Sauerland-Freund Greulich übernimmt das Duisburger Rathaus
15.02.2012 | 19:24 Uhr 2012-02-15T19:24:00+0100
Duisburg. Nach der Abwahl von Duisburgs OB Adolf Sauerland übernimmt Stadtdirektor Peter Greulich dessen Geschäfte im Duisburger Rathaus. Sauerland war nicht nur Greulichs Chef - auch privat sind die beiden befreundet. Bis zur OB Neuwahl wird es einige Monate dauern.
Zum zweiten Mal musste Peter Greulich am Mittwoch das Ergebnis verkünden, dass seinen dienstlichen Vorgesetzten und privaten Freund Adolf Sauerland aus dem Amt beförderte . Als er am Mittwoch die amtliche Stimmenzahl nannte, war seine Miene deutlich entspannter als am Abwahlsonntag.
Greulich war einer der wenigen, die sich immer wieder konsequent vor den OB gestellt hatten. Vor Fernsehkameras nahm er Sauerland, der zwei Jahre älter aber einen Kopf kleiner ist, gegen jegliche Kritik in Schutz und versuchte zu erklären, warum nach der Loveparade-Tragödie sein Chef und Freund, „dieses erschütterte Häufchen Elend nicht die Kraft vermitteln konnte, die viele gesucht haben“. Jetzt ist es vorbei mit dem ungleichen Duo an der Verwaltungsspitze, gestern gingen die Dienstgeschäfte an den Stadtdirektor über.
Greulich Robert Redford der Stadtpolitik
Für die nächsten Monate konzentriert sich damit bei Greulich, den die Süddeutsche Zeitung kürzlich als den „Robert Redford der Stadtpolitik“ bezeichnete, die Macht im Rathaus. Neben seinem angedienten Dezernat für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz führt er seit April 2011 auch das Dezernat für Stadtentwicklung, was jetzt noch für ihn als „Hauptverwaltungsbeamter“ an Aufgaben hinzu kommt, ist noch gar nicht so genau abgesteckt.
Die Katastrophe mit 21 Toten beschäftigt Opfer und Ermittler, Behörden und Bürger. Die haben Adolf Sauerland als OB abgewählt. Aktuelle und ausgewählte Artikel, Videos und Fotos zum Bürgerentscheid und zur Aufarbeitung der Loveparade finden Sie auf unseren Spezialseiten.
Es geht nicht allein um die Führung der 6000 Mitarbeiter starken Stadtverwaltung. Der OB war Vorsitzender zahlreicher Aufsichtsräte. Hafen AG, DVV, Stadtwerke und Sparkasse, diese Gremien können nicht bis zum Sommer kopflos bleiben. Im Rathaus prüft man derzeit, was davon alles an Greulich übergeht. Fest steht: Um Langeweile muss er sich nicht sorgen.
"Es wird eine sehr große Erleichterung"
„Hier liegen noch acht Unterschriftenmappen“, sagt Greulich beim Blick auf seinen Schreibtisch. Bei seinem ureigenen Dezernat verlässt er sich auf seine Mitarbeiter im Umwelt- und Gesundheitsamt. „Denen vertraue ich blind, die arbeiten vollkommen selbstständig“. Der Stadtentwicklung mit den Großprojekten Duisburger Freiheit und Factory Outlet Center galt die Aufmerksamkeit und Anstrengend. „Das macht aber vor allem Spaß“, betont Greulich immer wieder. Denn er macht auch kein Hehl daraus, dass er das Dezernat gerne behalten hätte. Einzelne Entscheidung behalte er sich vor, besonders die Abschlussphase bei der Duisburger Freiheit will er an sich ziehen. „Ein laufendes Projekt in dieser Phase sollte man nicht übergeben“, so Greulich. Dennoch sehe er dem Dienstantritt des neuen Planungsdezernenten Carsten Tum am 1. April „mit Freude“ entgegen: „Es wird eine sehr große Erleichterung“.
Davor allerdings steht Anfang März noch die „Mipim“, die internationale Immobilienmesse in Cannes, auf dem Terminplan. Ohne OB und ohne Chefplaner wird sich Duisburg dort nicht sehen lassen können. Das Zeitfenster für Greulich ist allerdings eng: Am Dienstag ist Umwelt-, am Donnerstag Stadtentwicklungsausschuss, bleibt der Mittwoch, um morgens hin- und abends wieder zurück zu fliegen. Es wird einer der Termine sein, dem Greulich wohl die geringste Freude entgegen bringen kann: Der Stadtdirektor, der um sein smartes Auftreten bemüht ist und bei hitzigen Gesprächen die Wogen schon mal mit charmanten Worten glätten kann, bekennt sich zu einer Schwäche: Er hat Flugangst. Im vergangenen Jahr ist er die 1300 Kilometer mit dem Auto gefahren.

