Schnell noch 'ne Birne
29.08.2009 | 08:00 Uhr 2009-08-29T08:00:00+0200Weil es ab 1. September der 100-Watt-Glühbirne an den Kragen geht, sind die Hamsterkäufer unterwegs
Ist es die Furcht, dass nächste Woche jemand das Licht ausknipst, oder ist es mehr der menschliche Wunsch, sicherheitshalber mal an den Dingen der guten alten Zeit festzuhalten? Anders ist es nicht zu erklären, dass in Duisburgs Baumärkten wie „Praktiker” in Homberg und Meiderich oder bei „Bauhaus” an der Keniastraße in Großenbaum der „Hamsterkäufer” gesichtet wurde. Er schiebt einen leeren Einkaufswagen in die Elektroabteilung und kehrt sodann mit Dutzenden von Glühbirnen - vor allem der 100 Watt-Glühbirne - zur Kasse zurück. Denn der Hamsterkäufer hat gehört, dass ab kommenden Dienstag, 1. September, die alten Glühbirnen knapp werden sollen. Wegen Europa.
In der Tat: Ab 1. September darf in Europa keine traditionelle Glühbirne, die stärker als 75 Watt ist, und überhaupt keine mattiertes Leuchtmittel mehr neu in den Handel gebracht werden. Aus gutem Grund: Herkömmliche Glühbirnen wandeln nur 5% der Energie in Licht um, der Rest verpufft als Wärme im Raum. Energiesparlampen indes setzten immerhin 25% bis 50% der Energie in Licht um. Das will Europa jetzt regeln.
Ihre Lager zumindest dürfen die Händler noch leer verkaufen. Eine Umfrage der NRZ im Handel sowie bei der Metro-Group, die für die Sparten Saturn, Media-Markt, Kaufhof, Real und die Metro-Märkte spricht, fördert ein kurios zweigeteiltes Bild zu Tage.
Es scheint, der Hamsterkäufer liebt nur „Praktiker” und „Bauhaus, meidet aber die anderen Händler. „Es stimmt”, erklärt Kathleen Dräger, Unternehmens-Sprecherin von „Praktiker”, „der Umsatz im Bereich 100-Watt-Glühbirnen ist bei uns vor einem halben Jahr um 180% gestiegen.” Und seit Juli habe man gar ein Plus von 600 % erreicht. Auch bei „Bauhaus” an der Keniastraße hat der Geschäftsstellenleiter ein plötzlich aufleuchtendes Interesse an der aussterbenden Leuchte registriert. „Hamsterkäufe aus Verunsicherung”, meint er.
Andere Anbieter registrieren dagegen keinerlei hastigen Käufe. Ein Sprecher der Metro-Group: „Es gibt in unseren verschiedenen Sparten keine auffälligen Vorratskäufe. Aber wir haben im August nichts mehr nachbestellt, unsere Lagerbestände sind niedrig.” Gleiches Bild bei Ikea in Meiderich. „Wir verkaufen nur noch Leuchtmittel bis 25 Watt und verweisen dann auf die breite Palette der Energiesparlampen, erklärt Maike Brauer vom Marketing.
Verbraucher, die von herkömmlichen Glühlampen auf energiesparende Leuchtmittel umsteigen möchten, bieten die Stadtwerke eine besondere Aktion: Vom 31. 8. bis zum 5.9. tauschen sie Glühlampen gegen Energiesparleuchten um. Kostenlos! Die Umtauschaktion ist ein Angebot für Besucher des Energiesparshops im „Forum“. Pro Person kann aber nur eine herkömmliche Glühlampe gegen eine Energiesparleuchte getauscht werden. Und: Beeilung. Denn es gibt nur insgesamt 1000 Stück.
Damit sich der Duisburger besser an die neuen Zeiten gewöhnen kann, haben sich die Stadtwerke etwas Pfiffiges ausgedacht: Eine Art „Abwrack–Aktion” für alte Glühbirnen. Wie das funkioniert, lesen Sie bitte hier in der Info-Box.

07:53
Schön, so einen Artikel einmal mit etwas Abstand zu lesen. Einiges klärt sich dann.
An den Voraussetzungen des Glühlampenverbots stimmt erstmal gar nix.
