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Aufgemotzte Fahrräder

Rock'n'Roll auf der Tretharley

10.05.2009 | 17:38 Uhr
Rock'n'Roll auf der Tretharley

Duisburg. Alles andere als gewöhnlich: Bei der Fahrradtour mit einem Beachcruiser fällt man in Duisburg garantiert auf. Mit normalen Fahrrädern haben diese aufgemotzten Drahtesel nicht mehr viel gemein.

Klaus Gernholz hat ein Faible für alles, was Räder hat. Der Neudorfer restauriert Oldtimer, mit Vorliebe Fords, knattert auf Motorrädern durch die Landschaft – und cruist mit einem tiefergelegten Fahrrad durch die Straßen. Nur gewöhnlich darf es nicht sein. Seinen Drahtesel kann man mit Fug und Recht als heißen Sattel bezeichnen.

20 Jahre hatte der gelernte Konstrukteur nichts für die Null-PS-Variante übrig – bis er die so genannten Beachcruiser-Bikes für sich entdeckte. Mit normalen Fahrrädern haben diese Gefährte nur noch gemein, dass sie auch zwei Reifen besitzen und Reflektoren sowie eine Lampe vorweisen müssen. Ansonsten gilt „Rock'n'Roll” im Wortsinne.

Kai Woppenschnur hat sich sogar ein Nummernschild für sein Schätzchen gebastelt. Fertig ist das gute Stück so gut wie nie. Foto: WAZ, Andreas Mangen

Kai Woppenschnur hat sich beispielsweise eine Tretharley zusammengebastelt. Die Gabel ist original und wird sonst bei den legendären Motorrädern verbaut. Die Speichen sind speziell gedreht, die Felgen eine Sonderanfertigung, die Reifen extrabreit. Für das Hinterrad hat der Stahlbauer ein Nummerschild gebastelt: KW-81. Die Teile organisiert ihm Klaus Gernholz. Er betreibt inzwischen ein Geschäft für die auffälligen Drahtesel. Sie kommen aus den USA oder Holland. „Die Niederländer sind offener für solche Trends. Dort sind diese Fahrräder verbreiteter”, erklärt Spezialist Gernholz. Allerdings gebe es in diesen Ländern kein Gesetz, dass Klingeln und Bremsen vorschreibt. Die werden hier nachgerüstet.

In Holland sind die Räder verbreiteter

Oft werden die Radler angesprochen. Sie fallen auf. „Neulich haben wir einen Ausflug gemacht. Als ich das Rad in die Bahn schieben wollte, haben es alle für ein Motorrad gehalten”, erzählt Woppenschnur grinsend. Fertig ist sein „Schätzchen” nie. Die nächsten Bauteile sind schon geordert. Der 28-Jährige hegt und pflegt das einzigartige Vehikel und fährt es nur zu besonderen Anlässen. So wie andere ihre Oldtimer zu einer Sonntagsfahrt aus der Garage holen.

Marina Athanatou fährt ein Original-Nachbau von 1955. Foto: WAZ, Andreas Mangen

Sogar Gernholz' Freundin Marina Athanatou ist auf den Geschmack gekommen. Sie besitzt ein „Schwinn Deluxe 7” in knallgrün – mit eingebauter Hupe. Es ist ein Original-Nachbau von 1955. Sobald sie frei haben, gehen sie auf Tour – gerne auch mit ihren Freunden aus dem Tretharley-Forum. Für Mountain-Biker und Trekking-Rad-Liebhabern haben sie übrigens nur ein müdes Lächeln übrig. Mit einem Beachcruiser tritt man schließlich nicht nur in die Pedalen – dahinter verbirgt sich eine Lebenshaltung. Eines bleibt: Trampeln muss man trotzdem. „Es ist auf jeden Fall anstrengender als mit einem Oldtimer zu fahren.”

Fabienne Piepiora

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Kommentare
11.05.2009
15:02
RocknRoll auf der Tretharley
von NurmalsoamRande | #2

wieso, Artikel stand doch gar nicht,
dass die Beachcruiser-Fahrer Wassermelonen, für deren Transport diese Helme wohl bestimmt sind,
kaufen gehen wollten...?

10.05.2009
18:43
RocknRoll auf der Tretharley
von Radfahrer | #1

Wo ist der Fahrradhelm?

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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