Rauchverbot lässt Duisburger Wirte um Zukunft bangen

Wirtin Iva Kokan hinterm Tresen ihrer „Moltkeklause“.
Wirtin Iva Kokan hinterm Tresen ihrer „Moltkeklause“.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Alleine im letzten Jahr haben 84 Gaststätten in Duisburg ihre Pforten geschlossen, mehr als anderswo in NRW. Sollte das geplante Rauchverbot kommen, rechnet die Branche mit weiteren Schließungen und fürchtet um das Ende der Eckkneipe.

Duisburg.. In 84 Duisburger Gaststätten versiegte allein im letzten Jahr der Zapfhahn für immer, ein Kneipensterben deutlich über dem Landesdurchschnitt. Noch mehr Wirte werden das Handtuch werfen, fürchtet die Branche, wenn das geplante Rauchverbot kommt. Die Eckkneipe wäre reif für die rote Liste.

„Die Kneipen haben’s immer schon schwer gehabt“, verweist Thorsten Hellwig vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) auf den seit Jahren, ja Jahrzehnten anhaltenden Gästeschwund am heimischen Tresen: „Getränk, Gespräch und vielleicht noch etwas Musik reicht vielen Gästen nicht mehr.“ Die Folge für die Wirte: „Es werden weniger.“

Gar zur Existenzfrage für die Institution Eckkneipe könne daher ein komplettes Rauchverbot in der Gastronomie werden: „Eine Kneipe ohne Zigarette funktioniert ähnlich gut wie ein Restaurant ohne Essen, nämlich gar nicht.“

Andauernde Krise

Betroffen von der andauernden Krise ist in erster Linie die Getränke-orientierte Gastronomie, also die klassische Bier-Kneipe. Gedanken macht man sich daher auch bei den Brauereien: „Die Gastronomie ist für uns als Marktführer im Außer-Haus-Markt eine sehr wichtige Klientel“, erläutert Dr. Werner Wolf, Sprecher der Geschäftsführung der Köpi-Mutter Bitburger: Daher biete man den Wirten unter anderem Hilfen bei Finanzierungen, aber auch eine „Konzeptfabrik“ als Ideenschmiede für Neugründungen oder Umgestaltungen von Gaststätten.

Im Aufwind finden sich nach Angaben der Dehoga Gastbetriebe mit Event-Charakter oder Restaurants mit speziellen Angeboten. Gab es vor Jahren beispielsweise nur China-Restaurants, seien inzwischen Japaner, Koreaner, Vietnamesen mit ihren Speisenangeboten erfolgreich, erklärt Hellwig. Auch die Zahl von Kaffee-Bars gehe steil nach oben.