Rocker-Rache? Fünf Schüsse auf Rocker-Vereinsheim in Duisburg

Unbekannte haben auf das Satudarah-Vereinsheim geschossen. Auch ein Auto wurde getroffen.
Unbekannte haben auf das Satudarah-Vereinsheim geschossen. Auch ein Auto wurde getroffen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vier Tage nach einer Prügelei zwischen verfeindeten Satudarah- und Hells Angels-Rockern in Duisburg Rheinhausen, hat es dort erneut einen Großeinsatz der Polizei gegeben. Anwohner waren Sonntagfrüh aufgeschreckt. Bisher Unbekannte haben auf das Satudarah-Vereinsheim geschossen.

Duisburg.. Der Streit zwischen den verfeindeten Rockergruppen Hells Angels und Satudarah in Rheinhausen geht augenscheinlich in eine neue Runde und erreicht eine neue Qualität der Gewalttätigkeit. Am Sonntagmorgen alarmierten Anwohner an der Friedrich-Ebert-Straße um 6.55 Uhr die Polizei, weil Schüsse gefallen waren.

Fünf Mal hatten Unbekannte auf das Vereinsheim des MC Satudarah geschossen. Verletzt wurde niemand. Im Vereinsheim hielten sich nach Angaben der Polizei zu diesem Zeitpunkt keine Personen auf. Die Schüsse trafen eine Leuchtreklame, eine Hauswand und drei Mal einen vor dem Vereinslokal abgestellten blauen Mercedes. Der Wagen, so die Polizei, habe nichts mit dem Rocker-Milieu zu tun, sondern stand wohl zufällig vor dem Rockerheim. Als die Polizeibeamten an der Friedrich-Ebert-Straße eintrafen, waren die Schützen bereits über alle Berge. Die Ermittlungen dauern an.

Massenschlägerei

Bereits am Mittwoch Abend hatte es eine Massenschlägerei zwischen Mitgliedern der Hells Angels und der Satudarah gegeben, bei der die Prügler mit Reizgas, Messern, Baseballschlägern und sogar Schneeschiebern aufeinander los gegangen waren. Die Polizei, die wegen einer Feier der Satudarah eh vor Ort war, konnte die beiden Rockertruppen schnell trennen und schlimmeres verhindern (wir berichteten).

Danach, so die Beobachtungen der Polizei, versuchten immer wieder Mitglieder beider Vereinigungen aus anderen Städten in der Umgebung nach Duisburg zu ihren Vereinskollegen zu reisen.

Massenschlägerei Erst am Samstag hatten wieder mehr als 100 Polizeibeamte die Szene an einschlägig bekannten Punkten kontrolliert. Unter anderem waren sie im Rotlicht-Viertel an der Vulkanstraße, in Marxloh, Rheinhausen und Hamborn im Einsatz. Größere Zwischenfälle gab es nicht. Fünf Rocker wurden in Gewahrsam genommen, sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Gegen einen Rocker erstatteten die Beamten Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

„Wir rechnen weiter mit Auseinandersetzungen“, hieß es gestern Mittag aus der Polizeileitstelle. Man sei in Alarmbereitschaft und hoffe, dass es nicht noch zu Auseinandersetzungen mit Verletzten käme.