Protest gegen Atommüll-Transport in Duisburg
22.02.2012 | 10:00 Uhr 2012-02-22T10:00:00+0100
Duisburg. Auch Duisburg wird Samstagmittag zum Schauplatz von Demonstrationen gegen Atommüll-Transporte. Mit ihrem „Autobahn-Aktionstag“ wollen Anti-Atom-Bewegungen aufmerksam machen auf die geplanten Castor-Transporte über NRW-Autobahnen. Am Rande soll es auch um die regelmäßigen Atommülltransporte von Duisburg nach Ahaus gehen.
Der Protest gegen Atommüll-Transporte erreicht am Wochenende Duisburg. Zum Zwischenstopp treffen sich Samstagmittag in Wanheim zwei Auto-Konvois aus Ahaus und Bonn, die nach Jülich unterwegs sind, um mit ihrem „Autobahn-Aktionstag“ auf geplante Transporte über NRW-Autobahnen aufmerksam zu machen.
Verschiedene Anti-Atom-Bewegungen aus Duisburg rufen zur Teilnahme auf. Hintergrund für die Protest-Konvois sind die in diesem Jahr geplanten Castor-Transporte mit Lastwagen über die NRW-Autobahnen vom Atom-Forschungszentrum Jülich ins Atommülllager Ahaus.
„Unnötige Gefahrenquelle“
Um 11 Uhr startet am Life-Saver-Brunnen eine Fahrraddemo, die durch die Innenstadt nach Wanheim führt. Dort treffen um 12 Uhr die Protest-Konvois zum Zwischenstopp ein. Vor der Firma „Gesellschaft für Nuklearservice “ (GNS) an der Richard-Seiffert-Straße, Ecke Ehinger Straße, sind eine Stunde lang „bunte Aktionen und Kundgebungen“ geplant. Der Ort ist bewusst gewählt, denn am Rande geht es auch die regelmäßigen schwach- und mittelradioaktiven Atommülltransporte von Duisburg nach Ahaus.
Für Kerstin Ciesla vom BUND Duisburg ist die sogenannte Konditionierungsanlage der GNS ohnehin fehlplatziert: „Ein Standort für eine solche Anlage sollte außerhalb von Wohngebieten liegen. Ich halte das aus Sicherheitsgründen für sehr bedenklich, die Transporte sind zudem unnötige Gefahrenquellen“. Ciesla sei immer wieder erstaunt, dass viele Duisburger „nicht die leiseste Ahnung haben, dass es hier überhaupt eine solche Anlage gibt“. Auch deshalb sei der Protest notwendig, um auf das Thema überhaupt aufmerksam zu machen.
Politischer Dauerbrenner
Auf politischer Ebene ist der Standort und die Anlage allerdings eher ein Dauerbrenner-Thema. Seit anderthalb Jahren geht es in den Gremien um die Ertüchtigung der Hallen, nach langem Hin und Her zwischen Aufsichtsbehörden und der in dieser Sache widerspenstigen Bezirkspolitik erhielt GNS Ende letzten Jahres schließlich die Genehmigung für den Umbau. In zwei Wochen ist die Anlage auch wieder Thema im Umweltausschuss.
Wie in den zahlreichen Protokollen zuvor sehen das Land und die Bezirksregierung die Auflagen des Strahlenschutzes erfüllt, die Emissionen liegen weit unterhalb der Grenzwerte. Auch der letzte Versuch von Grünen und Linken, das Pachtverhältnis zwischen Hafen AG und GNS nicht zu verlängern, schlug fehl.
Bis zu 3300 Tonnen radioaktiver Müll in Wanheim
Die GNS darf in Wanheim bis zu 3300 Tonnen schwach- und mittelradioaktiven Müll lagern. Die radioaktiven Reststoffe und Abfälle stammen nach Angaben der Bezirksregierung aus Kernkraftwerken, kerntechnischen Anlagen und Landessammelstellen. Sogenannte „wärmeentwickelnde Abfälle“ wie abgebrannte oder wiederaufbereitete Brennelemente werden nicht nach Duisburg geliefert.
Die 2007 neu erteilte Genehmigung erhält keine Auflagen zur Anzahl der Transporte. Im Schnitt finden rund 1,3 Transporte pro Woche statt, entweder über den Schienenweg oder per Lastwagen über die Ehinger und Richard-Seiffert-Straße in Richtung Autobahn.

20:55
Bringt die Fakten von Heimathirsch #6 und #7 noch mal in einem neuen Artikel.
Finde ich wichtig und nicht jeder liest die Kommentare. Danke.
#6 und #7Heimathirsch
Danke für diese Informationen.
Und dann immer diese verniedlichungen wie :
"schwach bis mittel radioaktiv.
Radioaktiv ist radioaktiv !
Ich bin ja schon ein bisschen älter und kenne das mit den Messwerten.
Die Jungen unter uns, die fühlen sich dadurch beruhigt.
