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Rolf Karling will intensive Aufklärung des Loveparade-Dramas

07.06.2012 | 09:00 Uhr
Rolf Karling will intensive Aufklärung des Loveparade-Dramas
Rolf Karling vor dem Unglücksort, an dem bei der Loveparade 21 Menschen ums Leben kamen.

Duisburg.   Der parteilose Journalist Rolf Karling kandidiert für das Amt des Oberbürgermeisters. Zum einen sieht er sich als einen Kandidaten für die ärmeren Menschen der Stadt. Zum anderen legt er höchste Priorität auf eine möglichst intensive Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe.

Wer ist Rolf Karling?

Rolf Karling, parteilos, wurde 1961 in Koblenz geboren, zog mit den Eltern zunächst in den Schwarzwald, absolvierte die Wirtschaftsschule und lernte Industrie-Kaufmann. Eine Zeitlang lebte er in München, arbeite als Journalist, Radio-Moderator bei Radio M1, „ein Piratensender, der von Südtirol aus bis nach München sendete. Ich lag auch schon früher gerne im Clinch mit der Obrigkeit“.

Später habe er als freier Kameramann gearbeitet. Seit 1987 hat er seinen ersten Wohnsitz in Duisburg, sein Arbeitsschwerpunkt sei jedoch Amsterdam gewesen. „Fünf Jahre habe ich als Kriegsberichterstatter auf dem Balkan gearbeitet. Ich war in Zebrenica dabei. Wir wussten alle, dass wir die Menschen aus dem Lager nie lebend wiedersehen würden. Das war mein letzter Arbeitstag.“

Neuanfang nach der Loveparade
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Zurück in den Niederlanden habe er sich zwei Jahre lang mehr oder weniger eingeschlossen und eine Therapie gemacht, um das Gesehene zu verarbeiten. Gleichzeitig habe er begonnen, sich um drogenkranke Menschen auf der Straße zu kümmern. Als sein Vater 2000 zum Pflegefall wurde, zog er zurück nach Duisburg. Hier gründete er später den Verein „Bürger für Bürger“. Mit der „Ketchup-Attacke“ auf Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland bei dessen ersten öffentlichen Auftritt nach der selbst verordneten Öffentlichkeitspause nach der Loveparade schrieb Karling Stadtgeschichte mit weltweitem Echo.

Warum kandidiert er?

„Weil es nicht gelungen ist, einen gemeinsamen Oberbürgermeister-Kandidaten zu finden. Außerdem brauchen auch die ärmeren Menschen in Duisburg einen Kandidaten.“ Und weil ihn die Loveparade-Katastrophe nicht los lasse. „Die Unglücksstätte muss zur permanenten Gedenkstätte werden. Ohne Wenn und Aber.“

Was will er?

„Ich will eine lückenlose Aufklärung darüber, wie es zur Katastrophe kommen konnte. Sonst wird es keinen echten Neuanfang in Duisburg geben. Sämtliche Dokumente der Stadt sollten zusammengetragen und drei Berufsgruppen zugänglich gemacht werden: Journalisten, Historikern und Wissenschaftlern wie Prof. Schreckenberger.“ Das würden schmerzhafte Monate werden, denn: „Ich glaube, man wusste von erheblichen Problemen, die bei der Loveparade entstehen würden. Und es würde mich nicht wundern, wenn es am Ende heißen sollte: ,Tote wurden billigend in Kauf genommen.“ Diese Aufklärungsarbeit sei für ihn „das Wichtigste überhaupt“.

Wenn ich OB wäre...

„...würde ich als erste Amtshandlung an dem Unglücksort einen Kranz niederlegen. Ich würde einen ständigen Beauftragten ,Loveparade’ ins Oberbürgermeisteramt berufen, der die Hilfe für die Hinterbliebenen und die Opfer koordiniert und alles zum Thema Loveparade abarbeitet, was sich bislang angehäuft hat.“

Beim Thema Finanzen, so Karling, würde er zunächst einmal die Sinnhaftigkeit aller Tochterunternehmen der Stadt überprüfen lassen und sie nötigenfalls in die Verwaltung zurückführen: „Ich glaube, dass da viel Geld steckt und so mancher versorgt wurde.“

Soziale Einrichtungen würden bei ihm unangetastet bleiben, leere städtische Gebäude für kleines Geld an Kulturschaffende und Vereine vermietet. Um die Oper zu erhalten, plädiert Karling für höhere Eintrittspreise. Aber: „Wenn ich vor der Wahl stehe, entweder die Oper zu erhalten oder Dinge, die für den ,Kleinen Mann’ wichtig sind, dann entscheide ich für den ,Kleinen Mann’.“

Alfons Winterseel



Kommentare
18.04.2013
18:53
Rolf Karling will intensive Aufklärung des Loveparade-Dramas
von babilon | #29

Das Loveparadedrama ist doch durch die Pöbel- Schuldsprechung des Herrn Sauerland
erledigt,oder sollte sich Herr Karling geirrt haben?