*** die Lebensdauer stimmt nicht
*** die Lichtleistung stimmt nicht
*** der Stromverbrauch stimmt nicht.
Dann ist da noch die Problematik des Leuchtspektrums, das im Gegensatz zur bewährten Glühbirne nicht kontinuierlich ist, sondern Spitzen, besonders im Blaubereich aufweist (auch bei Warmton-Simulationen)
Ach, und Quecksilber, das Europa ja sonst für ein noch schlimmeres Teufelszeug hält, als es wirklich ist (ja, es ist heimtückisch und hochgiftig, aber die Brüsseler Berufshysteriker schaffen es, sogar da zu übertreiben.) Auf einmal macht es nix aus, wenn das Zeug massenhaft in Wohnungen freigesetzt wird oder bei fehlerhafter Entsorgung im Hausmüll landet.
Hatten wir die Frage des Primärenergieverbrauchs bei der Herstellung?
Lieber Journalist: als in den 50ern die gute alte Radioröhre durch den in fast jeder Hinsicht überlegenen Transistor abgelöst wurde, brauchte es keine Verbote - es dauerte keine 10 Jahre, da war das Thema durch. Genauso wird es sein, wenn eine Leuchtdiodenlampe mit 1000 Lumen bezahlbar wird. (Nochmal: Primärenergieverbrauch? Umweltbelastung bei der Herstellung?) Die Menschen sind nämlich nicht doof.
Wenn heute Leute hamstern, weil sie den Lichtstrom einer 100 W Birne von 1000 lumen tatsächlich auf der Arbeitsfläche und nicht nur auf der Verpackung des Leuchtmittels haben wollen, dann könnte es daran liegen, daß die Probleme mit den ESL so offensichtlich sind, daß es keiner Meßeinrichtungen bedarf, sondern der Augenschein ausreicht.
Aber wie die Marx Brothers so nett sagten: Wem glaubst Du jetzt eigentlich? Mir oder Deinen verlogenen Augen?
08:06
Die ersten 998 Birnen sacken sich die Bediensteten der Stadtwerke doch sicher selber ein. Genau wie beim Schlußverkauf. Die besseren Sachen behalten die Verkäufer.
17:59
#5 S. Ooker
Na wenn es die Birne auch irgendwann mal im Laden gibt, ist das doch gut! Bis dahin reichen meine Vorräte (matte 40-W-Kerzen) ...
17:36
Hmm, das wäre natürlich tatsächlich ne echt e fehlkonstruktion.. Versteh mich nicht falsch, ich will dich nicht überreden, aber für nach 2012 guck dir mal die hier an, die passt bestimmt
http://www.elv.de/output/controller.aspx?cid=74&detail=10&detail2=21041
16:05
#S.Ooker
Zu dumm, dass diese Energiesparbirnen mit dem dicken Sockel über dem Gewinde nicht in das kleine Lampelgehäuse passen! Also ist nix mit Energie sparen ...
Und so viele Jahre sind es nicht mehr bis Anfang (?) 2012 ..., falls die 40-W-Birnen nicht sogar schon eher verboten werden ...
15:39
Naja, hmm, ne E14 Kerzen-Energiesparlampe kostet so um die 4-5€.
Kostet also etwa 8mal soviel wie eine Glühbirne, hält aber auch 8mal solange. Also ist der Preis schon direkt durch das Leuchtmittel ausgeglichen, das Geldsparen (wegen des geringeren Energieverbrauches) beginnt also DIREKT beim ersten einschalten (und nicht erst nach Jahren)
Abgesehen davon, dass Glühbirnen unter 75 Watt noch jahrelang frei erhältlich sein werden..
N guten Grund gibts also nicht
08:37
In meine kleine Badezimmerlampe passen nur E14-Kerzenbirnen. Da habe ich mich natürlich eingedeckt, denn bis ich an Strom die 30 Euro oder mehr verschwendet habe, die ich für eine andere Lampe ausgeben müsste, vergehen viele Jahre!
15:31
oder ist es mehr der menschliche Wunsch, sicherheitshalber mal an den Dingen der guten alten Zeit festzuhalten?
Anders kann ich mir das auch nicht erklären... Warum zur Hölle soll man sich mit diesen Birnen eindecken? Sowohl Energiebilanz als auch Preis/Lebensdauer sind bei den konventionellen Birnen weesentlich schlechter.
Entweder:
- diese Leute haben in den letzten 5 Jahren keine (moderne) Energiesparleuchte in der Hand gehabt und denken die brauchen immernoch so lang zum angehen und verbreiten das kalte Leuchtstoffröhrenlicht
oder
- Die Heizen ihre Wohnung damit..
echt kurios