Satudarah-Chefs stehen ab Mitte Januar in Duisburg vor Gericht

Während des Prozesses gegen die beiden ehemaligen Satudarah-Chefs wird es sicherlich ähnliche Sicherheitsvorkehrungen geben wie damals beim Mordprozess gegen einen Bandido-Rocker (Archivbild) in Duisburg.
Während des Prozesses gegen die beiden ehemaligen Satudarah-Chefs wird es sicherlich ähnliche Sicherheitsvorkehrungen geben wie damals beim Mordprozess gegen einen Bandido-Rocker (Archivbild) in Duisburg.
Foto: Stephan Eickershoff
Was wir bereits wissen
Wegen eines Sprengstoffsanschlags, Drogen- und Waffenhandel und weiterer Vorwürfe verhandelt das Duisburger Landgericht ab 17. Januar 2014 gegen die beiden ehemaligen Satudarah-Chefs Ali Osman und Baris T. Beide sitzen seit einer Razzia im April in Untersuchungshaft. Bei dem Verfahren gibt es strenge Sicherheitsmaßnahmen.

Duisburg.. Seit fast acht Monaten sitzen Yildiray K., besser bekannt unter seinem Namen "Ali Osman" und Baris T. in Untersuchungshaft und warten auf den Start ihres Prozesses. Dieser wird am 17. Januar unter großen Sicherheitsvorkehrungen am Duisburger Landgericht beginnen. Angeklagt sind die beiden Granden des MC Satudarah in Duisburg wegen eines Sprengstoffanschlags, Drogenhandel, Waffenhandel und weiteren Vorwürfen.

Bis zu ihrer Verhaftung während einer Razzia wegen der illegalen Aktivitäten des aus den Niederlanden stammenden Rockerclubs, galten die beiden Duisburger als Präsident und Vize des MC Satudarah. Dem 37 Jahre alten "Ali Osman" wirft die Staatsanwaltschaft unter anderem die Beteiligung am Drogen- und Waffenhandel sowie die Anstiftung zu zwei Anschlägen vor. Für den Prozess sind zunächst vier Verhandlungstage vorgesehen, teilte der Sprecher des Duisburger Landgerichts am Freitagvormittag mit.

Diese Straftaten wirft der Staat den Satudarah-Angeklagten vor

Am 19. August 2012 sollen Ali Osman und Baris T. um kurz vor Mitternacht einen Dritten zu einem Sprengstoff-Anschlag in Rheinhausen angestiftet und ihm eine Handgranate übergeben haben. Diese explodierte dann kurze Zeit später am Vereinsheim des verfeindeten Rockerclubs Hells Angels am Borgschenweg. Menschen hielten sich in dem sowieso meiste Zeit ungenutzen Treff nicht auf, aber das Gebäude wurde beschädigt.

Einen anderen Beteiligten sollen die beiden Satudarah-Chefs zu einem Anschlag auf einen Kiosk im Duisburger Norden angestiftet haben. Mit einer Maschinenpistole, die die beiden dem Mann übergaben, soll er dann am 18. Februar 2013 nachts 13 Schüsse auf den Kiosk an der Friedrich-Ebert-Straße abgegeben haben. Auch ein benachbarter Friseursalon wurde getroffen, auch hier gab es glücklicherweise nur Sachschaden.

Weitaus schwerer wiegen die Vorwürfe wegen Drogen- und Waffenhandels, die die Staatsanwaltschaft den beiden Anegklagten vorwerfen.

Satudarah Gemeinsam mit anderen sollen sie zwischen Mai 2012 und April 2013 illegal an der Einfuhr, dem Handel mit und dem Besitz von Waffen und Kriegswaffen sowie etwa 21 Kilo Marihuana und mehr als 800 Gramm Kokain beteiligt gewesen sein.

Ein Drogenkurier, den Ali Osman und Baris T. eingesetzt haben sollen, wurde bereits rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Jahren verurteilt. (mawo)