10.06.2012
20:53
Rolf Karling will intensive Aufklärung des Loveparade-Dramas
von Joe_Shortbone | #28

mal schauen wie er mit einer Ketchup-Attacke gegen sich selbst umgeht....

09.06.2012
09:40
"Tote billigend in Kauf genommen"
von denkstewohl | #27

Immer wieder possierlich, wie Halbgescheite mit jur. Fachbegriffen um sich werfen, die sie nicht im Ansatz verstanden haben. Und wieder mal bin ich beruhigt, dass Recht ausschließlich vor Gericht gesprochen wird - nicht auf der Straße oder im Kommentarbereich einer Tageszeitung.
Es wird in der Anklage um bewusste Fahrlässigkeit, vielleicht Eventualvorsatz gehen - um nichts anderes.
Wer behauptet, man habe trotz Warnungen absichtlich Tote riskiert muss sich fragen lassen, warum er selbst nicht was dagegen getan hat - vor der Veranstaltung.
Nachher klug daherschwätzen und Vorwürfe machen kann jeder Depp, da muss er sich wenigstens nicht mit den eigenen Versäumnissen auseinandersetzen.

2 Antworten
#27 denkstewohl
von taosnm | #27-1

Ausser den Verantwortlichen konnte niemand diese Veranstaltung verhindern. Vorher gab es sehr wohl Warnungen und Mahnungen, die jedoch nicht ernstgenommen wurden. Und die Art und Weise, wie diese Veranstaltung geplant wurden, übersteigt ohnehin jedes Mass menschlicher Phantasie, weil man sich weder vorstellen kann noch will, dass so verantwortungslos gehandelt wird.

Dass juristische Fachbegriffe und ihre Inhalte wenig gemein haben mit - oft sehr gesundem - normalen Menschenverstand, ist kein Geheimnis. Arbeiten Sie an Ihrem Toleranzvermögen, dann müssen Sie dafür niemanden mehr angreifen.

Toleranz?
von denkstewohl | #27-2

Jedes Planungsverfahren kann von irgendwelchen Interessengruppen mit fadenscheinigen Begründungen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufgeschoben oder verhindert werden.

Wo sind die Strafanzeigen VOR der Veranstaltung, wenn doch die Tötungsabsicht so offenkundig gewesen sein soll? Die Vehemenz der Verfolgung Sauerlands hätte ich mir VORHER gewünscht, nachher wussten wirs alle besser.

Ich habe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass irgendwer das Spektakel ernsthaft verhindern wollte. Alles deutet viel mehr darauf hin, dass viele Teilnehmer sehenden Auges in eine potentielle Gefahrensituation hineingrannt sind und ebenfalls gedacht haben: wird schon gut gehen!

09.06.2012
09:01
Rolf Karling-wieder mal vollkommen daneben
von mibo | #26

Hiermit endet meine Auseinandersetzung mit einem Menschen, den ich einfach in keiner Hinsicht Ernst nehmen kann: in seiner Antwort auf meinen Kommentar behauptet er nun, ich sei obrigkeitshörig, oberflächlich, nehme auch "Tote billigend in Kauf" und deshalb würden sich meine Eltern mit Grausen von mir abwenden. Also wieder nur übelste Diffamierungen, noch dazu gegenüber jemanden, den er gar nicht kennt! Ich bin mal gespannt, wie er nächste Woche die restlichen Kandidaten noch beleidigen wird. Bei ihm geht es ausschließlich um Rolf Karling: Ein Egomane ohne jedes Verständnis seiner Umwelt und mit einem erheblichen Dachschaden!

09.06.2012
08:50
Arbeitsloser und vorbestrafter Selbstdarsteller will Oberbürgermeister werden
von JuergenRohn | #25

Dass die Toten der Loveparade vor OB Kandidat Karlings Wahlkampfkarren gespannt werden, ekelt mich an.

09.06.2012
02:19
Rolf Karling will intensive Aufklärung des Loveparade-Dramas
von jandoedel | #24

es geht nicht um karling! holt euch das foto des eike mogendorf auf den bildschirm, klickt auf den link seines vaters in facebook und hört einfach nur der stimme zu, dann wisst ihr worum es geht,vorausgesetzt ihr habt gehirn! es ist so schön noch einmal seine stimme zu hören!;- diese junge stimme ist durch unsere duisburger überheblichkeit verstummt, darum geht es!!

