Pro NRW hetzte in Duisburg gegen Asylunterkünfte

Neben der Kundgebung des Duisburger Flüchtlingsrats gab es weitere Proteste gegen die Rechten.
Neben der Kundgebung des Duisburger Flüchtlingsrats gab es weitere Proteste gegen die Rechten.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Duisburger Stadtteil Neumühl gab es bei einer Kundgebung der rechten Partei Pro NRW am Freitagabend kleinere Zwischenfälle.

Duisburg..  Die rechte Partei Pro NRW hatte sich einen geschichtsträchtigen Tag ausgesucht, um in Neumühl gegen die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften zu hetzen. Während an anderen Orten des Endes des von Deutschland ausgehenden Vernichtungskriegs gedacht wurde, nahmen Dutzende Neumühler an der Veranstaltung der Partei teil, trugen aber auch vor deren Ankunft teils ungehemmt ihren Rassismus zur Schau.

Zwei Personen festgenommen

Dass der Bus der reisenden Pro-NRW-Demonstranten im Berufsverkehr aufgehalten wurde, hatten einige ihrer Sympathisanten aus Neumühl wohl nicht mitbekommen, vermutete Polizeisprecher Ramon van der Maat. Deshalb standen sie schon während der Kundgebung des Flüchtlingsrates in kleinen Gruppen auf dem Hohenzollernplatz. Nachdem die rassistischen Provokationen einiger Bürger in Richtung Gegendemonstranten Überhand nahmen, teilten Polizeikräfte die Gruppen. Linke Demonstranten widersetzten sich den Beamten heftig. Im Laufe der Auseinandersetzungen wurden zwei Personen festgenommen.

Am Rande des Platzes hatte zuvor der Flüchtlingsrat über die Situation geflüchteter Menschen informiert. „Durch die Ausdifferenzierung in gute und schlechte Geflüchtete wird dem rechten Rand der Boden bereitet“, kritisierte Frank Noroschat, Sprecher des Flüchtlingsrates, auch die Stadtspitze. Das führe zu einem Rassismus im Alltag, der in Neumühl noch deutlich zu spüren sei, obwohl die offenen Proteste gegen die Einrichtung des Landesasyls abgenommen hätten.

Welchen Zulauf die Rechten in Neumühl haben, zeigen die Teilnehmerzahlen der beiden Pro-NRW-Veranstaltungen am Freitag. In Düsseldorf wurden von der Polizei etwa 20 Personen gezählt, in Duisburg waren es mehr als 70.