, erzählt Zehntklässlerin Ann-Kathrin Sinnen. Auf www.wahl-o-mat.de habe die Fünfzehnjährige den Test gemacht: Welche Partei teilt meine Auffassungen am meisten? „Das hat geholfen.“ Ob sie als Erwachsene auch zur Wahl gehen wird? „Nein. Aber nur, weil ich keinen deutschen Pass habe. Das Interesse ist da.“

Die Wahlergebnisse stehen Sonntag ab 18 Uhr auf http://www.juniorwahl.de/

Elena Zay

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