08.06.2012
15:48
Loveparade-Dramas
von Rakllo | #23

alle wollen was vom kuchen abhaben,jetzt will jeder bürgermeister werden,auf kosten der OPFER

1 Antwort
#23 Rakllo
von taosnm | #23-1

Schlimm für Sie, dass Sie nichts verstanden haben. Karling hat natürlich keine Chancen und kann auch nicht OB werden. Doch ist er der einzige, der den Finger in die immer noch offene Wunde legt, und diese Wunde wird erst dann heilen, wenn sie aufgearbeitet ist. Diese Aufarbeitung hat in keiner Weise stattgefunden. Alle Parteien haben elend versagt. Sie haben ihre Pflicht getan, indem sie sich mehr oder wenig anständig entschuldigt haben, und das war es, doch das reicht nicht. Für tote junge Menschen kann man sich nicht entschuldigen. Da braucht es viel mehr. Und viel mehr ist genau nicht passiert, weil alle Beteiligten Feiglinge sind und sich ihrer Verantwortung nicht stellen. Einer wurde gestellt, doch die Anderen ducken sich immer noch ab. Allein deshalb ist nicht einer der Kandidaten der Parteien wählbar.

08.06.2012
13:21
Unterste Schublade
von mibo | #22

Einige, die hier kommentieren, sind offensichtlich des gleichen Geistes wie ihr Kandidat: keine Ahnung von irgendetwas, das für eine Wahlentscheidung wichtig ist, dafür aber umso ausgiebiger diffamieren ("Schleimaal", "Tote billigend in Kauf genommen"...). Das ist unterste Schublade hinsichtlich Gesinnung und politischer Kultur! Die Armen und die sogenannten "kleinen Leute" brauchen tatsächlich eine stärkere Interessenvertretung in dieser Stadt, damit sie nicht auch noch dauerhaft abgehängt werden. Eine wie Sie haben sie aber nun wirklich nicht verdient. Meine Eltern, die kleine Leute waren, würden sich mit Grausen abwenden.

1 Antwort
Rolf Karling will intensive Aufklärung des Loveparade-Dramas
von jandoedel | #22-1

du hast deine eltern nie verstanden, denn man hat tote billigend in kauf genommen und das ist ok für dich, davor würden sich deine eltern mit grausen abwenden, ob deiner oberfläche, deiner obrigkeitshörigkeit!

08.06.2012
13:17
Rolf Karling will intensive Aufklärung des Loveparade-Dramas
von kikimurks | #21

Das traurige an der Kandidatur der vielen freien Kandidaten ist, dass sie damit das Spiel der SPD spielen. Die Stimmen, die einen Wechsel wollen verteilen sich auf viele Kandidaten und damit hat keiner eine Chance.

Für mich gibt es nur einen wirklich unabhängigen Kandidaten und das ist Rubinstein. Er war in die gesamten Geschehnisse um AS nicht verwickelt und ist damit auch für die wählbar die eher Sauerland Anhänger waren, ganz im Gegensatz zu Leuten wie Karling oder Wittsiepe. Er ist der einzige, der einen wirklichen Neuanfang repräsentieren und die Stadt wieder einigen könnte. Leider zerstören die weiteren unabhängigen Kandidaten seine, durchaus vorhanden gewesene, Chance.

08.06.2012
12:37
Rolf Karling will intensive Aufklärung des Loveparade-Dramas
von Harry.Hirsch | #20

Herr Karling,
Ich habe wahnsinnigen Respekt vor Ihrer Offenheit, was ihre Vergangenheit angeht. Damit so an die öffentlichkeit zu gehen ist nicht einfach. Es gibt ihnen aber Ecken und Kanten, ein Profil. Und das ist gut. Sehr gut. Ein Profil haben nämlich die Kandidaten der Etablierten Partein überhauptnicht. Doch, haben die wohl: Schleimaal!

Gut, machen sie weiter so. Wir könnten mal nen richtigen Punk im Rathaus gebrauchen, der auch was zu sagen hat.

Allerdings würde ich mir wünschen, sie hätten etwas mehr Impulskontrolle und würden es schaffen, in Konfliktsituationen nicht persönlich zu werden, sondern einfach nur bei der Sache. Dann wären sie absolut der richtige. Auch wenn sie keinerlei Ahnung vor Verwaltung haben (ich unterstelle das mal jetzt).
Das haben nämlich Benno, Sören und Adolf auch nicht!

Ich schwanke zwischen Ihnen und Wittsiepe!

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