Rollerfahrer lieferte sich wilde Jagd mit der Polizei

Was wir bereits wissen
31-Jähriger hatte keinen Führerschein, das Zweirad war gestohlen. Dafür gab es am Montag vor Gericht 19 Monate Haft

Duisburg..  Den Beweis, dass man auch mit einem Kleinkraftrad Amok fahren kann, trat am 13. Oktober 2014 ein 31-jähriger Pole aus Hamborn an. Er lieferte sich mit der Polizei eine halsbrecherische Verfolgungsfahrt und hätte in Wanheimerort beinahe einen Zeugen mit seiner fünfjährigen Tochter überfahren. Die deutliche Quittung dafür gab es gestern vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz.

Die Polizei hatte den Mann, der mit einem Roller mit niederländischem Kennzeichen unterwegs gewesen war, zwecks Überprüfung anhalten wollen. Doch zur Verwunderung der Beamten gab der Mann Gas. Wie ein Wahnsinniger kurvte er durch Wanheimerort, den Streifenwagen mit Blaulicht und Martinshorn blieb ihm auf den Fersen.

Um die Verfolger abzuschütteln, bretterte der 31-Jährige zuletzt über den Vorplatz der Gemeinschaftshauptschule an der Hitzestraße. Beinahe hätte er dabei einen Zeugen mit seiner fünfjährigen Tochter überfahren. Im letzten Moment konnte der Mann sich und das Kind durch einen Sprung zur Seite retten. Nach der Festnahme des Amokfahrers stellte sich heraus, dass der 31-Jährige keine Fahrerlaubnis hatte und der Motorroller drei Wochen zuvor gestohlen worden war.

Vor Gericht gab der Angeklagte gestern fadenscheinige Erklärungen ab. Er habe das Fahrzeug für kleines Geld gekauft, behauptete er. Weil das Kleinkraftrad nur angezahlt gewesen wäre, habe er noch keine Papiere besessen. Vor der Polizei sei er nur geflüchtet, weil er keinen Führerschein habe und Angst hatte, erneut mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Das Schöffengericht glaubte dem Angeklagten diese Version schlicht nicht. „Wir sind überzeugt davon, dass er selbst das Fahrzeug gestohlen hat“, so die Vorsitzende. Aus Angst vor der Entdeckung des Diebstahls, des noch nicht einmal besonders wertvollen Rollers, habe der Angeklagte das Leben anderer Menschen gefährdet.

Wegen Diebstahls, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilte das Gericht den 31-Jährigen am Ende zu 19 Monaten Gefängnis. Mit Blick auf die hohe Gefährlichkeit der Tat und auf das Vorstrafenregister des Angeklagten vermochten die Richter die vom Gesetz geforderten besonderen Umstände, die eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung erlaubt hätten, nicht zu erkennen.