Rotarierer aus Duisburg zeichnen junge Zuwanderer aus

Die Duisburger Rotarier und  Oberbürgermeister Sören Link zeichneten fünf junge Zuwanderer für ihre besonderen Leistungen aus.Von links: Mohamed Al Mojarkesh, Daniel Popyen Ilunga, Elisabetha Gold, Antonio Negulescu und Ersi Banaj.
Die Duisburger Rotarier und Oberbürgermeister Sören Link zeichneten fünf junge Zuwanderer für ihre besonderen Leistungen aus.Von links: Mohamed Al Mojarkesh, Daniel Popyen Ilunga, Elisabetha Gold, Antonio Negulescu und Ersi Banaj.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Junge Zuwanderer haben nicht nur Defizite, sondern bereichern die Stadt mit ihren Talenten und Begabungen. Das betonen die Rotarier mit ihrem Projekt „Rotary macht Schule“.

Duisburg.. Über Kosten, die Zuwanderung verursacht, Probleme die Integration mit sich bringt und Defizite, die es auszugleichen gilt, wird eifrig diskutiert. Von den Talente, mit der Menschen die Stadt bereichern, die Chancen und Perspektiven, die sie ihr eröffnen, ist selten die Rede. Die drei Duisburger Rotary-Clubs richten mit ihrem Projekt „Rotary macht Schule“ den Fokus auf diese positive Seite der Zuwanderung. Zum zweiten Mal zeichneten sie fünf besonders talentierte jugendliche Zuwanderer aus – die zwei Mädchen und drei Jungen wurden von ihren Lehrern vorgeschlagen.

Empfang im Mercator-Zimmer

„Die Geschichten haben uns beeindruckt“, sagt Wolfgang Krause, der Gemeindedienst-Beauftragte der Rotarier. Wie die von Ersi Banai: Im Herbst 2013 kam die heute 13-Jährige aus Athen nach Duisburg, lernte Deutsch binnen kürzester Zeit. Gerade anderthalb Jahre später gehört die Albanerin zu den besten Schülerinnen ihrer Klasse an der GlobusGesamtschule, wo sie sich als Lesepatin für jüngere Mitschüler engagiert.

Die Flucht vor Bürgerkrieg in seiner syrischen Heimat hat Mohamed Al Mojarkesh 2012 nach Duisburg verschlagen. Schnell hat es der 17-Jährige in eine Regelklasse der Lise-Meitner-Gesamtschule geschafft. Als Tänzer hat er bei den jüngsten „Akzenten“ mitgemacht – deren Thema „Heimat“ hatte für ihn eine besondere Bedeutung.

„Wir hören auf zu jammern und nehmen die Herausforderung an“

Ebenfalls 2012 kam Antonio Negulescu aus Rumänien nach Duisburg. An der Aletta-Haniel-Gesamtschule in Ruhrort hat sich der 18-Jährige schnell eingefunden, ist tragendes Mitglied der Schülerband. „Es ist eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten“, lobt sein Lehrer Norbert Sterken den technik-begeisterten Schüler, der sein Ziel klar vor Augen hat: „Ich möchte Ingenieur werden.“

Besondere sprachliche und musische Begabungen zeichnen Lisa Gold und Daniel Popyen Ilunga (beide 17) aus. Aus Israel stammt Lisa, die selbst Gymnastik und Tanz unterrichtet. „Ich sehe meine Zukunft in Deutschland“, sagt sie. Daniel, als Solosänger beim Akzente-Projekt „Auf meinen Wegen...“ engagiert, besucht bereits eine Regelklasse, obwohl er erst seit dem vergangenen Oktober in Duisburg lebt.

Das Mercator-Zimmer sei bewusst gewählt für den Empfang, sagte OB Sören Link. Schon der Universal-Gelehrte sei als Zuwanderer in die Stadt gekommen. „Seither hat Duisburg von und mit der Zuwanderung gut gelebt.“

„Wir hören auf zu jammern und nehmen die Herausforderung an“, versprach Wolfgang Krause. Die Unternehmer unter den Rotariern forderte er auf, die Talente und Begabungen der jungen Menschen zu nutzen: „Sie sind der Nachwuchs, der uns fehlt.“