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Privatschulen ja oder nein? - Das sagen die Experten

29.04.2010 | 10:48 Uhr
Privatschulen ja oder nein? - Das sagen die Experten

Duisburg.Die Guten ins Kröpfchen - und die anderen Schüler in die öffentlichen Schulen? Was Schulpolitiker der Stadt und der Leiter der St. George’s School zu dem Thema „Privatschule“ zu sagen haben.

Die Frage nach „Privatschule, ja oder nein“, sagt Edward Connolly, Direktor der privaten, englischsprachigen „St. George’s School“ an der Birkenstraße in Wanheimerort, sei eine sehr komplexe Frage, eine Frage mit vielen Schichten: „Aber am Anfang steht doch immer, dass jeder für seine Kinder das Beste will und somit respektiere ich absolut die Bürgermeinung, die die NRZ ermittelt hat und die in Mehrheit weitere Privatschulen ablehnen würde.“

Die St. George’s School im Stadtbezirk Mitte sei ja auch eine „Internationale Schule“, die nicht im direkten Wettbewerb mit den staatlichen, öffentlichen Schulen in der Stadt Duisburg und Umgebung stehe. „Wir bieten hier eine Bildungsdienstleitung vornehmlich für Beschäftigte von international arbeitenden Unternehmen bzw. Organisationen an, die alle zwei Jahre ihren Arbeitsplatz wechseln müssen. Sie werden quer über die Welt verschickt und deren Kinder müssen dann jeweils vor Ort in der Verkehrssprache Englisch eine Schule finden.“ Die Schule mit aktuell 432 Schülern im Alter von drei bis 18 Jahren, 36 Lehrern und 18 pädagogischen Hilfskräften besteht seit acht Jahren.

Aber auch im Grundsatz, so empfindet es der Pädagoge, der für ein paar Jahre seinen Arbeitsplatz auf der britischen Insel mit dem im Ruhrgebiet getauscht hat, seien privat betriebene Schulen keine Bedrohung: „Wir schöpfen gewiss nicht den Rahm ab und überlassen den anderen die harte Erziehungsarbeit.“

Abgesehen von kirchlichen Schulen wie das Hildegardis oder das Abtei-Gymnasium haben Schulen mit nicht-staatlichen Trägern in der Arbeiterstadt Duisburg keine große Tradition.

Stadtweit besuchen derzeit 4258 Kinder im Alter zwischen sechs und 20 Jahren eine „Privatschule“ in Duisburg, das heißt, eine Schule, die von der Kirche bzw. einem privaten Träger betrieben wird. Das sind 7,6 % der Duisburger Schülerschaft. unter den Primarschulen gibt es elf Schulen in katholischer und eine in evangelischer Trägerschaft. Darüber gibt es zwei kirchliche Gymnasien (Abtei und Hildegardis). Eingeborene Duisburger kennen noch das einstige „Private Lehrinstitut Zimmermann-Gymnasium“ am Innenhafen.

„Bildung muss öffentlich sein“, so formuliert Hartmut Pietsch, Schulleiter der Gesamtschule Meiderich, das Credo seiner Partei, der SPD, jener Partei, deren schulpolitischer Sprecher er über viele Jahre im Rat der Stadt Duisburg war: „Wir haben ein gutes öffentliches Schulwesen und wir brauchen ganz bestimmt nicht Schulen, die mit dem Schulbetrieb Geld verdienen wollen.“

Warum denn nicht?

Natürlich soll der Staat nicht alles machen, sagt er. Wenn also jemand mit einem Privatschulprojekt um die Ecke käme , „dann würden wir uns das genau anschauen und prüfen, ob das ein zwingend notwendiges Angebot ist und überlegen, ob das nicht auch der öffentliche Sektor leisten kann.“ Die englischsprachige St. George’s Schule, so Pietsch, sei ein Ausnahmefall, eine Mischform, die nicht in Konkurrenz zu den städtischen Schulen stehe. „Aber die SPD ist ganz entschieden gegen muslimische oder türkische Gymnasien. Sowas brauchen wir hier gar nicht!“

Die Vermittlung von Bildung, sagt Mustafa Arslan, der Schulfachmann der Bündnisgrünen, dürfe niemals vom sozialen Status der Eltern abhängen: „Gute Schulen nur für reiche Kinder? Nein!“ Aber auch islamische Internate wie etwa der VIKZ sie betreibe, sind nicht die Sache der Grünen: „Nur der Staat ist für die Bildung zuständig.“

Der Christdemokrat Peter Ibe würde bei der Umfrage des NRZ-Bürgerbarometers mit „Nein“ antworten: „Ich bin gegen eine Einteilung des Schulsystems in private und öffentliche Schulen, so wie wir das aus England oder den USA kennen.“ Alle Kinder sollen in Duisburg das eine Schulsystem besuchen. Damit sei man Jahrhunderte lang auch gut gefahren.

