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Winter

Schneeketten am Schuh statt Skier

17.01.2013 | 18:18 Uhr
Schneeketten am Schuh statt Skier
An der Regattabahn wird’s heikel, wenn die Läufer den Schnee festgetreten haben.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg. Wer auch bei der aktuellen Wetterlage seine Laufschuhe schnürt, wird sich über diesen Satz von Dr. Udo Hellen freuen: „Man kann zu jeder Zeit und an jedem Ort laufen.“ Ohne „aber“ geht es jedoch nicht, wenn der Sportmediziner aus dem Fenster schaut: „Aber nicht jetzt! Das halte ich für zu gefährlich.“ Viele Duisburger können die Schuhe aber auch bei Schnee nicht im Schrank lassen.

In der Neudorfer Praxis des Arztes spiegelt sich das glücklicherweise nicht wider. „Ich habe durchweg viele Sportler hier, deshalb kann ich jetzt nicht sagen, dass die Zahl angestiegen ist“, erklärt Hellen. Doch die Art der Verletzungen verändere sich im Winter – allerdings in eine eher überraschende Richtung. „Ich habe hier mehr Verletzungen durch Hallenfußball als durch Wintersport“, erzählt der Sportmediziner.

Lieber Skilanglauf

Trotzdem rät er wieder: Skilanglauf im Sauerland, Eiskunstlaufen – das seien Sportarten, die in diese Jahreszeit gehören, aber Laufen sei zu gefährlich. „Man weiß nicht, was unter der frischen Schneedecke ist“, warnt Hellen vor Stolperfallen.

„Das sind Risiken, die muss jeder für sich selbst abschätzen“, stimmt Uwe Seedorf dem Mediziner in diesem Punkt zu. „Aber im Stadtwald zum Beispiel, da kennt man als erfahrener Läufer die Wege, da geht das schon“, erklärt der Mitarbeiter von Laufsport Bunert am Sternbuschweg. „Wer regelmäßig läuft und sein festes Programm hat, geht auch bei diesem Wetter raus.“ Anfänger würden ohnehin bei diesem Wetter durch den inneren Schweinehund abgeschreckt.

Auf Schnee eine gute Figur machen

Aber wie macht man auf Schnee eine gute Figur? Schließlich staksen gerade viele Läufer wie Störche durch die Gegend. „Hiermit rutscht man nicht weg und hat wirklich einen guten Grip“, sagt Christina Pricken von Bunert und zieht Schneeketten für Schuhe aus dem Regal. Die engen Gummizüge werden über Fersen- und Zehenkappe gezogen, auf der Unterseite windet sich eine Metallspirale ums Gummi. „Gerade an der Regattabahn , wo der Schnee jetzt festgetreten ist, kann man damit besser laufen“, erklärt Pricken. Doch nicht nur solche modernen Helferlein werden im Laufgeschäft empfohlen.

 Bei dem Wetter sollten schlicht dicke Socken nicht fehlen. „Das Material der Schuhe wird immer dünner, da ist das wirklich wichtig, weil die Zehen – genau wie Finger und Stirn – besonders schnell auskühlen“, sagt Seedorf. Manchmal müssen sich aber auch die Experten bremsen. „Die meisten Läufer starten zu warm angezogen“, sagt Christina Pricken. „Ich auch. Am besten ist es, zu Beginn leicht zu frösteln. Wenn man dann auf Touren kommt, ist es genau richtig.“ Oder man hört einfach auf Dr. Hellen.

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