Schiffsskulpturen im Rost-Design

Dieser Ozeanriese ist auf Miniaturformat geschrumpft. Markant ist nicht nur sein stromlinienförmiger Rumpf, sondern vor allem sein Rost-Design. Eine leicht bräunlich schimmernde Schicht verleiht der Oberfläche dieser etwa 20 Zentimeter langen Schiffsskulptur ein mysteriöses und deshalb so anziehendes Aussehen. Erschaffen hat sie der Duisburger Gestalter Hansgerd Honnen. Der 58-jährige Grafik-Designer, der nur ungern als Künstler bezeichnet werden will, stellt seine Werke auf der „Boot 2015“ aus. Die weltgrößte Wassersportmesse lädt noch bis einschließlich Sonntag zu einem Besuch in Düsseldorf ein.

Honnens Stand ist in Halle 7 zu finden – das ist die „Boot Galeria“. Hier sind ausschließlich ebenso renommierte wie etablierte Künstler untergebracht, die ihre Werke präsentieren, die allesamt eines verbindet: ein maritimes Motiv. Neben den zahlreichen Gemälden fallen Honnens Skulpturen den Messebesuchern als willkommene Abwechslung sofort ins Auge. „Früher war hier mehr los. Die Zahl der ausstellenden Künstler ist hier doch etwas zurückgegangen“, so Honnen.

Und woraus sind seine Skulpturen nun gefertigt? „Aus Balsaholz“, sagt Honnen. Das sei extrem leicht und werde vornehmlich beim Bau von Modellflugzeugen eingesetzt. Für den Duisburger Gestalter ist es aber das ideale Material, weil seine Skulpturen einen schwebenden Charakter haben. Soll heißen: Jedes Kunstwerk ist nur an einem kleinen Punkt mit einem Sockel verbunden. Aus Gründen der Balance und Standfestigkeit ist es daher von Vorteil, wenn die Skulptur möglichst wenig wiegt.

Um das Rost-Design möglichst glaubhaft aussehen zu lassen, hat Honnen lange an einer entsprechenden Technik gefeilt. Wie es geht? Auf das Holz wird mehrschichtig Leim aufgetragen. Es folgen Schichten einer dicke, pasteusen Farbe, auf die dann noch per Schwamm Schleifstaub aufgetupft wird – fertig ist das Kunstwerk. „Diesmal habe ich erstmals auch Segelboote in diesem Look geschaffen“, sagt Honnen. Die Skulpturen kosten zwischen 350 und 750 Euro. Seine Werke werden auch in der Galerie „RuhrArt“ am Leinpfad in Ruhrort verkauft.