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Rosenmontagszug-Absage - Duisburger Jecken feiern trotzdem

08.02.2016 | 19:22 Uhr
Rosenmontagszug-Absage - Duisburger Jecken feiern trotzdem
Spontanauftritt: Die Duisburger Kapelle „Ruhrpott Guggis“ nutzte am Nachmittag des Rosenmontag einen der vielen Schönwetter-Abschnitte, um auf der Treppe des Stadttheaters am Opernplatz ein kleines Konzert zu geben.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Nach dem abgesagten Rosenmontagszug in der Innenstadt diskutiert Duisburgs Jecken-Gemeinde nun über eine Ersatz-Lösung.

Der Wettergott hielt die Karnevalisten zum Narren: Ein Sturmtief samt Starkregenfront war für den gestrigen Nachmittag angekündigt. Was zunächst ankam, waren einige Schauer und Windböen, aber auch ganz viel Sonnenschein und blauer Himmel. Das große Unwetter, es fiel aus. Viel intensiver als übers Wetter diskutierte Duisburgs jecke Gemeinde aber gestern darüber, ob der ausgefallene Rosenmontagszug (wir berichteten) nun nachgeholt werden soll oder nicht. Eine klare Tendenz für eine Neuansetzung war noch nicht zu erkennen.

„Wir wollen die Sache jetzt erst einmal zwei oder drei Tage sacken lassen und danach in Ruhe diskutieren“, sagte Michael Jansen, Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval (HDK). Im Augenblick seien alle emotional noch zu sehr aufgeladen. Eine Entscheidung solle aber möglichst zeitnah fallen. „Wir werden uns noch einmal mit unseren Karnevalskollegen aus jenen Nachbarstädten austauschen, in denen der Zug auch abgesagt wurde“, so Jansen. Zudem wolle er auch nochmals mit Vertretern der Stadt Duisburg sprechen.

Karnevalsprinz musste auf den Höhepunkt seiner Regentschaft verzichten

„Ich bin da etwas gespalten: Zug ist Zug. Aber ein Nachholtermin wäre nicht dasselbe wie der Rosenmontag“, sagte Karnevalsprinz Michael I., der gestern mit einer großen Portion Wehmut auf den geplanten Höhepunkt seiner Regentschaft verzichten musste.

Eine ähnliche Haltung vertrat Kinderprinz Nico II.: „Nachholen wäre okay. Aber es wäre nicht mehr so spannend wie am Rosenmontag. Ich war sehr traurig, als ich am Sonntagabend erfahren habe, dass der Zug ausfallen wird.“

Zugleiter Thomas Erlacher musste noch am Sonntagabend eine lange Telefonliste abarbeiten, um alle Zugteilnehmer über die Ausfall-Entscheidung zu informieren. „Wir sind durchweg auf Verständnis gestoßen“, erzählt Erlacher, der mit seinem Team über Monate viele hundert Stunden in die Vorbereitung des Zuges gesteckt hatte.

Eine Idee: Ersatz-Zug im Rahmen des Hafenfestes

Sollte es einen Ersatz-Zug geben, hält Erlacher den Zeitraum Mai/Juni für den geeigneten Nachholtermin. „Wir würden dann aber keinesfalls in Konkurrenz zum Hafenfest treten wollen“, so Erlacher. Vielleicht könnte der Zug ja ins Veranstaltungsprogramm zum 300-jährigen Bestehen des Hafens eingebaut werden. Aber auch das, versichert der Zugleiter, sei bislang nur ein Gedankenspiel.

Das närrische Heerlage im Hotel Duisburger Hof wurde vorverlegt. Dort vergnügten sich hunderte Jecken als Ersatz für den ausgefallenen Rosenmontags-Zug. Foto: Stephan Eickershoff

Und was geschieht nun mit den Kamelle, die beim Zug eigentlich tonnenweise mit vollen Händen unters Narrenvolk gebracht werden sollten? „Die werden wir für wohltätige Zwecke nutzen und großzügig anderweitig verteilen“, versprach Erlacher. Für den HDK als Veranstalter hat der Zugausfall auch noch ein finanzielles Nachspiel. „Im schlimmsten Fall bleiben wir auf einigen Zehntausend Euro Kosten sitzen. Das müssten wir dann aus unserer Kriegskasse stemmen“, sagt HDK-Präsident Michael Jansen. Und was hält er von einem Nachholzug? „Das wäre ein Verstoß gegen unser Brauchtum, aber vielleicht wäre ja ein Zug in anderer Form möglich.“ Wie gesagt: alles nur Gedankenspiele.

Polizei halbierte ihr Aufgebot

Auch die Polizei reagierte auf den Zugausfall: Statt der 500 Beamten, die das Narrentreffen absichern sollten, war nur knapp die Hälfte davon im Einsatz. So wurden die Kräfte der Hundertschaft abgezogen, auch die Anwärter der Ausbildungsjahrgänge 2013 und 2014, die eigentlich mithelfen sollten, brauchten nicht einzugreifen. Polizeisprecher Ramon van der Maat betonte, dass trotz des Zugausfalls verstärkt Alkoholkontrollen im Straßenverkehr durchgeführt werden. Jecken sollten nach Alkoholgenuss mit Bus, Bahn oder Taxi heimfahren.

Thomas Richter

Kommentare
08.02.2016
20:49
Rosenmontagszug-Absage - Duisburger Jecken feiern trotzdem
von Duisburger67 | #1

Zitat Michael Jansen:
„Im Mai Karneval zu feiern, das verstößt gegen närrisches...
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Rosenmontagszug-Absage - Duisburger Jecken feiern trotzdem
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2016-02-08 19:22
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