Das aktuelle Wetter Duisburg 12°C
Stadtgeschichte

Römerspuren unterm Burgplatz

19.02.2013 | 12:00 Uhr
Römerspuren unterm Burgplatz
Die historische Stadtmauer (hier am Innenhafen) hatte wohl einen Wall als Vorläufer.Foto: Andreas Mangen

Duisburg. Ein unscheinbares Bruchstück bearbeiteten Steins, gefunden im Untergrund des Burgplatzes, ist eine Sensation. Denn es beweist: Duisburg ist älter als bisher angenommen, die Ursprünge der Stadt reichen bis in die Römerzeit.

Ausführlich nachlesen lässt sich die historische Spurensuchen in der neuen „Geschichte der Stadt Duisburg“, die Autor Dr. Joseph Milz gestern vorstellte. Darin findet sich ein Foto des Stückes einer Kalksteinsäule, möglicherweise ein Überrest eines um 150 nach Christus errichteten repräsentativen Gebäudes auf dem Burgberg, einem zehn Meter hohen Hügel in der sonst flachen Rheinuferlandschaft. Laut Milz wurde das römische Bauwerk um 700 oder 750 zerstört.

"Großen Schub neuer Erkenntnisse"

Als Ende des 9. Jahrhunderts die Wikinger Duisburg heimsuchten, muss der Ort schon eine gewisse Bedeutung gehabt haben, erläuterte Milz, der von 1971 bis 1996 Leiter des Stadtarchivs war. Um das Jahr 1000, also vor dem Bau der Stadtmauer um 1120, habe es einen Wall um die mittelalterliche Siedlung gegeben, dessen Verlauf aber noch nicht sicher zu belegen sei.

Auch die so folgenschwere Verlagerung des Rheins – weg von der bis dahin blühenden Handelsstadt – datiert Milz neu, nämlich etwa 200 Jahre früher und nicht um 1200 wie bisher. Diese neuen Terminierungen seien vor allem der Arbeit der Archäologen in den letzten Jahrzehnten zu verdanken, die einen „großen Schub neuer Erkenntnisse“ gebracht hätten, auch wenn man ihnen – wie beim Bau des Foster-Steigers am Schwanentor geschehen – manchmal nur einen Quadratmeter Platz für ihre Forschungen im historischen Untergrund der Stadt zugestanden hätte.

Etwa anderthalb Jahre hat Milz an dem 354 Seiten starken Werk zur Stadtgeschichte bis 1806 gearbeitet. Das letzte Buch zu dieser Periode erschien 1970, und der Forschungsstand zum frühen Duisburg hat sich in den mehr als vier Jahrzehnten seither geändert. Milz: „Es war super-notwendig, dass etwas passierte.“

Tabelle mit historischen Münzen, Maßen und Gewichten

Gefördert wurde das neue Standardwerk zur Stadtgeschichte mit 15 000 Euro von der Sparkasse. „Wir als Unternehmen fühlen uns der Stadt besonders verbunden“, begründete Sparkassen-Chef Hans-Werner Tomalak die Hilfestellung: „Das gilt nicht nur für aktuelle Themen, das gilt auch für die Geschichte Duisburgs.“

Erschienen ist die aktuelle Stadtgeschichte im Duisburger Mercator-Verlag, zu kaufen ist es für 34 Euro im Buchhandel.

Für die Stadtgeschichte nach 1806 mit der Industrialisierung im Mittelpunkt verweist Milz nach wie vor auf den zweiten Band Günter von Rodens, erschienen 1970. Ein dritter Teil mit Schwerpunktsetzung auf die 1975 zu Duisburg gekommenen Stadtteile fehle noch.

Auf Günter von Roden geht übrigens auch eine äußerst lesenswerte Ergänzung des neuen Buches zurück, nämlich eine Tabelle mit historischen Münzen, Maßen und Gewichten, wo man unter anderem erfährt, dass ein „Fettmännchen“ zehn Hellern entsprach.

Von Willi Mohrs



Kommentare
Aus dem Ressort
Polizei mit Großaufgebot bei MSV-Risikopartien im Einsatz
MSV Duisburg
Bei den brisanten MSV-Heimpartien am Samstag gegen Dynamo Dresden und am Dienstag gegen den 1. FC Köln sind „mehrere hundert“ Ordnungshüter im Einsatz. Für die Begegnungen gilt eine hohe Sicherheitsstufe, da auch Problemfans kommen könnten und Randale befürchtet wird.
Duisburger Weihnachtsmarkt geht wieder in die Verlängerung
Adventszeit
Das Experiment im letzten Jahr ist geglückt, findet das Frische-Kontor als Veranstalter. Deshalb geht der Duisburger Weihnachtsmarkt auch 2014 in die Verlängerung. Bis zum 30. Dezember ist die Budenstadt dann geöffnet, ändern soll sich aber das äußere Erscheinungsbild der einzelnen Verkaufsstände.
200 Karstadt-Mitarbeiter in Duisburg bangen weiter um Jobs
Warenhaus
Die Duisburger Filiale von Karstadt ist nicht von den ersten sechs Warenhaus-Schließungen betroffen. Daher äußert sich der Einzelhandelsverband optimistisch in Sachen Duisburger Karstadthaus. Die rund 200 Mitarbeiter fürchten jedoch trotzdem, bald ihren Job zu verlieren.
Peek & Cloppenburg schließt Outlet in der Duisburger City
Handel
Das Modeunternehmen teilte mit, dass das Haus an der Münzstraße im vergangenen Jahr die Erwartungen nicht erfüllt habe und die Schließung aus unternehmerischer Sicht notwendig sei. Einzelhandelsverband bedauert die Entscheidung, begrüßt aber den Erhalt der Karstadt-Filiale in Duisburg.
Ab Montag rollt der Verkehr auf der Duisburger A 59 wieder
A59-Sperrung
Am Montag rollt der Verkehr nach sechsmonatiger Bauzeit auf der Duisburger Stadtautobahn A 59 wieder in beide Richtungen. Auch die Auffahrt Meiderich/Ruhrort ist dann wieder offen. Dafür ist ab Montag die Anschlussstelle Alt-Hamborn „dicht“.
Fotos und Videos
Ende der Bauarbeiten auf der A59
Bildgalerie
Autobahn 59
Alternatives Wohnprojekt
Bildgalerie
Fotostrecke
Ehrengäste in lockerer Runde
Bildgalerie
NRZ-Sportfete