Privatgymnasium in Duisburg ist vorerst gescheitert

Erol Yücel vom Bildungsverein: „Nicht auf Teufel komm raus eine Schule gründen“. Foto: M. Peters
Erol Yücel vom Bildungsverein: „Nicht auf Teufel komm raus eine Schule gründen“. Foto: M. Peters
Foto: NRZ

Duisburg.. Eigentlich wollte der Rhein-Ruhr-Bildungsverein sein privates „Eventus“-Gymnasium schon im Februar eröffnen, die Verträge zur Anmietung der leerstehenden Hauptschule an der Wiesbadener Straße in Meiderich durchlaufen bereits die politischen Gremien. In den ersten beiden Ausschüssen traf die geplante Vermietung wie berichtet auf Ablehnung. Jetzt hat der türkische Verein den Antrag überraschend zurück gezogen.

Dieser Schritt soll deutlich machen, dass es dem Verein nicht darauf ankomme, gegen Widerstände und Vorurteile „auf Teufel komm raus“ eine Schule zu gründen, erklärten der Vereins-Vorsitzende Erol Yücel und der designierte Schulleiter Ralf Friedrich am Mittwoch gegenüber der NRZ. „Wir möchten uns gerne der öffentlichen und politischen Diskussion stellen und dann in möglichst großem Einvernehmen zu einem späteren Zeitpunkt die Schule eröffnen“.

Probleme mit dem Brandschutz

An der Wiesbadener Straße in Meiderich soll das nicht mehr der Fall sein. Der erste Vertrag musste laut Verein wegen Probleme Brandschutz annulliert werden. Die Absicht, das Gebäude dennoch anzumieten, habe man jetzt verworfen. Stattdessen will man sich auf der Suche nach einem alleinstehenden Gebäude, das sich als Privatgymnasium nutzen lässt, Zeit nehmen. Weil das Einzugsgebiet überregional sein soll, sei man nicht nur auf einen Standort in Duisburg beschränkt, sondern suche auch in den Nachbarstädten.

Nach Angaben des Bildungsverein sei man bis auf die Räumlichkeiten aber inzwischen fast allen Anforderungen der Bezirksregierung gerecht geworden. Das Konzept sei genehmigt, es stünden 14 Fachlehrkräfte und ein Schulsozialarbeiter unter Vertrag, die alle das Zweite Staatsexamen besitzen und auch der designierte Schulleiter Ralf Friedrich, der derzeit eine Gesamtschule im Kreis Aachen leite, erfülle die Qualifikation.

"Zweifel und Unmut respektieren"

Der Verein habe den Gegenwind gespürt, sagt Erol Yücel. „Wir erkennen an, dass offensichtlich in der Stadt Duisburg an verschieden Stellen noch Zweifel und Unmut herrschen und wollen daher eine öffentlichen Diskussion anregen und diese auch respektieren“.

Er bittet um einen fairen Dialog und betont, dass es nicht um ein „türkisches Gymnasium“ handelt. Das Eventus-Gymnasium positioniere sich eindeutig als internationale Schule, deren Türen jedem offen stünden. Dies sei auch eindeutig im genehmigten Schulkonzept verankert.

Die Unterrichtssprache sei Deutsch, das Kollegium bestehe fast ausschließlich aus Lehrern mit deutscher Muttersprache, Fremdsprachen sind Englisch, Französisch und Türkisch. Neben katholischer und evangelischer Religionslehre werde Unterricht in „Praktischer Philosophie“ angeboten. Schulgeld sei nicht zu zahlen, betont Yücel. Die Privatschule finanziere sich über Mitgliedsbeiträge, Sponsoren und den Förderverein.

Eröffnung im Sommer 2012 geplant

Das Eventus-Gymnasium soll auf den Erfolgen der gleichnamigen Lernzentren aufbauen. Die Einrichtungen des Bildungsvereins in den Stadtteilen besuchen derzeit rund 410 Schüler, davon 210 in Hamborn, 90 in Kasslerfeld und 70 in Rheinhausen.

Auch wenn die Standortfrage völlig offen ist: Der Verein will das Privatgymnasium im Sommer 2012 eröffnen. "Bis dahin möchten wir gerne um Akzeptanz werben und Probleme aus dem Weg räumen", sagt der Vorsitzende.