Richter bedroht

Lautstark endete gestern vor dem Landgericht ein Sicherungsverfahren gegen einen 35-jährigen Duisburger. Nachdem das Gericht ihn per Urteil dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht hatte, versuchte der 35-Jährige, dem Vorsitzenden das Wort zu verbieten. Der Richter verkürzte die Urteilsbegründung und brach den Versuch ab, seinerseits den Beschuldigten zu übertönen.

Mehrere Gewalttaten

Im September 2014 hatte der 35-Jährige seine Großmutter attackiert, weil sie ihm kein Geld geben wollte. Einen Monat später sprühte er in einem Asia-Imbiss mit Pfefferspray um sich und verletzte einen Angestellten durch Messerstiche am Kopf und an der Hand.

In der Justizvollzugsanstalt Hamborn hatte der Beschuldigte im Januar 2015 einen Mitgefangenen mit einem Messer bedroht, weil der ihm keinen Kaffee bringen wollte. Das brachte der Justiz die Erkenntnis ein, dass mit dem Mann etwas nicht stimmte. Das zog seine vorläufige Unterbringung in ein Landeskrankenhaus nach sich.

Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Beschuldigten eine chronische psychische Erkrankung. Offenbar leide der 35-Jährige, der darauf besteht, als Frau angesprochen zu werden und sich als „Göttin“ bezeichnet, seit 14 Jahren unter paranoider Schizophrenie. Die sei auch für dessen sexuelle Identitätsprobleme verantwortlich, vor deren Hintergrund er sich regelmäßig angegriffen und verfolgt fühle. Zum Schutz der Allgemeinheit gebe es keinen anderen Weg als die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt.

Der Beschuldigte quittierte das Urteil mit einem Wutausbruch. „Das ist alles falsch.“ Er gebot dem Vorsitzenden zu schweigen: „Sie haben die Verpflichtung, der Göttin zuzuhören.“ Für den Fall, dass bei seiner Behandlung etwas schief gehe, werde er sich am Richter rächen: „Dann töte ich sie in ihrem Bett.“ Zuvor will der 35-Jährige Revision einlegen.