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Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg

18.07.2010 | 19:18 Uhr

Duisburg.Mit Stillstand begann bei Duisburg das Still-Leben auf der A40. Wegen des Riesen-Andrangs war für die Radler auf der Mobilitätsspur erst mal Schieben angesagt. Auf den Stau ist auf der A40 eben immer Verlass.

Verkehr
Zwei Mal zahlen für Parken und Shuttle

Die Servicemitarbeiter der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) staunten nicht schlecht. Der Andrang auf dem Parkplatz vor der MSV-Arena nahm kein Ende. Freie Parkplätze wurden rar, die Schlange vor den Shuttlebussen länger.

Im 15-Minuten-Takt sollten die Busse zur A 40 fahren. Einen Zwischenstopp mussten sie allerdings am Osteingang des Hauptbahnhof einlegen, dem Dreh- und Angelpunkt der vier Shuttlebuslinien.

„Ich finde es unmöglich, dass man für das Parken und dann noch mal zusätzlich für den Shuttle-Bus zahlen muss“, ereiferte sich Norbert Heßling. Der Duisburger war mit dem Auto zur Shuttlestation in Wedau gekommen. „Dass man an der MSV-Arena fürs Parken zahlen muss, ist mir neu“ stellte er enttäuscht fest. „Allein die Shuttlefahrt hin und zurück plus die Gebühr fürs Parken kosten mich insgesamt über sieben Euro.“

Das Ehepaar Peters war da besser dran. Mit dem Bärenticket hatten die beiden auch freie Fahrt mit den Shuttle-Bussen. Allerdings: „Die Busse müssten deutlich öfters kommen. Alle Viertelstunde zwei Busse, das ist viel zu wenig.“

Für den Tag auf der A 40 hatten sie sich zwei Klappstühle mitgebracht. Die konnten sie aber gleich fürs Warten auf den Bus nutzen, denn Sitzgelegenheiten gab es hier nicht.

Die Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft teilten die Meinung der Fahrgäste: „Einen solchen Andrang haben wir nicht erwartet. Schätzungsweise 120 Menschen passen in einen Bus“, so ein Mitarbeiter. 240 konnten somit alle Viertelstunde befördert werden: „Zu wenig.“ Tatsächlich rückten deutlich mehr neue Fahrgäste nach als zuvor abgefahren waren.

Trotz der Wartezeiten in der Sonne ließen sich die Fahrgäste die Laune nicht verderben. Kalte Getränke hatten sie sich selbst mitgebracht, und die Vorfreude auf die einmalige Veranstaltung entschädigte für die Geduldsprobe.

Was es dann auf Duisburger Gebiet zu erleben gab, zeigt eine Auswahl der Bilder auf dieser Seite, die unsere Fotografen zwischen Häfen und Kaiserberg gemacht haben.

Was auch immer passiert auf der A40, auf einen ist immer Verlass: den Stau. Und so bestätigte die Revier-Autobahn auch bei ihrem großen Auftritt im Kulturhauptstadtjahr ihren Spitznamen Ruhrschleichweg. Nach dem offiziellen Startschuss an der Auffahrt Häfen um kurz nach 11 Uhr ging auf der Mobilitätsspur in Richtung Kaiserberg nichts mehr. Die Räder kamen allenfalls im Schritttempo ihrer Fahrer voran oder standen total still. Ursache: hohes Verkehrsaufkommen sowohl auf der Autobahn als auch auf der Auffahrt. Offenbar hatten sich halb Duisburg und der ganze Niederrhein in den Sattel geschwungen.

Schon eine Stunde, bevor die Bahn um 11 Uhr offiziell frei gegeben wurde, rückten Tisch-Inhaber und Besucher mit Bollerwagen und Hackenporsche an, die Plastikdosen gut gefüllt mit Kuchen, Nudelsalat und Frickos, die Plastikflaschen voller Wasser und Saft. Ein herrlicher Sommertag mit zirpenden Grillen im Randstreifen.

„Die Kulturhauptstadt ist das Größte“

Um 10.40 Uhr wurde die Mobilitätsspur in Höhe Häfen gesperrt, das Warten auf Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die Ruhr-2010-Chefs Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt begann; sie landeten mit dem Hubschrauber – aus Dortmund kommend – in Höhe Innenhafen. Bevor sich die Ministerpräsidentin im türkisfarbenen Blazer, mit eher eleganten Schuhen und blauem Helm aufs Rad schwang, sagte die Landesherrin aus Mülheim: „Die Kulturhauptstadt ist für mich das Größte. Es ist eine gigantische Chance für die Region.“ Das Erlebnis, die gesperrte A40 zu überfliegen, sei „gar nicht zu beschreiben, so großartig“. Da müsse man mal schauen, „ob wir das regelmäßig machen“. Sogar ein Fernsehteam der „Russischen Welle“ filmte mit.

