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Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur

22.12.2011 | 16:39 Uhr
Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur
Beim Derby zwischen dem MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf feuerten am 5. Dezember Chaoten drei Raketen auf Fortuna-Fans, die auf der Südtribüne feierten. Eine Rakete erreichte ihr Ziel, eine zweite ging direkt neben Schiedsrichter-Assistent Georg Schalk zu Boden. Die Polizei Duisburg hat „vielversprechende Hinweise“ auf die Täter. Foto: privat

Duisburg.   Die Polizei hat „viel versprechende Hinweise“ auf die Chaoten, die beim Derby zwischen MSV und Fortuna mit Leuchtraketen auf Düsseldorfer Anhänger gezielt haben. Bei einem nicht-repräsentativen Online-Voting gab indes die Minderheit an, sich in der MSV-Arena „absolut sicher“ zu fühlen.

Eines der drei Geschosse ging einen halben Meter neben Linienrichter Georg Schalk zu Boden, ein zweites blieb im Stadiondach hängen, die dritte Leuchtraketen verfehlte nur knapp ihr Ziel: Anhänger von Fortuna Düsseldorf, die am 5. Dezember das Auswärtsspiel ihres Vereins beim MSV Duisburg besuchten. MSV-Sprecher Martin Haltermann nannte den Feuerwerks-Beschuss beim Straßenbahn-Derby „nicht zu entschuldigende Attentate“. Zweieinhalb Wochen später ist die Polizei Duisburg optimistisch, den oder die Täter überführen zu können. „Wir haben vielversprechende Zeugenhinweise von Stadionbesuchern auf den oder die Täter in Block 1“, sagte Sprecher Ramon van der Maat.

Drei Strafverfahren gegen Anhänger von Fortuna Düsseldorf

Im ersten Block der Westtribüne haben alteingesessene MSV-Hooligans ihr Quartier. Es war beim Spiel gegen den verhassten Rivalen aus der Landeshauptstadt besonders gut besucht. Ob Zeugen diese Fraktion oder – wie im MSV-Lager gemunkelt wird – sympathisierende Randalierer beschuldigt haben, verrät van der Maat nicht. Er hofft auf weitere Zeugenhinweise (unter der Telefonnummer 0203/2800) und die laufende Auswertung des Videomaterials.

Gegen drei Fortuna-Fans wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet. Foto: Christoph Reichwein/dapd

Auf Youtube-Videos ist neben der Raketen-Attacke auch zu sehen, wie Düsseldorfer Anhänger im Gästeblock bengalische Feuer zünden und einen Feuerwerkskörper über ihre eigenen Leute hinweg auf das Spielfeld werfen. Das wird für die Verantwortlichen laut van der Maat ein juristisches Nachspiel haben: „Sie sind auf Aufnahmen gut zu erkennen und identifizierbar. Wir haben bereits drei Strafverfahren eingeleitet.“ Den Männern wird ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz vorgeworfen.

Auch der MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf können das Spiel (0:2) noch nicht abhaken. „Der Fall ist weiterhin im DFB-Kontrollausschuss anhänglich“, sagt Michael Morsch, Sprecher des Deutschen Fußballbundes. Die Ermittler des Verbandes wollen die Bilder der Videokameras ebenfalls auswerten.

Mehr Angst vor eigenen Anhängern als vor Gäste-Fans

Derweil gibt eine Online-Abstimmung auf DerWesten.de Hinweise darauf, dass sich viele Zuschauer in der MSV-Arena unsicher fühlen: Zwar entfielen bei der nicht repräsentativen Umfrage, die durch wiederholte Stimmabgaben Einzelner verzerrt werden kann, die meisten Klicks auf die Antwortmöglichkeit „Absolut sicher. Ich würde auch mit meinen Kindern alle Bereiche im Stadion besuchen“ (40 Prozent der 2497 abgegebenen Stimmen).

Alle anderen Voting-Teilnehmer berichten jedoch ein Unsicherheitsgefühl: weil sie „Angst vor den eigenen Fans“ (23% der Klicks) oder „vor auswärtigen Fans“ haben (8%), weil sie „bereits Gewalt im Stadion beobachtet“ haben (17%). Als Gäste-Fans würden zahlreiche Voting-Teilnehmer (17% der Stimmabgaben) „aus Sicherheitsgründen“ sogar nur den Gästebereich besuchen. (WE)

Philipp Wahl

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Kommentare
02.01.2012
10:49
Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur
von Thomas2012 | #6

Von 20.000 Menschen im Stadion schießt EINER 3 Leuchtkugeln ab...und nun sind die MSV FANS alle böse...hm............

im besagten Block saßen ca. 60-80 Mann, drumherum waren ca. 100-150 Polizisten nur ein Steinwurf vom Raketenschützen entfernt...

Hatten die Polizisten Angst oder waren sie nur zu faul um aufzustehen ??

