Protest gegen Outlet Center
11.01.2012 | 17:08 Uhr 2012-01-11T17:08:19+0100Die Siedlung Am Zinkhüttenplatz in Duisburg-Obermarxloh soll einem Outlet Center weichen. Bei einer Pressekonferenz äußerten sich Befürworter und Gegner des Vorhabens.
Die Stadtverwaltung von Duisburg und der Investor stellten bei einer Pressekonferenz
am Mittwoch die Planungen für das Factory Outlet Center „Douvil“ in Obermarxloh vor. Für 125 Millionen Euro sollen rund um die ehemalige Rhein-Ruhr-Halle in den nächsten Jahren bis zu 140 Läden entstehen mit einem Angebot aus Vorjahreskollektionen, B-Ware oder Überproduktionen vor allem von Mode-Markenherstellern. Das Outlet soll zwischen 600 und 800 Teil- und Vollzeitstellen nach Duisburg bringen.
Wir sprachen mit Befürwortern und Gegnern des Vorhabens.
09:47
Typisch Duisburg....Die Menschen sind gegen jede Veränderung....Wer die Häuser dort gesehen hast, sollte froh sien dass diese abgerissen werden. Die Häuser sind uralt, nicht saniert, schon im Flur stinkt es und mieft es. Und die Miete odrt ist auch nicht gerade wenig. Für das Geld bekommen die Mieter bessere Wohnungen. Ein bekannter von mir wohnt auch dort und ist froh, dass er umziehen kann und dazu noch entschädigt wird....
11:19
Menschenvertreibung für einen Konsumtempel, der unterm Strich gesehen im Umfeld des
FOC mehr Arbeitsplätze vernichtet als schafft, der ein Vekehrschaos anrichten wird kann und darf man nicht als Chance für den DU-Norden sehen sondern eher als ein Fluch.
Und Umweltmäßig für den DU-Norden eine weitere Atemluftverschmutzung.
Dieses geplante FOC bringt mehr Nachteile als Vorteile und macht darum auch keinerlei Sinn.
Politik muß mit den Menschen vor Ort gemacht werden und nicht gegen sie.
11:09
Ich bin auch am Freitag um 12:00 Uhr dabei. Die Bilder von älteren Mietern mit Rollator vor dem Duisburger Rathaus sind mir sehr nahe gegangen. Die Stadt und der Investor sollten sich schämen.
23:40
Ein errichtetes FOC / Douvil wird der erstaunlich gut in Tritt gekommenen Duisburger Innenstadt umsatz- und arbeitsplatztechnisch einen Tiefschlag versetzen.
Ein spürbarer Kundenrückgang bei Karstadt, H&M, C&A, Wellensteyn, Jack Wolfskin oder anderen Markenartiklern wird solch eine Neueröffnung de facto mit sich bringen.
Für rund 90 % der 600 – 800 FOC/Douvil Arbeitsplatzbeschreibungen im Billiglohnsektor gehen die Duisburger Stadtplaner rund um CDU Rat Enzweiler das Risiko der Abtötung einer wachsenden Innenstadt, stark steigender emissionsbelastung im Hamborner Wohnquartier sowie Exkommunizierung alt eingesessener Duisburger Mieter aus dem Arbeitermilieu ein.
Eine ähnliche Idee wurde vor 2 Jahren in Homberg an der L 140 / Rheindeichstraße auf dem riesigen Industriegelände der RAG / Luftschacht angedacht.
Im Unterschied: Hier wäre keine Wohnbebauung in Mitleidenschaft gezogen worden, eine ultragute Anbindung über die A42 in alle 4 Himmelsrichtungen liegt vor....warum hat man dort nicht „ zugeschlagen ?“
Im Prinzip ist es biosphärisch, emissionstechnsich und kulturell der falsche Weg, 100 km mit dem Verbrennungsmotor zurückzulegen, um ein paar Prozent bei Klamotten zu sparen.
M. E. Ist der einzige – miese – Grund für die einwohnerverachtende FOC/Douvil Strategie des Duisburger Stadtrat‘s darin zu sehen, dass die Kommune die marode Rhein-Ruhr-Halle kostenneutral vom Tisch haben will, denn Duisburg ist Pleite, kann aus eingener Kraft nichts mehr finanzieren.
Im Ergebnis kommt der schlaue Duisburger Politiker dann mit solch aberwitzigen Planungsspielen aus der Deckung.
Ergo: Wenn ihr unbedingt so eine Klamottenaldisierung wollt, dann bitte da, wo diese so wenig wie möglich an menschlich-biologischen Kollateralschäden verursacht.
Gegenmodelle gibt es zu hauf.
Bis Freitag um 12:00 Uhr in der Menschenkette....
Glückauf