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Warum Städte an Rhein und Ruhr für Zuwanderer attraktiv sind

27.01.2013 | 18:05 Uhr
Warum Städte an Rhein und Ruhr für Zuwanderer attraktiv sind

Essen.   Immer mehr Zuwanderer zieht es in die großen Städte an Rhein und Ruhr. Dortmund, Essen, Duisburg, Köln und Düsseldorf sind besonders attraktiv für Migranten. Hier stoppen die vielen Neubürger sogar den befürchteten Bevölkerungsschwund.

Das Landes-Arbeitsministerium stellt fest: Unter den Ausländern, die nach NRW kommen, gibt es besonders viele Menschen mit guter beruflicher und akademischer Qualifikation. Ein Ende der Zuwanderung ist nicht in Sicht. „Wir gehen davon aus, dass der Trend länger anhält. Hauptgrund dafür ist, dass der deutsche Arbeitsmarkt auf viele, die in den Krisenländern wohnen, besonders anziehend wirkt“, sagte ein Experte des Ministeriums zur WAZ Mediengruppe.

Sie kommen aus Südosteuropa, aus Griechenland und Spanien – vor allem aber aus Polen. Allein im ersten Halbjahr 2012 zogen rund 20.000 Polen nach NRW – nur rund 10.000 zogen fort. Polen genießen in der EU inzwischen volle Aufenthalts- und Arbeitsrechte. Auffällige Zuwachsraten gab es unter anderem bei den Griechen (plus 93 Prozent) und bei den Spaniern (plus 53 Prozent). Deutschland und NRW sind für viele Bürger aus den EU-Krisenstaaten Auswege aus der Not. Und sie sind in Zeiten des Fachkräftemangels hoch willkommen.

40 Prozent mit Hochschulreife

Während es polnische Staatsbürger in großer Zahl in nahezu alle Städte und Landkreise in NRW zieht, suchen sich andere Nationalitäten bestimmte Regionen aus oder werden von den deutschen Behörden dorthin geschickt. Rumänen und Bulgaren finden bevorzugt in Duisburg oder in Essen eine neue Heimat, im Kreis Borken siedeln sich Niederländer an, die die vergleichsweise günstigen Grundstückspreise dort schätzen.

Das Arbeitsministerium hat ausgerechnet, dass sich zwischen den Jahren 2000 und 2011 insgesamt 630.000 Zuwanderer in NRW dauerhaft niedergelassen haben. Etwa die Hälfte stammt aus Osteuropa und aus den Ländern, die früher zur Sowjetunion gehörten. 40 Prozent der Zugewanderten haben die Hochschulreife. Damit schneiden sie sogar besser ab als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (Hochschulreife: 38 Prozent). Experten sehen, dass die heutigen Zuwanderer im Schnitt erheblich besser ausgebildet sind als die Migranten in den 1950er- bis 1980er-Jahren .

Statistiken führen zuweilen in die Irre. Auf den ersten Blick wirken der Märkische Kreis und der ländliche Kreis Borken wie ein Magnet auf Zuwanderer aus aller Welt. Die rote Farbe in der Grafik signalisiert: Hier sind viel mehr Ausländer hin- als weggezogen. Jeweils annähernd 5000 Zuzüge mehr als Fortzüge gab es im Jahr 2011 in diesen Kreisen. Aber hier lohnt ein genauer Blick. Denn „Rot“ heißt hier mitnichten, dass die Migranten diesen Regionen einen nachhaltigen Bevölkerungszuwachs bescheren.

Nein, es sind die Übergangseinrichtungen in Hemer-Deilinghofen und in Schöppingen, die für den Spitzenplatz in der Statistik sorgen. So gibt es im Märkischen Kreis viele Asylbewerber aus Afghanistan, Mazedonien, Iran, Irak und Syrien. Diese Menschen bleiben oft nur kurz im Kreisgebiet und ziehen dann in andere Städte in NRW und im ganzen Bundesgebiet.

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Kommentare
28.01.2013
13:30
Warum Städte an Rhein und Ruhr für Zuwanderer attraktiv sind
von a_ha | #41

Qualifizierte Polen, Niederländer, Spanier, Griechen und Russen mit unqualifizierten Bulgaren und Rumänen, aka Roma und Sinti, in einen Topf zu...
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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/qualifizierte-zuwandererzieht-es-an-rhein-und-ruhr-id7528283.html
2013-01-27 18:05
Zuwanderer,Spanien,Griechenland,Polen,Bulgarien,NRW,Rhein und Ruhr
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