Respekt ist die neue Hausnummer
06.11.2011 | 14:49 Uhr 2011-11-06T14:49:00+0100
Duisburg.Was vereint Andy Möller, Liz Baffoe, Klaus Allofs und die Belegschaft von Thyssen-Krupp-Stahl, Kicker, Künstler und Stahlkocher? Sie alle stehen hinter der Initiative „Respekt!“ gegen Rassismus.
Unübersehbar am Tor 1 des Stahl-Giganten in Bruckhausen weist ein Schild daraufhin, angebracht von Arbeitsdirektor Dieter Kroll: „Kein Platz für Rassismus“ ist die Botschaft, an deren Umsetzung IG Metall und Belegschaft schon länger arbeiten.
Etwa mit den „Kulturmittlern“, von denen bereits über 100 ausgebildet wurden, um unter Kollegen für Verständnis zu werben für unterschiedlichen Prägungen durch Kultur, Glauben, Herkunft. „Am Hochofen zählt nicht, woher man kommt, sondern was man alltäglich macht“, sagt Betriebsrat Horst Gawlik. Und Ali Güzel, einer der „Kulturmittler, berichtet vom werksinternen Fußballturnier, einer erfolgreichen Werbung fürs sportliche Miteinander auch abseits vom Arbeitsplatz. 25 Mannschaften aus unterschiedlichen Abteilungen waren angetreten, gewonnen hatte die Feuerwehr – und alle Teilnehmer sowieso.
„Wir sind ein Schmelztiegel der unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Nationen“, schildert Arbeitsdirektor Kroll die heutige Stahl-Belegschaft. 14 Prozent der Belegschaft seien Ausländer aus fast 50 Herkunftsländern. Die größte Gruppe bilden die Türken. Wichtig sei es, die unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen, Hemmnisse abzubauen.
Für den neuen Anstoß im Rahmen der Initiative „Respekt!“ hatte sich die IG Metall jetzt sportliche Verstärkung geholt. Fußballerin Sandra Minnert, zweifache Weltmeisterin, vierfache Europameisterin, fünffache Deutsche Meisterin, vor Betriebsräten und Vertrauensleuten der IG Metall: „Für mich gibt es nur ein ,Wir’.“ Respekt sei überall gefordert, im Sport, im Betrieb, im Straßenverkehr. Insbesondere jüngere Menschen bräuchten entsprechende Vorbilder. Den Ball nahm Kroll direkt auf. Sozialkompetenz gehöre bei Thyssen-Krupp zur Ausbildung ebenso wie fachliches Können.
Die IG Metall ist seit März dieses Jahres einer der Hauptförderer der Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus“, an den Pforten etlicher Großunternehmen prangt inzwischen das programmatische Schild. Prominente Sportler und Künstler unterstützen die Initiative, und der Schulterschluss mit der IG Metall bescherte Sandra Minnert die Einladung zum letzten IGM-Gewerkschaftstag. Das solidarische „Du“ untereinander, sagt sie, habe sie nachhaltig beeindruckt.

15:28
Es wird langsam Zeit, dass wir unseren lieben türkischen Mitbürgern den Respekt entgegen bringen, den sie verdienen.