Posse auf der TaM-Bühne

Was für ein Nachrichten-Finale vor Pfingsten: Bei der Filial-Radikal-Kur der Sparkasse überrascht allerdings nur das enorme Ausmaß - das Fililalnetz wird halbiert. Ein echter Knaller ist dagegen die Nachricht vom TaM-Verkauf, ein Inszenierung zwischen Komödienstadl und miesem Spiel, bei dem die Stadt allerdings nur noch tatenloser und staunender Bühnengast ist.

Zur Sparkasse: Sie hatte in den vergangenen Wochen schon das Feld bestellt und Argumentationslinien erarbeitet. Sie tut alles, um sich weiter als die „Bürgerbank“ zu präsentieren. Das muss sie auch als öffentlich-rechtliches Institut. Das Schimpfen auf das zu verbraucherfreundliche, gar bankenfeindliche Umfeld hätte sie sich gestern sparen können, denn es ist auch ohne dieses Jammern ebenso nachvollziehbar wie folgerichtig, dass sich die Sparkasse der geänderten Kunden- und Branchenwelt anpassen muss. Wenn in Filialen kaum Kunden sind, braucht man sie nicht - die Filialen wohlgemerkt. Und der Profi-Baufinanzierer muss nicht überall präsent sein.

Duisburgs Sparkasse ist kerngesund, stark im Eigenkapital und in ihrer Rendite. Der Zukunftsplan ist langfristig und keine Notoperation. Sie passt sich jetzt als eine der ersten Sparkassen radikal den Veränderungen an und weiß dabei um den Bruch auch mit Traditionen. Wer damit zugleich im härter werdenden Markt Kosten um elf Millionen Euro senkt, will weiter Rendite machen. Und die kommt schließlich Duisburg zu Gute.

Ob der überraschende Verkauf des TaM Duisburg und seinem Kulturleben gut tut, ist dagegen eine gänzlich offene Frage. Durch die Hintertür ist Musical-Betreiber DeMarco nun doch „Herr im Haus“ am Marientor. War das alles abgekartet und „Mehr Entertainment“ steckt sich noch kurz ein paar 100 000 Euro beim Weiterverscherbeln ein? Es hatte bislang seine Gründe, dass die Stadt, so lange sie noch den Daumen drauf hatte, das TaM an „Mehr Entertainment“ statt an DeMarco verkaufen wollte. Es gab Zweifel an dessen Musical-Konzept und an seiner Finanzkraft. Hoffentlich bewahrheiten sie sich nun nicht.