Schrottreifes spielerisch entdecken

Foto: Lars Heidrich

Auch nach einer Woche Theater, Bastelspaß, Musik und Mitmachausstellung, gab es am letzten Wochenende des Kinderkulturfestivals im Garten der Erinnerung im Innenhafen, noch Einiges zu bewundern. Das Wochenende für die kleinen Entdecker stand ganz im Zeichen der Kreativität und Kunst. Im Museumsworkshop des Kultur-und Stadthistorischen Museums ging es beim Pfeil- und Bogenbau zurück in die Steinzeit. Gut zwei Stunden werkelten die Jungen und Mädchen an ihrer eigenen Jagdwaffe. Erst mussten fleißig Bogen aus Haselnussholz geschnitzt, dann Spitzen aus Bronze gegossen und letztendlich noch schmückende Indianerfedern angebracht werden, bis das Werk vollendet war. Ein Spaß, der nicht nur den Kleinen gefiel: „Selbst Väter und Opas entdecken hier das Kind im Mann und basteln gerne mit“, freut sich Projektleiterin Kornelia Kerth-Jahn.

Die Künstlergruppe „Compagnie Katakrak“ aus Barcelona lud zum Spielen ins kunterbunte Ersatzteillager ein. Alte Rohre, vergessene Mülleimer, ausrangierte Blumentöpfe oder abgenutzte Pedalen – für die Katalanen ein perfekter Satzbau für farbenfrohes Spielzeug. Jedes Stück der Installation „L’Animalada“ erinnert dabei an ein Tier. So sieht der Ballparcours aus Rohren und Fahrradteilen aus wie ein Affe, oder das langweilige Bügelbrett verwandelt sich in ein schnappendes Krokodil. Eine Anleitung zu den Spielzeugen gab es nicht, hier waren Witz und Kreativität gefragt, um die Bälle ins Rollen zu bringen.

Unter strahlendem Sonnenschein legte der argentinische BMX-Künstler Juan Manuel Cersósimo eine irrwitzige Show mit seinem Rad hin. Die Theatershow „Che Cirque – JUMP“ erzählt von einem in die Jahre gekommen Boxer, der davon träumt ein Superheld zu sein. Cersósimo zeigt in dieser Performance, dass er nicht nur allerhand Tricks auf dem BMX beherrscht, sondern auch einwandfrei auf einem zweiten Rad, das nicht einmal größer als ein Schuhkarton ist, problemlos fahren kann. Auch bei dieser Show war wieder der Einsatz von Klein und Groß gefragt. Während die Kinder Luftballon-Schwertkämpfe bestritten, mussten die Erwachsenen als Requisiten für einen Stunt herhalten. Angespannt lagen zwei Zuschauer auf dem Boden, als das Publikum den herandüsenden Radkünstler anfeuerte. Als er problemlos über die Erwachsenen sprang, wollte er den Trick mit seinem Mini-Rad wiederholen, was zu großem Gelächter bei den Kleinsten im Publikum führte.

Nach über einer Woche Kinderkultur schaut Veranstalter Clemens Richert auf eine positive Zeit zurück: „Wir hatten ein tolles Publikum und bei knapp 10.000 Besuchern kann ich mich nicht beklagen“, sagt Richert rückblickend. Als heimlicher Favorit bei den jungen Besucher gelten in diesem Jahr das Theaterzelt, das mit seinen bunten Shows und Veranstaltungen fast täglich ausverkauft war.