Ruhrbischof Overbeck zu Gast in Duisburg - Prozession für Presse und Publikum
03.01.2012 | 18:51 Uhr 2012-01-03T18:51:00+0100
Duisburg. Ruhrbischof Overbeck besuchte auf einem Fußmarsch die Gemeinden St. Peter, St. Barbara, St. Hildegard und St. Norbert und informierte sich zu geplanten Kirchenschließungen - schlussendlich eine pastorale Schau-Prozession für Presse und Publikum. Im Januar soll über die Standorte entschieden werden.
Auf einem steinernen Säulensockel tief unter der erhabenen, neugotischen Bogendecke der Marxloher St.-Peter-Kirche hat jemand einen silbernen Mädchenhaarreif abgelegt, der wohl zur Weihnachtszeit in der Kirche verloren wurde. Während Bischof Franz-Josef Overbeck gemeinsam mit einem etwa 60-köpfigen Tross aus Bistums- und Gemeinderatsvertretern, katholischen Laien und zahlreichen Fernseh-, Radio- und Zeitungsjournalisten vor der Weihnachtskrippe betend verweilt, wirkt das aufmerksam ,aufgebahrte’ glitzernde Haarband fast wie ein Symbol.
Dafür, wie an diesem Ort in Marxloh Menschen seit (exakt) 100 Jahren aufeinander und den geweihten Ort Acht geben. Von St. Peter aus wird der Bischof an diesem Dienstag einen Spaziergang unternehmen – zu St. Barbara und St. Hildegard.
Rund 29.000 Katholiken wären betroffen
Anschließend besucht er Herz-Jesu und St. Norbert, wo er mit Vertretern der Gemeinden sprechen wird. Hintergrund der anhaltenden Proteste ist der Bistumsplan, ab 2015 bis zu sieben von derzeit neun katholischen Kirchen der Pfarreien St. Johann und St. Norbert zu schließen. Rund 29.000 Katholiken wären betroffen.
Den Spaziergang zu Jahresbeginn hatte der Bischof Anfang November vergangenen Jahres Gemeindemitgliedern von St. Norbert (Obermarxloh ) und St. Barbara (Röttgersbach ) versprochen, als sie lautstark vor seinem Dienstsitz in Essen-Werden protestierten.
Dass der besinnliche Spaziergang unter katholischen Glaubensbrüdern und -schwestern sich zu einer pastoralen Schau-Prozession für Presse und Publikum auswachsen würde, konnte noch vor Wochenfrist keiner ahnen.
Muhammed Al, Vorstand des Ditib-Moscheevereins, der überregional Schlagzeilen machte als moralischer Unterstützer der Katholiken im Norden, nahm am öffentlichen Spaziergang mit dem Bischof nicht teil. Zur Enttäuschung zahlreicher angereister Boulevardjournalisten. Er beließ es dabei, den Sendern RTL und SAT1 in der St.Peter-Kirche vor dem Bischofsbesuch Interviews zu geben.
Muslime nehmen nicht an Spaziergang teil
Drei Kamerateams verfolgen den Bischof auf seinem Weg die Warbruckstraße hinab. Die Fernsehleute sind gekommen wegen der Muslime, die sich im Duisburger Norden für den Erhalt katholischer Kirchen einsetzen . Allerdings nimmt an diesem öffentlichen Spaziergang am Dienstag kein Muslim teil.
Muhammed Al, Vorstand des Ditib -Moscheevereins, der überregional Schlagzeilen machte als moralischer Unterstützer der Katholiken im Norden, nahm am öffentlichen Spaziergang mit dem Bischof nicht teil. Zur Enttäuschung zahlreicher angereister Boulevardjournalisten. Er beließ es dabei, den Sendern RTL und SAT1 in der St.Peter-Kirche vor dem Bischofsbesuch Interviews zu geben.
Der Bischof trägt dies und den riesigen Medienauflauf mit Fassung und westfälischer Gelassenheit.
Gespräch mit katholischen Bürgern
Auf dem Weg zum Röttgersbach sucht Overbeck das Gespräch mit den vielen katholischen Bürgern, die ihn begleiten, die seinen Weg säumen. Die dürfen heute nicht zu kurz kommen, wegen dieser Menschen ist er heute hier.
Menschen wie Angelika Hoffmann, Alexandra Brans und Stefanie Vukancic, die seit Monaten ihre Freizeit opfern, um für den Erhalt ihre Kirche zu streiten, für den Erhalt der Kindergartenplätze und den Erhalt der geistigen Heimat, die St. Barbara für sie bedeutet. Ob diese geistige Heimat erhalten bleibt – das war eigentlich schon vorher absehbar – ist auch nach dem Bischofsbesuch weiter fraglich. Eine Entscheidung kündigte Overbeck für den 20. Januar an.

17:44
Dieser Mensch ist kein CHRIST.
12:30
Es ist ein kirchliches Theaterspiel mit mehreren (wechselnden) Darstellern-verwunderlich, dass ein Hauptdarsteller, der von Anfang das Spiel der "kirchlichen Kernsanierung" (mit)verantwortet hat, sich zurückhält-nämlich der Herr Generalvikar ("alter ego" des jeweiligen Bischofs). Er betreibt weiterhin den Umbau des Bistums von unten nach oben: Das Generalvikariat und weitere Zentralbauten sind saniert und personell wieder "voll" besetzt. Den "Laien" - als Beter und Spender gerne gewollt - wird weiterhin etwas vorgespielt.
11:42
Als wenn es Herrn Overbeck um die Sache als solches ginge! Das hat er doch schon mit seinem: "verbindlichen Vorschlag" (anderswo heißt so etwas:http://www.projektmagazin.de/glossarterm/par-ordre-du-mufti) erledigt!
Längst haben sich die ehemaligen Hirten der Gemeindemitglieder zu Hirten der Kirchenkonten verwandelt. Würden wir hier in Deutschland endlich die Trennung von Staat und Kirche vollziehen und die verbindliche Kirchensteuer abschaffen, müssten die Kirchenoberen endlich wieder was für ihre Gemeinden tuen, sonst wären sie ganz schnell pleite!
11:39
Es ist schon merkwürdig, dass bei der Berichterstattung ausschließlich von Katholiken gesprochen wird und nicht von Christen. Wenn die Autorin des Artikels im gleichen Maße von Sunniten und nicht von Muslimen schreiben würde, könnte man diesen Bezug verstehen.
Aber wieso taucht im Artikel mit keinem Wort die Bezeichnung Christen auf?
Schämt man sich dafür oder hat es einen bestimmten Grund?
Für die Christen in Marxloh und anderswo in Duisburg sind diese Kirchen Schließungen, nicht nur ein Alarmsignal, sie sind auch der Beweis dafür, dass ihre Interessen schon lange nicht mehr ernsthaft wahrgenommen werden.
10:11
Es geht nicht an, nur weil zur Zeit die Finanzierung etwas schwierig ist, eine Kirche zu schließen.
10:10
Gott, ist das peinlich!
08:27
Ihm ist das doch mit der Kirche egal. Er will das ganze für sich nur pressewirksam nutzen.
Soviel zur Unterstützung der Muslime.
06:24
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