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Schauspiel kommt bei Duisburger Publikum gut an

16.06.2010 | 12:09 Uhr
Schauspiel kommt bei Duisburger Publikum gut an
„Hier kommen wir nicht lebendig raus“ mit Xenia Snagowski.

Duisburg.Michael Steindls Mischung aus Gastspielen, Familie Flöz und Jugendclub-Produktionen findet beim Duisburger Publikum großen Anklang. Die Zahl der Zuschauer wuchs von der Spielzeit 2007/2009 mit 21.000 auf jetzt bereits 25.000 in der noch laufenden Saison.

Das Schauspiel boomt: Die Zahl der Zuschauer wuchs von der Spielzeit 2007/2009 mit 21 000 auf jetzt bereits 25 000 in der noch laufenden Saison.Offensichtlich setzt Schauspielleiter Michael Steindl auf die für Duisburg richtige Mischung. Da die Stadt bekanntlich über kein eigenes Ensemble verfügt, stellt er für bescheidene und seit zehn Jahren unverändert 590 000 Euro (davon 465 000 Euro vom Land) ein beachtliches Programm auf die Beine. Es fußt auf den drei Säulen Gastspiele, Familie Flöz als festem Kooperationspartner und dem Jugendclub „Spieltrieb“, der in der kommenden Saison allein fünf Produktionen bestreitet und den 10 000. Besucher erwartet.

Die jungen Leute eröffnen die Saison am 10. September mit der Komödie „Cyrano de Bergerac“ und wagen sich damit an eine neue Form: Im Opernfoyer wird die Produktion als „Dinner-Theater“ gezeigt, Besucher können also Abendessen und Theater miteinander verbinden. Der Jugendclub bringt 2010/2011 sogar die deutsche Erstaufführung eines Stücks es bekannten britischen Autors Mark Ravenhill heraus. In „Gemeinschaftskunde“ geht es um die sexuelle Selbstfindung. Dazu kommen die Eigenproduktion „User“ (Regie: Boris Mercelot) über Internet-Mobbing sowie der Shakespeare-Klassiker „Hamlet“. Schließlich ist als Wiederaufnahme „Hautnah“ von Patrick Marber zu sehen.

Große Bandbreite der Gastspiele

Engagierte Laien sind ein Standbein, Gastspiele aus Düsseldorf, Essen und Bochum. Wobei in der kommenden Saison auch eine Arbeit des weltberühmten Regisseurs Peter Brook zu sehen ist: Samuel Becketts „Glückliche Tage“ kommt als Minimalinszenierung mit Miriam Goldschmidt und Wolfgang Kroke ins Foyer III . Und aus Mülheim hat Steindl noch einmal Roberto Ciullis Inszenierung von „Dona Rosita“ von Lorca eingeladen.

Zur großen Bandbreite der Gastspiele zählen die Junk-Oper „Shockheaded Peter“ aus Essen (Regie: Reinhardt Friese), „Karl Marx: Das Kapital, Erster Band“ vom Rimini-Protokoll-Team des Düsseldorfer Schauspiels, Büchners „Woyzeck“ in der Inszenierung von David Bösch und Martin Heckmanns Stück „Hier kommen wir nicht lebendig raus. Versuch einer Heldin“, das Hermann Schmidt-Rahmer in Düsseldorf inszeniert. Den Schlusspunkt setzt Brechts „Arturo Ui“, das in Bochum von Sahika Tekand inszeniert wird.

Michael Altmann ist nicht nur in der Wiederaufnahme von Steindls Enigma-Inszenierung zu sehen, sondern auch als Krapp in Becketts „Das letzte Band“, mit dem er seit 1992 unterwegs ist.

Wie stark die Bindung von „Familie Flöz“ an Duisburg ist, zeigt, dass fünf Produktionen des Maskentheaters im Spielplan auftauchen. Die Produktion „Klasse Klasse“, die wieder ab 29. November im Foyer III zu sehen ist, erlebt in der kommenden Spielzeit sogar die 50. Vorstellung. Steindl: „Es wird über eine Fortsetzung nachgedacht.“ Vielleicht fürs Jubiläumsjahr 2012? Dann wird das Theater 100.

Anne Horstmeier

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