Sauerland lehnt vor Personalrat Rücktritt ab
14.08.2010 | 09:34 Uhr 2010-08-14T09:34:00+0200
Duisburg. Adolf Sauerland lehnte im Gespräch mit den städtischen Mitarbeitern einen Rücktritt ab. Auch deren Forderung, die Amtsgeschäfte ruhen zu lassen, wies er zurück.
In einem persönlichen Gespräch mit dem städtischen Personalrat hat Oberbürgermeister Adolf Sauerland dessen Forderung zurückgewiesen, seine Amtsgeschäfte wegen der Loveparade-Tragödie ruhen zu lassen (NRZ berichtete). Das geht aus einem Brief des Personalrates an die Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Freitag hervor. Ein derartiger Vorgang, so der OB zum Personalrat, sei gesetzlich gar nicht vorgesehen. „Wir gaben allerdings unserer Überzeugung Ausdruck, dass diese rechtlichen Hürden bei entsprechendem Gestaltungswillen zu überwinden seien“, so der Personalrat in seinem Brief an die Mitarbeiter.
In dem Gespräch lehnte der Oberbürgermeister erneut einen Rücktritt ab, der in seinen Augen einem Schuldeingeständnis gleichkäme. Durch den vorgelegten Zwischenbericht, den die Stadt bei einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben hatte, sieht sich die stadtspitze gestärkt. Dazu der Personalrat: „Unsere Einschätzung, dass es problematisch erscheine, die Geschehnisse um die Loveparade von der Leitung der Dienststelle selbst, bzw. durch sie beauftragte Unternehmen aufklären zu lassen, wurde nicht geteilt.“

10:45
Zu Taosnm
Zeichen sind sicherlich wichtig und ich verstehe die Trauer und Verzweiflung der Angehörigen. Diese wird in meinen Augen aber nicht dadurch gemildert, dass Herr Sauerland zurücktritt, was er wohl nach der geltenden Rechtslage überhaupt nicht kann. Der Tod so vieler Menschen sollte uns Anlass geben, darüber nachzudenken, was man aus dieser Katastrophe unter Berücksichtigung der in der Vergangenheit gemachten Fehler für die Zukunft lernen und ändern kann. Es mag ein schwacher Trost für die Angehörigen sein, aber die Gewissheit, dass letztlich künftig solche Ereignisse dadurch verhindert werden können, würde mich (ich kann das nur theoretisch sagen, da ich nicht betroffen bin und ich schließe nicht aus, dass ich im konkreten Fall auch anders denken könnte) mehr trösten, als nach Schuldigen zu suchen.
Ganz schlimm finde ich es, und ich denke, da liegen wir nicht auseinander, dass man Morddrohungen gegen Herrn Sauerland ausspricht. Wir haben Gott sei Dank die Todesstrafe abgeschafft.
Im Übrigen wird man bei solchen Veranstalltungen niemals jedes Risiko ausschließen können, da sich die Dinge nicht alle voraussehen lassen und menschliches Verhalten eben nicht frei von Fehlern ist. Wenn man das wollte, wird sich bald keiner mehr finden, der solche Veranstaltungen genehmigt, da für ihn die Konsequenzen nicht absehbar sind.
10:43
Zu taosnm:
Zeichen sind sicherlich wichtig und ich verstehe die Trauer und Verzweiflung der Angehörigen. Diese wird in meinen Augen aber nicht dadurch gemildert, dass Herr Sauerland zurücktritt, was er wohl nach der geltenden Rechtslage überhaupt nicht kann. Der Tod so vieler Menschen sollte uns Anlass geben, darüber nachzudenken, was man aus dieser Katastrophe unter Berücksichtigung der in der Vergangenheit gemachten Fehler für die Zukunft lernen und ändern kann. Es mag ein schwacher Trost für die Angehörigen sein, aber die Gewissheit, dass letztlich künftig solche Ereignisse dadurch verhindert werden können, würde mich (ich kann das nur theoretisch sagen, da ich nicht betroffen bin und ich schließe nicht aus, dass ich im konkreten Fall auch anders denken könnte) mehr trösten, als nach Schuldigen zu suchen.
Ganz schlimm finde ich es, und ich denke, da liegen wir nicht auseinander, dass man Morddrohungen gegen Herrn Sauerland ausspricht. Wir haben Gott sei Dank die Todesstrafe abgeschafft.
Im Übrigen wird man bei solchen Veranstalltungen niemals jedes Risiko ausschließen können, da sich die Dinge nicht alle voraussehen lassen und menschliches Verhalten eben nicht frei von Fehlern ist. Wenn man das wollte, wird sich bald keiner mehr finden, der solche Veranstaltungen genehmigt, da für ihn die Konsequenzen nicht absehbar sind.
10:28
Man muss nicht mit Herrn Sauerland verbandelt sein, um eine eigene Meinung zu vertreten. Es ist erschütternd, wie in der laufenden Diskussion Andersdenkenden unlautere Absichten unterstellt werden.
