Quicklebendige Mischung aus Musik und Comedy
05.04.2009 | 14:44 Uhr 2009-04-05T14:44:00+0200„Null Bock auf Klassik” hieß es am Freitagabend im 6. Playlist-Konzert im wiederum rappelvollen Hundertmeister-Haus.
Und das aus dem Munde gestandener Philharmoniker, die zum Auftakt des Konzerts erst einmal ihre Fracks in die Ecke schmissen. „Philharmonixx” nennen sich die drei aufmüpfigen Musiker, Martin Schie auf der Oboe, Laszlo Kerekes auf dem Fagott und Christoph Lamberty auf dem Schlagzeug. Eine an sich unmögliche Kombination. Doch was nicht passt, wird passend gemacht. Und das seit der Gründung des skurrilen Trios vor vier Jahren besonders erfolgreich zusammen mit dem Kabarettisten Kai Magnus Sting, der sein flottes Mundwerk nicht weniger virtuos beherrscht als die philharmonischen Rebellen ihre Instrumente.
Interesse über die
Stadtgrenze hinaus
Mittlerweile regt sich Interesse weit über die Stadtgrenzen hinaus. Tags zuvor noch musizierten die Philharmonix im WDR, vor einigen Wochen waren sie bei der ITB in Berlin vertreten. Und auch der Auftritt im Hundertmeister unter der organisatorischen Federführung der „Kulturaffäre” war ein voller Erfolg.
Den Löwenanteil des Programms bestritt man mit „Eigenen Werken”, wie es schlicht im Programmheft hieß. Und das versprach einen quicklebendige und frechen Durchgang durch sieben Jahrhunderte abendländischer Musik vom Mittelalter bis heute quer durch alle Stile, wobei die Mischung von Klassik und Jazz ganz oben an steht. Da werden etwa Mahler und Mozart in „Mamo” kunterbunt gekreuzt, durchsetzt mit Filmmusiken, Schlagern und allem, was klingt und kracht. Und wem da noch nicht die Ohren klingelten, der wurde von Kai Magnus Sting mit einem Bombardement an hintergründig-bissigen Salven über Musiker, hustende Hörer und die heimische Stadt in Schwingung versetzt.
Einen besonderen Akzent erhielt der Abend durch die Uraufführung der eigens der Duisburger Truppe gewidmeten „Suite de Philharmonixx” des Oboisten und Komponisten Manuel Munzlinger, der dem Trio sieben Sätze maßgeschneidert in die Finger komponierte. Lockere, hoch virtuose Kopulationen klassischer Kompositionsstile mit Jazz-Einflüssen, die auf fantastische Titel wie „Übnixx” oder „Torkelixx” hören.
Amüsante
Liaison
Vielleicht hätten es auch fünf Sätze getan. Doch zusammen mit den verbalen Ergüssen von Sting erstand eine amüsante Liaison philharmonischen Hochglanzes mit dem bodenständigen Sound der „Augsburger Puppenkiste”.

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