Stefan Endell

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Kommentare
30.04.2010
10:06
Privatschulen ja oder nein? - Das sagen die Experten
von Vladislav Vapel | #2

Wenn es hier in Duisburg eine gute Privatschule geben würde, dann würde ich mein Kind dorthin schicken. Leider sind die Privatschulen in den Nachbarstätten zu weit weg um im morgendlichen Berufsverkehr normal durchzukommen - es sei denn maan fährt schon um 6:30h los. Ich habe das ausprobiert - eine Katastrophe. Wenn es hier in Duisburg sowas gäbe, wäre ich froh. Denn was sich auf Gesamtschulen so rumtummelt ist ein wahre Pracht. Von 30 Kindern in einer Klasse gibt es mind. 21 die türkisch sind und den anderen Klassenkameraden auch zeigen, dass Sie die Überzahl haben. Da werden europäische Kinder ausgeschlossen, es wird nur türkisch gesprochen usw. Die Lehrer sind machtlos.
Deshalb möchte ich meinem Kind eine bessere Schulbildung zukommen lassen - leider geht das heute nur noch, wenn man ein paar Euro extra ausgibt. Armes Deutschland.

29.04.2010
15:02
Die Guten ins Kröpfchen . . .
von Joachim Zachert | #1

FORSA-Umfrage: NRW-Bürger lehnen rot-grüne Schulpläne rigoros ab!

Unmissverständlich dokumentiert eine aktuelle FORSA-Umfrage für Nordrhein-Westfalen, dass zentrale rot-grüne Schulvorstellungen von der Bevölkerung abgelehnt werden. 57 Prozent sprechen sich gegen eine Verlängerung der Grundschulzeit aus, 78 Prozent wollen ein Wahlrecht der Eltern, nach der Grundschule zwischen unterschiedlichen Schulformen entscheiden zu können und 76 Prozent sagen NEIN zu einer einheitlichen Schule. Sie wünschen den Erhalt von Realschulen und Gymnasien.

Diese Umfrageergebnisse stellten die Landeselternschaft der Gymnasien, die Schulleitervereinigungen für Gymnasien und der nordrhein-westfälische Philologen-Verband auf einer Pressekonferenz heute in Düsseldorf vor. Mit Nachdruck fordern Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer, nicht an der Existenz der Gymnasien zu rütteln! Die Verstümmelung auf eine vierjährige Realschule und sechsjährige Gymnasialzeit wegen der Verlängerung der Grundschule trifft auf unseren heftigsten Widerstand!, erklärt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.

Die Ergebnisse der FORSA-Umfrage liefern klare Voten:
1.Gegen die Verlängerung der Grundschulzeit um zwei Jahre und gleichzeitige Verkürzung der Realschulen und Gymnasien sprechen sich 57 Prozent aller Wahlberechtigten in NRW aus. Nur 34 Prozent sind für eine Verlängerung. Je zeitlich näher die Befragten an ihrer eigenen Schulzeit sind, umso eindeutiger fällt das Ergebnis aus. 65 Prozent der 18- bis 29-Jährigen lehnt eine Grundschulzeitverlängerung ab. Auch bei den Anhängern der Parteien sind CDU, FDP, SPD und DIE LINKE mehrheitlich dagegen. Nur eine Mehrheit von Anhängern der GRÜNEN befürwortet mit 50 Prozent die Verlängerung der Grundschulzeit.

2.Für ein Wahlrecht der Eltern nach der Grundschulzeit, zwischen unterschiedlichen Schulformen entscheiden zu können, sind 78 Prozent. Diese Einschätzung wird in allen Bevölkerungsgruppen geteilt. Erstaunlich ist, dass Anhänger der SPD (80 Prozent), der GRÜNEN (85 Prozent) und DIE LINKE (81 Prozent) noch oberhalb der Quote von CDU-Anhängern (77 Prozent) liegen [FDP: 84 Prozent].

3.Gegen eine einheitliche Schule und die Schließung von Realschulen und Gymnasien sprechen sich 76 Prozent aus.Nur eine Minderheit von 20 Prozent hält es für richtig, Realschulen und Gymnasien durch eine einheitliche Schule zu ersetzen. Von den Anhängern der CDU erklären dies 84 Prozent, von den Anhängern der FDP 87 Prozent. Doch auch die Anhänger der Oppositionsparteien im Landtag und die Anhänger der Partei DIE LINKE sind mehrheitlich gegen eine Schließung von Realschulen und Gymnasien.

Die Vorsitzende der Landeselternschaft, Gabriela Custodis, wie auch die Vorsitzenden der Schulleitervereinigungen, Konrad Großmann und Rüdiger Käuser, verlangen, dass sich die Politiker an den Interessen der Eltern und ausschließlich am Wohl der Kinder orientieren. Die von SPD, GRÜNEN und DIE LINKE geplante Strukturveränderung provoziert ein Organisationschaos. Schulpolitik ist kein Experimentierfeld! Schulen sowie Schülerinnen und Schüler dürfen nicht zum Spielball fragwürdiger Strukturreformen werden!

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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