Reise in die Geschichte der britischen Rockmusik

Zu den größten Kulturschätzen Europas gehört ohne Zweifel die britische Rockmusik. So sprossen auf der Insel im rebellischen Jahr 1968 und im folgenden Jahrzehnt herausragende Musiker und Bands wie Pilze aus dem fruchtbaren Boden. In den frühen Tagen des Rock‘n Roll gründeten in Wales der Gitarrist Deke Leonard und der Bassist Martin Ace die schnell zu Ruhm und Berühmtheit gelangende Formation Man, die fast 50 Jahre danach, unzählige Musikerwechsel und CD-Veröffentlichungen später, immer noch existiert und umfangreiche Tourneen nicht scheut.

Martin Ace, sein Sohn Josh Ace und diverse Freunde aus zwei Musiker-Generationen beglückten jetzt alte und auch junge Duisburger Rockfans mit einem sensationellen Konzert im Neudorfer „Steinbruch“, das wieder einmal der umtriebige und wagemutige Haus-Veranstalter Sebastian Schwenk möglich gemacht hatte. Dabei machte das spielfreudige Ensemble deutlich, dass die Pioniere der Rockmusik für den ewigen Schlummer in den Archiven der alten Platten-Sammler immer noch viel zu lebendig sind.

Die allesamt singenden Rockmusiker eröffneten den Abend mit dem markanten Song „In Time“ und sehr solidem Musiker-Handwerk, in dem sich Keyboarder Phil Ryan als routinierter Vocal-Künstler auszeichnete.

Kiffseliger Psychedelic-Rock

Weiter ging es irgendwo zwischen Pink Floyd und Hawkwind mit kifferseligem Psychedelic-Rock, für den sich der junge Solo-Gitarrist James Beck mit raffinierter Bottleneck-Technik im Stil von David Gilmour verantwortlich zeigte. Der ergraute Bandleader Martin Ace („Good to be back im Ruhrgebiet“), der mit Anzug und Krawatte auch einen britischen Barbesitzer auf Mallorca geben könnte, machte den weiteren Verlauf des Abends deutlich: „Now we play the old Shit“ („Nun spielen wir das alte Zeug“).

Nach einem knackigen Blues griff die gut gelaunte Band ganz tief in die Country-Kiste und Josh Ace zur akustischen Gitarre. Und mit ihrem alten Hit „Come on“ und einem ganz starken kollektiven Rock-Sound erinnerte das Ensemble sein ebenfalls ergrautes Publikum sehr dynamisch und gekonnt an gemeinsam erlebte alte Zeiten. Viel Beifall für die fünf sympathischen Herren von Man.