28.12.2011
22:53
Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur
von MANFREDM | #5

von heavy | #4: "2.Pyro gehört zum Fussball dazu "

Meine Meinung: Pyro gehört bei Idioten dazu. Hoffentlich bekommt Herr "heavy" mal Pyro ab, wo es weh tut und schadet, also nicht an seinem Kopf.

25.12.2011
08:32
Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur
von heavy | #4

Es ist natürlich zu verachten Pyro auf eigene oder Gästefans zuschmeissen. Aber zwei Sachen stoßen mir bei den ganzen Diskussionen auf den Magen.
1. Gästefans gehören ausschlieslich in den Gästeblock gab es früher auch nicht das die überall rum rennen.Müssen sich dann auch nicht wundern wenn die Öhrchen rot werden.
2.Pyro gehört zum Fussball dazu .Warum kann man nicht regriestrierte Fans aus beiden Lagern mit Eimern ausstatten und lässt sie die Pyro an zugewiesen Stellen zünden.So wies man wer gezündet hat ,und durch die Regriestrierung gibt es auch keinen Blödsinn.
Ansonsten : Einmal MSV, Immer MSV

2 Antworten
Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur
von typ123 | #4-1

Das möge dann bitte auch für die Fans des MSV beim Gegenbesuch im kommenden Frühjahr gelten. 5.000 Gelegenheitsfans in den Gästebereich und der Rest bleibt zu Hause! Mit 6.000, nein 8.000, nein 10.000, nein.... Duisburgern in Düsseldorf auftauchen und beim Heimspiel an bald jeder dieser Marken scheitern.

Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur
von olibugs | #4-2

zu 2 ist wohl das vernünftigste was ich je in diesem Zusammenhang gehört habe. Damit könnten wohl alle leben.

24.12.2011
04:05
Blockierter Kommentar.
von sidney26 | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.12.2011
23:13
Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur
von lapofgods | #2

Also in der WAZ-Partnerstadt Gelsenkirchen, wo der Lieblingsverein der Chefredakteure spielt, gehörte es füher zur ortsüblichen Folklore im Parkstadion von der Haupttribüne links und den Sttehrängen rechts von Eingeborenen mit Raketen und von hinten von der Polizei mit Tränengas beschosen zu werden. Das fanden alle völlig Ok so. Ok, wir MSV-Fans vielleicht nicht, aber uns fragte ja auch keiner. Aber die WAZ hätte das damals niemals thematisiert. War halt Asi-Brauchtum.

Natürlich geht sowas gar nicht und zum Glück gehört sowas heute den Ausnahmen. Wobei es offensichtlich schon so ist, dass die Zahl der Gewalttaten wieder zunimmt. Vor 5 Jahren war da wesentlich weniger los. So ein kleiner Ersatzkrieg am Wochenende scheint für genügend Hohlbirnen doch so seinen Reiz zu haben.

Mein Eindruck ist aber auch, dass es in Duisburg sicher ist. Derbys sind natürlich auch heute noch kritischer. Andererseits: Irgendwo müssen die Spackos ja sitzen oder stehen. Offensichtlich bisher nicht neben mir. Glück gehabt.

23.12.2011
07:41
Raketen auf Fortuna-Fans – Polizei ist Tätern auf der Spur
von derwolf80 | #1

Hallo Herr Wahl. Ich bin verwundert. Nicht-repräsentative Umfrage. Sind dann alle Umfragen ihrer Website so gelagert? Und was bringt sie zu der Erkenntnis, dass hier "einige mehrfach geklickt" haben? Oder passte Ihnen das Ergebnis einfach nicht in den Kram, so dass sie 40% als Minderheit bezeichnen, 17% als Mehrheit und die Mehrklicker auf der "Sicher"-Seite wähnen? Normalerweise sind diejenigen Militant, die dagegen sind. Ausserdem wäre der aufwand, den IP-Block, den ihre Umfrage unter Garantie einsetzt ziemlich groß, so dass kaum jemand bei einem derart belanglosen Thema diesen Aufwand betreiben würde.
Die einseitige Berichterstattung zu diesem Thema - die verfälscht interpretierte Umfrage mit eingeschlossen finde ich indes skandalös. Kein Wort zu den Leuchtraketen der Gästefans. Ihr RP-Kollege unterscheidet gar zwischen Pyro Angriff und Pyro-Show. Ich stelle Ihnen gerne auch ein privat-Bild zur Verfügung, dessen bloße Betrachtung die Aussage, an dem Großbrand im Gästeblock seien nur 3 Fans beteiligt als stümperhaft recherchiert zusammenbrechen lässt.
Pyro auf Fans geht im Übrigen gar nicht. Dass diese nebenbei noch verboten ist, kann ich diese einseitige Berichterstattung der Medien in keinster Weise nachvollziehen.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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