Prüfungstage für Duisburger Abiturienten

Für die Abiturienten wird es in diesen Tagen richtig ernst. Bis zum 27. April müssen alle Klausuren geschrieben sein.
Für die Abiturienten wird es in diesen Tagen richtig ernst. Bis zum 27. April müssen alle Klausuren geschrieben sein.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
In Duisburg machen rund 2300 Schüler an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs ihr Abitur. Am Donnerstag standen die Prüfungen in Englisch an.

Duisburg.. Zwölf Schuljahre lang hat Christina vom Landfermann-Gymnasium auf ihr Abitur hingearbeitet, gestern ging für sie endlich die Prüfungszeit los: In der Aula schrieb die 18-Jährige ihre erste Abi-Klausur in Englisch – wie alle Schüler in der Stadt, die Englisch als Grund- oder Leistungskurs gewählt hatten.

Doch trotz des Prüfungsstresses war die Oberstufenschülerin bester Laune. „Wir sollten die Auswirkungen der Globalisierung auf Indien beschreiben. Es ist sehr gut gelaufen“, sagt Christina, die eine von rund 2300 Abiturienten in Duisburg dieses Jahr ist. Bis zum 27. April müssen alle Klausuren geschrieben sein.

Bloß keine Gedichtsinterpretation

Startschuss für die Englisch-Leistungskurs-Klausur war um 9 Uhr morgens. Zusammen mit 20 weiteren Schülern ihres Kurses hatte Christina dann in der mit Gardinen verhangenen Aula vier Stunden und 45 Minuten Zeit, um Sinnstiftendes zum Klausurthema zu verfassen. Zur Globalisierung in Indien ist ihr auch jede Menge eingefallen: „Ich habe dazu zwölf Seiten geschrieben“, erläutert die Abiturientin. Da passt es, dass sie nun Philosophie und Englisch studieren möchte.

Auch Jan aus dem Englisch-Leistungskurs hat klare Vorstellungen davon, wie seine Zukunft nach der Landfermann-Schule aussieht. „Ich möchte etwas in Richtung Psychologie oder Medizin machen und überlege, vorher ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich der Psychiatrie zu machen“, so der 18-Jährige. Er hat ebenfalls das Thema Globalisierung in Indien gewählt – als Alternative dazu stand eine Gedichtsinterpretation an. Da war für Jan die Wahl schnell klar: „Wir hatten zwar eine halbe Stunde Zeit, um uns für eins der beiden Themen zu entscheiden“, meint er. Doch wahrscheinlich brauchte er dafür nicht einmal eine halbe Minute, denn: „Gedichte sind nicht mein Fall. Und wir hatten uns im Unterricht auch viel mit Globalisierung befasst.“

Nach über viereinhalb Stunden Klausurzeit ist Jan dann aber an seine Grenzen gekommen. „Danach war die Luft raus“, sagt er. Die Schulzeit insgesamt hat er allerdings nicht als übermäßig erschöpfend empfunden. „Nur wenn man einen sehr guten Schnitt erreichen wollte, musste man sich wirklich anstrengen“, schildert Jan, der einerseits froh ist, „dass die Schule vorbei ist“ – andererseits aber ergänzt: „Jetzt wird sich zeigen, wie der Alltag danach aussieht.“ Eine Sache wird er aber nicht vermissen: Unterstufenschüler. Wieso das denn nicht? Jan: „Als ich klein war, hatte ich vor den Großen Angst. Die Kleinen haben jetzt aber keinen Respekt mehr vor Oberstufenschülern.“

Lehrerin hat für die Korrekturen nun zweieinhalb Wochen Zeit

Auch Englisch-Lehrerin Silvana Einecke ist froh, dass die Klausur geschrieben ist. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass die Schüler gut abschneiden werden. „Wir haben uns schließlich gut in diese Richtung vorbereitet“, meint sie. Zudem durften die Schüler Englisch-Deutsch-Wörterbücher verwenden. Handys und Laptops mussten sie aber natürlich an der Tür abgeben.

Nun hat die Lehrerin zweieinhalb Wochen für die Korrektur, dann ist der Co-Korrektor dran. Und ein paar Wochen danach wissen die Schüler dann Bescheid, ob sie das Abitur bestanden haben – oder um diese Zeit nächstes Jahr wieder über ihre Abitur-Klausuren schwitzen.