22:52
@ buergerwehr
Stimme voll zu. Für Duisburg kann es nur einen Neustart geben, wenn es kommunale Neuwahlen gibt und die komplette Sauerland-Administration aus dem Rathaus und aus den städtischen Gesellschaften verabschiedet wird.
10:33
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09:33
"Seine arrogante Äußerung, die Duisburger seien bildungsfern und träge, möge ihm sechs Monate lang Tag für Tag auf die Butterseite schlagen"...hat einer der bisherigen Kommentatoren geschrieben.
Diese Äußerung muß hier jeden Tag stehen, bis jeder Duisburger versteht wie von diesem Menschen über die Duisburger gedacht wird.
Herr Greulich gehört nicht zu uns, zu den Duisburgern.
Herr Greulich, treten Sie zurück - denn Sie sind kein Duisburger und mit diesem Gedankengut sind Sie hier nicht erwünscht.
23:11
Haben SIe irgendeinen Verfolgungswahn?
Wo nimmt denn die WAZ Herrn Greulich "aufs Korn"?
Ich kann in dem ganzen Artikel keine einzige negative Äußerung über Herrn Greulich lesen.
Es sei denn, Sie würden die Bezeichnung "Sauerland-Freund" als negativ ansehen.
Das wäre aber, wenn Sie pro Sauerland sind, nicht ganz logisch.
Der Zusatz Sauerlandfreund Greulich ist genauso unnötig, wie Bohnen-im-Speckmantel-Liebhaber dummberger. Ob jemand Freund oder Feind von etwas ist, sollte doch untinteressant sein. Wird das jetzt der neue Zusatz im Personalausweis für Duisburger: Sauerland-Freund oder -Feind mit verbundener Passkontrolle im Rathaus? DU kommst hier net rein!
Wenn es um Bohnen-im-Speckmantel geht, ist der Hinweis "Bohnen-im-Speckmantel-Liebhaber" absolut angebracht.
Und wenn es um die kommissarische Nachfolge von Herrn Sauerland geht, ist der Hinweis auf einen "Sauerland-Freund" absolut legitim.
Wahrscheinlich darf die WAZ denmnächst nicht mal mehr über Skifahren im Sauerland berichten, ohne dass hier jemand eine weitere Attacke auf den Ex-OB wittert.
Langsam wirds lächerlich.
19:04
http://www.youtube.com/watch?v=83SerWtBM9Y
18:37
Herr Greulich könnte die Lichtgestallt sein,die dieser Ralf Jäger sucht.
18:26
wieso freund
in der politik gibt es keine freunde
gegner,feinde oder abhaengikeitsverhaeltnisse
wozu diese " FREUNDSCHAFT " wohl zaehlt ??????
mal aeltere artikel lesen!
14:24
Warum wundert es mich nicht, dass die einseitige WAZ Berichterstattung contra Sauerland jetzt auch noch den“Sauerlandfreund“ Greulich „aufs Korn“ nimmt. Es wundert mich genausowenig, wieso die WAZ, im Gegensatz zu WZ und RP keine Silbe über das neue (bewußt verspätet bekanntgemachtes) Gutachten von dem britischen Panik-Experten Keith erwähnt und ausspart, indem der Polizei (verantwortlich im Übrigen SPD IM Jäger) und dem Veranstalter die Verantwortung zugeordnet werden. Stattdessen darf der IM in einem großen Artikel über den gewünschten OB gemeinsam mit O. Schmeer philosophieren.
Es ist mir im Übrigen neu, dass der IM die OB-Kandidaten auswählt.
Tatsachen und Fakten sind bei der Berichterstattung wohl er hinderlich, George Orwell lässt grüßen.
Ich hätte es wieder einmal nicht besser formulieren können.
Sie sind leider so uninformiert, dass Sie noch nicht einmal den Namen des Gutachters schreiben können. Keith ist sein Vorname und Still sein Nachname.
Wenn Sie die RP gründlich gelesen haben, hätten Sie feststellen müssen, wie der zeitliche Ablauf war und den falschen Vorwurf der bewussten Verzögerung der Bekanntgabe des Gutachten sparen können.
Wenn Sie weiterhin sich auch noch ausserhalb der RP informieren, die nicht gern Negatives zur Verwaltungsspitze schreibt, werden Sie dort erfahren, dass das Gutachten bestätigt, dass die grottenschlechte Planung und Genehmigung sowie das Nichtkontrollieren durch die Stadt ursächlich für die Katastrophe waren. Das wiederum hört sich nun gar nicht gut an. Deshalb ist es sogar positiv, dass es erst jetzt kam, sonst wären noch mehr Bürger zur Abwahl gegangen.
13:27
zu # 18
sorry ,gehört natürlich zu Beitrag # 17
13:08
zu # 7
O nein,das ist nicht lächerlich.....
Davon darf man ausgehen,dass ein erfahrener Journalist seine Worte bzw.seine Schlagzeile sorgsam wählt und natürlich weiß,was er damit auslöst.
Nach Sauerland wird/ist jetzt eine neue Front eröffnet.