23:32
#123 Keiner ist allein Schuld
Das brauchen wir doch hier garnicht zu diskutieren. Wir kennen nicht dieDetails, um uns selbsst ein Bild davon zu machen, wer sich schuldig gemacht haben könnte. Es wäre auch nicht gut, wenn wir uns das anmassen würden.
Wir können nur sagen, dass da eine Stadt mit ihrer Verwaltung ist, die Genehmigungen erteilt hat. Der Chef dieser Stadt ist der OB, ein politisch gewählter Beamter. Dieser Mann ist nicht aufgrund seiner überragenden Fähigkeiten auf den Stuhl gerutscht, sondern aufgrund seines Parteibuches und des Wählervotums. Mit Antritt seines Amtes hat er die politische Verantwortung übertragen bekommen, die er nun nicht übernehmen will. Und das ist eine klare Fehlleistung. Er kann sich drehen und wenden wie er will, er bleibt politisch verantwortlich.
Leider ist er aber nur noch peinlich, armselig und völlig unfähig in der Situation, in der Sie und ich nicht sein möchten.
Niemand muss sich zu seiner Schuld bekennen. Sie wird gerichtlich festgestellt werden, und wer Rückgrat hat, wird sich bekennen, wer nicht, mit der ihm zugewiesenen Schuld hadern. Das ist aber nicht unser Problem im Forum. Wir erwarten nur ein Zeichen, nicht nur für uns selbst, sondern für all die, die das Grauen in ihrem Leben, einen jungen Menschen verloren zu haben, nicht bewältigen können. Es ist keine Küchenpsychologie, wenn man sagt, dass es einfacher zu verkraften ist, wenn ein Verantwortlicher da ist, und das muss in dieser Situation leider der OB sein, kraft seines Amtes.
15:49
#123wer ist denn da mit Adolf verbandelt?
00:05
Ist an einer solchen Katastrophe wirklich nur ein Mann schuld? Welche Schuld tragen die Journalisten, die über die doch über die angeblich für jedermann erkennbaren Mängel nicht berichtet haben, das Mitglied des Bundestages, dass wohl den damaligen Innenminister gebeten hatte, Duisburg von einer schweren Bürde (nämlich den Polizeipräsidenten) zu befreien, weil dieser Bedenken gegen die Loveparade geäußert hatte; die Politiker, die eine solche Veranstaltung im Ruhrgebiet wollten, der Veranstalter, der die Öffentlichkeit mit maßlos übertriebenen Zuschauerzahlen täuscht, das Kulturhauptstadtbüro, das ebenfalls Druck gemacht hat und nicht zuletzt auch die Zuschauer, die die Absperrungen in den Tunnel nach Durchfahrt des Krankenwagens durchbrochen haben und die Menschen, die weit hinten nach vorne gedrängelt und geschubst haben, obwohl sie erkennen mussten, dass es vorne nicht weiter ging? Sie alle heben ihren Teil dazu beigetragen, dass es zur Katastrophe kam. Wenn schon, dann sollten sich alle zu ihrem Teil der Schuld bekennen. Nicht zuletzt hat das Parlament die Abschaffung der Doppelspitzen beschlossen, so dass Menschen aller Berufe eine Stadtverwaltung leiten müssen, die weder über eine entsprechende Ausbildung noch über einschlägige Verwaltungserfahrung verfügen. Auch bei den Bezirksregierungen ist die Polizei nicht mehr vertretne, so dass es dort in einer übergeordneten Bündelungsbehörde keine Zusammenführung aller an solchen Entscheidungen Beteiligten mehr gibt.
22:49
Oberbürgermeister Sauerland hat Angst, dass er von einer Staatsanwaltschaft nach vielen Monaten in die Enge getrieben wird und sich juristisch nicht mehr wehren kann. Das Schicksalhafte daran ist, dass auch die Opfer in die Enge getrieben wurden und sich nicht mehr wehren konnten. 21 Todesopfer, über 500 Verletzte. Die politische Verantwortung liegt bei ihm, das weiß er und darüber lässt er keinen Zweifel aufkommen. Er möchte aber einen objektiven Blick auf die Katastrophe von Duisburg bringen. Leider ist das nicht möglich. OB Sauerland ist eine tragische Figur. Er verhält sich wiederum falsch, weil er gefangen ist in seiner Angst. Schade und Schrecklich zugleich. Ein Rücktritt hätte ihm erlaubt, diese enorme Belastung persönlich aufzuarbeiten und sich vom Veranstalter abzugrenzen, der vermutlich wenig weiß um die Schmerzen der Einzelnen. Oberbürgermeister Sauerland wird seinen Stuhl räumen, er wird es spät tun, weil er so verletzt ist. Das müssen jetzt viele aushalten. Einfach nur Schrecklich.
22:13
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