Einen großen Teil ihrer Faszination bezieht das Still-Leben aber aus seiner Einmaligkeit, aus dem Gefühl, davon später den Enkeln erzählen zu können. Sofern die nicht schon dabei waren, denn diese Aufsehen erregendste Aktion im Kulturhauptstadtjahr war auch ein Generationentreffen. Vom Baby im Kinderwagen bis hin zu greisen Menschen – alle waren dabei.

Fest der Alltagskultur

Und wenn es denn das angekündigte „Fest der Alltagskultur“ war, dann weiß man jetzt, was wohl nicht nur Ruhrgebietsbewohner am liebsten machen: Mit Familie und Freunden feiern – an den meisten der privat gebuchten Tischen waren Geburtstagsrunden versammelt. Wie bei Manuela Heinz, die mit 17 Gästen den 49. feierte, „an der längsten Tafel der Welt“ und auf der Strecke, die sie täglich zur Arbeit fährt. Musik wurde an vielen Stellen: Von „Glückauf, der Steiger kommt“ bis hin zum Mey-Lied „Über den Wolken“, dessen Refrain spontan mitgesungen wurde.

Neben den vielen, vielen Tischen, die Organisationen und Firmen – von Awo bis Haniel – gebucht hatten (und den vielen, die zwischen den Kreuzen Duisburg und Kaiserberg frei blieben), gab es ein erhöhtes Aufkommen von: Karnevalsvereinen, Kegelclubs, Karten- und Brettspielern (darunter Doppelkopf zu sechst), Tanz- und Malbegeisterten. Es stellten sich soziale Initiativen vor, aber auch elegante Weinfreunde, zünftige Heimat- und Alpenvereine, Krefelder im Seidenspinner-Hemd, Haiku- und Lesefans, es gab eine Sammelstelle für Kochrezepte, Fotografen und Gärtner warben für ihre Hobbys.

Anne Horstmeier

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Kommentare
20.07.2010
21:33
Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg
von 0203gogo | #11

eh alles ablenkung von den problemen die wir hier haben.heißt das volk durch belustigung und schau stillzuhalten

19.07.2010
13:10
Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg
von busfahrer56 | #10

#1 von Bertrand

Ich teile Ihre grundsätzliche Kritik, und auch der Vergleich mit der Situation an der LTU-, bzw nun heißt sie ja Esprit-Arena, trifft den Nagel auf den Kopf.Die DVG ist nicht in der Lage Großveranstaltungen abzuwickeln, Das hat sie oft bewiesen. Albern, was da angeboten wird. Gestern allerdings wäre jedes Verkehrsunternehmen der Welt überfordert gewesen. Da kann man der DVG keinen Vorwurf machen.

19.07.2010
11:11
Blockierter Kommentar.
von Vasa49 | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.07.2010
11:09
Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg
von Vasa49 | #8

Ich fands Cool und meine Tochter (7) auch. Ich denke das jeder Versuch, da Ordnung rein zu bringen eh total sinnlos gewesen wäre. Und ich muss auch sagen, das ich niemals damit gerchnet hätte, das so viele Menschen im Besitz eines Fahrades sind. Da hat die Fahrradindustrie bestimmt massig ersatzteile Verkauft. Will nicht wissen wie viele das Fahrrad aus der letzten Ecke ihres Kellers gekramt haben, nur für Stillleben. Auch die Verpflegung war super. Alle Getränke (0,5l) für 50 Cent bis 1€ und da waren noch 25Cent Pfand drin. Einfach klasse. Überflüssig fand ich die Taschenkontrollen am KK. Das hat viel Stau und Chaos verursacht. So das selbst Notärzte mühe hatten überhaupt durchzukommen. Aber alles was man Planen konnte, war sehr gut durchdacht, und uns hat man auch nur einmal freundlich angesprochen, bitte nicht über die Leitplanke zu klettern. Was ich vermisst hatte, war fliesendes Wasser zum Abkühlen und Hände Waschen und was warmes zu essen. Aber sonst war es wirklich Klasse. Und das obwohl ich selbst für normal Menschenmassen meide. Will echt was heißen.

Was das gemecker über die DVG angeht, muss ich sagen, das es in anderen Städten (E,GE, DO, MH,) wohl auch nicht besser war. Solche Veranstaltungen lassen sich halt nur begrenzt lenken, was ich hier ausserordentlich gut gelungen fand. Ein Danke an alle Helfer (THW, Feuerwehr, Polizei etc.,etc.) an dieser Stelle. Habt nen guten Job gemacht!