Immer wieder schreiben, wie diese Lobbyisten mit diesen Werten verfahren.
ich erinnere an Berzelius und die B.U.S. AG
http://www.duisburg-atomfrei.de/informationen/historie/die-bus-und-der-dioxin-skandal/
20:26
Überlegen Sie mal,was das für ein Wahnsinn ist,für ein bisschen Strom,den man auch umweltfreundlich herstellen kann.Überhaupt kein Problem,wenn man so viel in Erneuerbare investiert,wie in die Atomenergie.
"Die Nutzung der Atomenergie in Deutschland kostete die Bundesbürger von 1950 bis 2008 mindestens 165 Milliarden Euro an staatlichen Fördermitteln. Mindestens 92,5 Milliarden Euro kommen künftig an Ausgaben noch hinzu."
Besagt eine Green Peace Studie,die auch versteckte Subventionen mitrechnet.
Eine andere Seite berichtet:
"Im März 2012 wird ein Atomtransport mit 16 Plutonium haltigen Brennstäben durch den Landkreis Hameln-Bad Pyrmont fahren, um das AKW Grohnde mit den sehr gefährlichen MOX-Brennstäben zu beliefern. Das sind 3 LKW mit 400kg Plutonium. Nur wenige Milligramm können ganze Landstriche verseuchen!"
Wie mögen wohl die "Grenzwerte"für den Transport aussehen ?
Wahrscheinlich so wie man sie braucht,damit der Transport stattfinden kann.
Und wie weit wird das Zeug Transportiert
19:35
"die Emissionen liegen weit unterhalb der Grenzwerte"
wahrscheinlich so wie in Gorleben,man misst einfach so lange,bis die Messungen sich den "Grenzwerten",die willkürlich festgelegt wurden um der Bevölkerung ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle zu vermitteln,angepasst haben.
Doppelter Abstand,halber Messwert.
Wir alle wissen,daß es für Radioaktivität keine unschädliche Dosis gibt.
Die wirklichen Folgen kommen in der sechsten Generation erst zum Vorschein.
Man schiebt die Schäden eines heutigen hemmungslosen Geldverdienen wollens,
denn mehr ist das ja nicht,den kommenden Generationen ins Erbgut.
Wissenschaftler haben bereits vor mehr als dreißig Jahren betont,daß das Uran auch irgendwann erschöpft ist und die Erforschung der erneuerbaren Energien ausgebaut werden sollte.Die Politik hat gelenkt durch Lobbyinteressen das Gegenteil getan.
Heute sehen wir die Preise für Solarzellen fallen wie vor kurzem in der Computerbranche und anderswo.Kein Strom ist so teuer wie Atomstrom.
11:16
nun bei denen kommt der strom doch bloß aus der steckdose.
15:41
Das wird in den folgenden Jahren noch viel Demo-Arbeit für die Ant-Atom-Bewegung. Nach dem Abschalten der 17 deutschen Atomkraftwerke werden mit dem Rückbau und der Sicherung der Kernbrennstoffe zehntausende (!) von Castor Transporten auf Strasse, Schiene und den Wasserstrassen erfolgen - müssen! Ja nun - man kann schliesslich nicht an alles denken - oder?
15:16
Da sind wieder jede Menge Berufsdemonstranten unterwegs die alles bestreiten, nur nicht ihren Lebensunterhalt.
14:53
Ja ja, die "Aktivisten", "Wutbürger" und wie die sonst noch genannt werden.
Extremisten sind das die nur auf Krawalle aus sind. Vielleicht wäre den Leuten lieber man würde den Atommüll einfach auf den Gleisen stehen lassen?
13:18
siehe Artikel:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/sued/initiativen-fordern-stilllegung-von-gns-id6311495.html
"Nach Einschätzung der Bezirksregierung erfüllt GNS alle Voraussetzungen der Strahlenschutzverordnung und hat einen gesetzlichen Anspruch auf Genehmigung."
Da ist von leichter bis mittlerer Strahlenbelastung die Rede. Alleine diese verniedlichung, aber das kennen wir ja schon von der CO2-Pipeline.
In diesem Zusammenhang bekommt das ach so gefeierte Metallgebilde in Wanheim doch eine ganz neue Bedeutung :
Tiger &Turtle !
Von wem werden wir in diesem Land nur regiert !
...Sind damit etwa die "schwach- und mittelradioaktiven Abfälle" gemeint? Was hat radioaktiver Abfall mit der CO(Kohlenmonoxid-)Pipeline zu tun? Und wieso Verniedlichung? Eine Zigarrette z.B. erhöht "leicht" das Risiko, an Gefäßverengung bzw. Lungenkrebs zu erkranken und zu sterben. Wer wehrt sich da gegen die offensichtliche "Verniedlichung" einer Lebensgefahr? Eine Urlaubsflug nach "Malle" erhöht rechnerisch das Leukämierisiko genauso wie das anschließende Bad in der mediterranen Sonne. Aber niemand scheint´s abzuschrecken. Warum? Folge einer gemeinen "Verniedlichung"? Was ist mit der Abstrahlung von Mikrowellengeräten? Was mit Feinstäuben aus Verkehr und Landwirtschaft? Geologisch bedingte Radonkonzentrationen? Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen...