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Massenschlägerei

Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei

14.02.2013 | 14:52 Uhr
Im Juni 2012 lud der niederländische Motorradclub Satudarah zur Eröffnung seines Chapters in Duisburg-Rheinhausen ein. In der Nähe des Clubheims kam es nun zu einer Massenschlägerei.Foto: Archivbild: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Etwa 25 Rocker des Motorradclubs Satudarah trafen sich am Mittwoch in ihrem Duisburger Quartier. Ihre Späher entdeckten in einer Spielhalle nebenan zehn verfeindete Hells Angel "in Zivil". Kurz darauf prügelten sich 20 Rocker. Die Polizei stellte Waffen sicher und nahm drei Männer fest.

Sie gingen sogar mit Schneeschiebern aufeinander los: Am Mittwochabend haben sich etwa 20 Mitglieder der verfeindeten Rockerbanden Satudarah und Hells Angels in Duisburg-Rheinhausen geprügelt. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, kontrollierte 35 Rocker und nahm drei wegen Waffenbesitzes fest. Nicht bestätigen wollten die Behörden dagegen Medienberichte, wonach sie am Mittwochabend außerdem einen Angriff der expandierenden Satudarah-Rocker auf die Düsseldorfer Hells Angels verhindert habe.

Zurück nach Rheinhausen: An der Friedrich-Ebert-Straße dort liegt das Quartier des ersten deutschen, im Juni 2012 eröffneten Satudarah-Chapters "Clown-Town ". Die aus den Niederlanden stammende Vereinigung hatte dorthin am Mittwochabend zu einem Clubabend geladen, etwa 25 Rocker waren gekommen. Die Nachbarschaft des "Vereinsheimes" beobachteten während der Versammlung Satudarah-Späher: Denn das Treffen hatte sich im zurzeit besonders dynamischen Rockermilieu herumgesprochen und die Gruppe rechnete wohl mit verfeindeten Rockern in "ihrem Revier". Die Aufpasser jedenfalls entdeckten ganz in der Nähe des Satudarah-Quartiers etwa zehn Hells Angels.

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Warum Duisburg für Rockerbanden wichtig ist

In Duisburg überschneiden sich die Reviere von Hells Angels und Bandidos. In Rheinhausen sind Höllenengel und der verfeindete MC Satudarah gar Nachbarn. Seit der Ermordung des Bandidos „Eschli“ und Massenschlägereien im Milieu gilt Duisburg als besonderer Konfliktpunkt. Eine Erklärung mit Rückblick.

Die verfeindeten Höllenengel besuchten eine Spielhalle an der Friedrich-Ebert-Straße – ohne dabei allerdings ihre sonst so stolz zur Schau getragenen Kutten zu tragen. Gegen 21 Uhr "sind dann etwa zehn Männer aus dem Satudarah-Quartier raus und über die Straße zur Spielhalle hin", berichtet Polizeisprecher Stefan Hausch. Seine Kollegen waren zwar nur wenige Minuten später mit großem Aufgebot vor Ort – Szenekenner der Polizei wussten vom Clubabend –, konnte einen Schlagabtausch in und vor der Spielhalle aber nicht verhindern.

Verfolgungsjagd endete mit Festnahme und Anzeigen

Die Rocker gingen mit Reizgas, Baseballschlägern, Messern und Schneeschiebern aufeinander los. Zahlreiche herbeigeeilte Polizeibeamte beendeten die Keilerei allerdings vorzeitig. Ihnen gegenüber meldete sich keiner der Beteiligten als verletzt. Die Beamten konnten den beteiligten die am Boden liegenden Waffen und die als solche missbrauchten Gegenstände nicht eindeutig zuordnen. Sie nahmen die Personalien der Männer vor der Spielhalle und im Clubheim auf.

Satudarah MC in Duisburg

Zwei Hells Angels versuchten noch, der Polizei in einem Auto zu entwischen: Nach kurzer Verfolgungsjagd bremste ein Streifenwagen ihr Fluchtfahrzeug aus: In dem Wagen fanden die Ordnungshüter Reizgasspray, ein Messer und einem zur Schlagwaffe umfunktionierten Wagenheber. Die Polizisten nahmen die beiden Insassen fest und einen dritten Rocker ebenfalls mit aufs Präsidium: Das Satudarah-Mitglied, ein 25-jähriger Duisburger, so Hausch, "wurde wegen einer Bedrohung mit einem Haftbefehl gesucht". Hinter Gitter musste er allerdings nicht: Er zahlte eine Geldstrafe. Mittlerweile sind er und die Hells Angels wieder auf freiem Fuß. Die Anwälte der beiden waren kurz nach der Festnahme ins Polizeipräsidium geeilt. Ihren Klienten Männern werden nun Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Spiegel Online berichtete, die Polizei habe darüber hinaus noch "das offenkundige Vorhaben einiger Rocker" verhindert, noch am Mittwochabend die Düsseldorfer Hells Angels anzugreifen. Die Polizei wollte dies am Mittwoch nicht bestätigen. Nach Informationen des Nachrichtenportals sollen die in Rheinhausen kontrollierten beziehungsweise festgenommenen Hells Angels zu jenen gehören, die im Dezember in Krefeld von den Bandidos zur Konkurrenz übergelaufen waren .

Rockerbanden
Motorradclubs und Rockerbanden

Nach einer Massenschlägerei zwischen Hells Angels und Bandidos in Mönchengladbach Anfang 2012 erhöhte die Polizei den Druck auf kriminelle Rocker auch an Rhein und Ruhr. Mehrere Chapter wurden verboten. Nach Darstellung der Ermittler finanzieren sich die Rockerbanden durch organisierte Kriminalität.

Bereits an den Weihnachtstagen hatte die Polizei Hinweise auf eine bevorstehende Auseinandersetzung im Duisburger Rockermilieu:  Einsatzkräfte aus mehreren Städten und der Einsatzhundertschaft kontrollierten Rockertreffs im linksrheinischen Rheinhausen und Kneipen im Rotlichtviertel an der Vulkanstraße. Dort wollten Satudarah-Mitglieder wohl Hells Angels angreifen . Dass es zwischen den Neuankömmlingen aus den Niederlanden und den verfeindeten Hells Angels auch in Duisburg Konflikte geben wird, befürchtete die Polizei bereits vor deren offizieller Pressekonferenz im Juni 2012. Anscheinend zurecht, schnell zeichnete sich ein Bandenkrieg ab:

  1. Seite 1: Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
    Seite 2: Polizei hat keine neuen Erkenntnisse zum Anschlag auf Wettbüro

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Kommentare
17.02.2013
12:57
Seit Jahren ähnliche Schlagzeilen in Duisburg!
von Rodina | #25

Seit Jahren ähnliche Schlagzeilen in Duisburg!

Wann werden diese "Motorradfahrergruppen" endlich verboten? Was muss noch geschehen?
Für mich sind das Zeitgenossen, die keiner braucht und die nur Ärger machen!
Herr Jäger, mehr Druck damit diese Gruppen bald der Vergangenheit angehören, wenn ich bitten darf!
Wenn die SPD nicht deutlich macht, dass sie Innenpolitik kann, wähle ich sie nicht!

17.02.2013
07:52
Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
von ditku | #24

Welchen Sinn hatten die nächtlichen Polizeikontrollen in der letzten Nacht auf der Rheinhauser Friedrich-Ebert-Straße. Waren wieder böse Rocker unterwegs oder handelte es sich um puren Aktionismus?

16.02.2013
19:38
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.02.2013
07:16
Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
von FranzGerberX | #22

Ein bischen Spaß muss sein...

15.02.2013
15:05
Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
von Malonis | #21

Immer feste druff auf die Fleischmützen.

15.02.2013
10:40
Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
von hey52 | #20

Sollen sich die Hohlbratzen doch gegenseitig die Omme einhauen....das bischen Stroh auf der Straße schafft jede Kehrmaschine.(-: Und jede Mitteilung in der Presse über das Gezumpel ist absolut überflüssig.Da pellen sich die Honks noch ein Ei drauf....

15.02.2013
09:56
Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
von Katnau | #19

Wenn ich in Bochum-Langendreer oder Bochum-Werne abends spazieren gehen ist die Chance sehr groß, dass ich - völlig unbeteiligt - Opfer einer ähnlichen Gewalt durch beliebeige, gelangweilte Jugendliche werde.
So gesehen sind mir die Biker lieber, die lassen Unbeteiligte in Ruhe.

15.02.2013
09:09
Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
von PeterLustig | #18

Schneeschieber gibt es auch aus Kunststoff, die tun nicht so weh.

15.02.2013
05:35
Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
von nangie | #17

wo lebe ich eigentlich? Kann mir mal einer Helfen?

Ich habe den Eindruck die halbe Menschheit hat den Verstand mittlerweile im A...

15.02.2013
00:44
Rocker liefern sich in Duisburg Massenschlägerei
von Xavinia | #16

So so, die Anwälte eilten also sofort zu ihren Mandanten...

Gibt es Zuschlag für nächtliche Mandanten-Besuche? ;-)

Aber Im Ernst: So eine Fehde ist doch reichlich dumm!

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