19.07.2010
10:57
Blockierter Kommentar.
von schmitte | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.07.2010
09:07
Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg
von woanders is auch scheisse. | #6

ach ja... egal was organisiert wird... hauptsache meckern... in endeffekt ist doch der kommerz schuld, oder?

schonmal daran gedacht mit der ubahn bis zur auffahrt häfen zu fahren. da hat man bestimmt kein stau! ich kam aus düsseldorf mit der u79 nach duisburg. hat prima geklappt. keine wartezeit. direkt auf die b1.

alles in allem: eine supergeile veranstaltung...
vor allem als gebürtiger ruhrgebietler ein MUSS!

aber wie heisst es so schön:
woanders is auch ********...
- - - egal hauptsache meckern!!! - - -

19.07.2010
08:40
Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg
von banane666 | #5

Hallo Ihr Lieben Alle,
Wir sind um 10h zur Auffahrt Kaiserberg mit dem Fahrrad gefahren (wohnen 2 km entfernt) uns überholte fast alle paar Min. ein Zubringerbus, um 13h steckten wir, wie auf der A40 gewohnt, im Stau (Fahrradstau!!! ich wußte gar nicht dass es so viel Fahrräder in Duisburg gibt) um ca. 16h waren wir froh wieder auf der Mülheimer Str. zurück zu sein, die war dicht mit Autos von der UNI bis Speldorf, wo auch kein Bus mehr durchkam, daraufhin hat Radio DU durchgegeben dass der Zubringerdienst eingestellt wurde (wer wollte schon 1 Std. vom Hbf. zum Kaiserberg in einem Bus stecken.
Ich bin der Meinung dass man diesmal der DVG keinen vorwurf machen kann, klaus h aus Duisburg

19.07.2010
00:32
Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg
von Bertrand | #4

@brslzmpf:
Es geht mir nicht ums Meckern, ich bin normalerweise jemand, der nicht meckert und wirklich alles zu schätzen weiß, was mir geboten wird. Es ist aber nun meine persönliche Erfahrung (über Jahre hinweg), dass die Logistik der DVG bei Großveranstaltungen in der Regel mangelhaft ist. Ich habe schon Veranstaltungen in der MSV-Arena erlebt, wo für tausende Leute, die über einen längeren Zeitraum mit dem ÖPNV angereist sind (teilweise auch mit regulärem Linienverkehr), zum Ende des Events nur sehr wenige Busse zur Verfügung standen. Da war Chaos vorprogrammiert. Und man fragt sich dann: wer plant sowas?

@Haff:
Stau akzeptiere ich durchaus als Grund. Da kann man nichts mehr machen. Allerdings fragt man sich doch, ob nicht im Vorfeld absehbar war, dass so eine Situation eintreffen könnte. Die Sperrung der A40 (=massiver Ausweichverkehr) in Verbindung mit der mindestens zu erwartenden eine Million Teilnehmer (= massiver Anreiseverkehr) hätte bei DVG und Polizei zu einer entsprechenden Planung führen müssen (Thema: Busspur!), so dass die Busse störungsfrei und zügig hätten fahren können. Ich bin mir bewusst, welche Aufgabe hier zu lösen war und dass das sicher eine Herkulesaufgabe war, aber eine etwas effizientere Planung im Vorfeld hätte hier vielleicht Wunder gewirkt.

18.07.2010
20:59
Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg
von Haff | #3

#1 von Bertrand
Natürlich haben Sie Recht, dass der Shuttlebus Verkehr nicht einwandfrei funktioniert hat.
Aber es lag nicht daran, dass zu wenige Fahrzeuge im Einsatz waren, sondern dass zumindest auf der Shuttlebus Linie 3, die Fahrzeuge große Umwege fahren mussten, da ihr Linienweg von der Polizei gesperrt wurde.
Auch steckten die Fahrzeuge schlichtweg im Stau fest.
Natürlich hätte man dies vermeiden können, aber dazu hätten noch mehr Straßen gesperrt werden müssen.
Als die Busse noch fahren durften, sind sie an der Anschlußstelle Kaiserberg auch alle paar Minuten angekommen. Und nicht nur alle 15 Minuten wir im Fahrplan.
Erst als der Autoverkehr zum erliegen kam, ist auch der Busverkehr logischerweise zusammen gebrochen.
So sehr ich ihren Ärger verstehen und auch nachvollziehen kann, gebe ich zu bedenken, dass so etwas nicht ausbleibt. Denn auch die Rheinbahnbusse würden im Stau nicht vorwärtskommen.

18.07.2010
20:02
Riesenandrang beim Still-Leben in Duisburg
von brslzmpf | #2

Bla Bla Bla @ Bertrand.
Geh zufuß!
Wer nur zum meckern kommt, sollte zu hause bleiben.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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