Rückkehr der Unbeschwertheit

Duisburg feiert den Aufstieg des MSV und die Mannschaft steht dort, wo sie hingehört: auf dem Rathaus-Balkon. Wo sonst, wird sich mancher fragen. Schließlich gilt im Fußball das ungeschriebene Gesetz, dass eine Stadt einem Erfolgsteam mit einem solchen Empfang die Ehre erweist. Allerdings war genau das in Duisburg zeitweise keine Selbstverständlichkeit.

Man muss nur vier Jahre zurückblicken: Der MSV stand vor dem größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte, hätte mit dem DFB-Pokal aus Berlin zurückkommen können — und hätte den Pott eben nicht auf dem Rathaus-Balkon vor den Fans in die Höhe recken dürfen. Ausgeschlossen war das damals, im Rathaus ging die Angst um. Eine Massenveranstaltung auf dem Burgplatz? Auf keinen Fall! Völlig unkontrollierbar sei so ein Spektakel. Selbst der Sonderzug mit der Mannschaft sollte nicht in Duisburg halten, sondern in der Nachbarstadt. Traumatisiert von der Loveparade-Katastrophe musste die Stadt das Goldene Buch sogar in die Arena schleppen.

Und heute: Den OB musste man gar nicht erst bitten. Die Frage, wo die Aufstiegshelden gefeiert werden sollen, sie stellte sich erst gar nicht. Das ist ein kleines, aber dennoch ein wunderbares Zeichen für die zurückgewonnene Unbeschwertheit und Souveränität, die man im Rathaus inzwischen wieder an den Tag legt.