Ponykarussell auf der Beecker Kirmes droht das Aus

Bei Kindern beliebt, aber dennoch umstritten: Ponyreiten auf der Kirmes.
Bei Kindern beliebt, aber dennoch umstritten: Ponyreiten auf der Kirmes.
Foto: Uwe Schaffmeister
Was wir bereits wissen
Tierschützer fordern das Ende des Ponyreitens auf der Beecker Kirmes. Deren Veranstalter überlegt, der Betreiberin keinen Platz mehr einzuräumen.

Duisburg.. Weil Tierschützer protestieren, drehen die Ponys auf der Beecker Kirmes möglicherweise keine Runden mehr. Der Kirmesveranstalter, das Duisburger Frischekontor, erwägt in diesem Jahr erstmals, keinen Vertrag an das „Ponykarussell“ zu vergeben. „Das Empfinden der Menschen in Bezug auf den Tierschutz hat sich verändert“, sagt Peter Joppa, Geschäftsführer des Frischekontors. „Wir tragen dem natürlich Rechnung.“

250 Bewerbungen von Schaustellern seien für den Jahrmarkt Ende August eingegangen, aber nur 150 Plätze zu vergeben. „Die Betreiberin des Ponykarussells hat zwar Anfang des Jahres eine Zusage erhalten, ein Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben.“ Seit 2013 ist Joppa der Kirmes-Chef. „Das Ponyreiten gibt es hier allerdings schon seit 30 Jahren, es hat also Tradition.“

Veterinäre äußern keine Bedenken

Tiermediziner hätten das Ponykarussell immer genau im Blick gehabt, sagt Joppa: „Die Veterinäre schauen vor der Kirmes bei uns vorbei, untersuchen die Rahmenbedingungen, sind auch an den Kirmestagen dort.“ Sie hätten keine Bedenken geäußert.

Eine Stadtsprecherin bestätigte, das Veterinäramt habe in den vergangenen Jahren keine Vergehen beanstandet. „Bei Tierschutzwidrigkeiten könnten wir das Ponyreiten verbieten. Wenn aber nichts festzustellen ist, können wir es auch nicht untersagen.“

Indes hat der Duisburger Michael Weber hat auf der Internetplattform change.org eine Online-Petition gegen das Ponyreiten auf der Beecker Kirmes gestartet. Darin fordert er Oberbürgermeister Sören Link auf, „das Leiden der Ponys zu beenden, da die Tiere nicht nur psychisch, sondern auch physisch zu Grunde gehen“. Die Kirmes biete viele alternative Attraktionen für Kinder, „der kurze Spaß auf Kosten der Tiere“ sei deshalb „leicht zu entbehren“. 500 Menschen hatten den Aufruf bis Freitag unterzeichnet. Die Tierschutzorganisation Peta hatte bereits 2013 das Ponyreiten auf der Beecker Kirmes scharf kritisiert.

In Düsseldorf steht bereits fest, dass es auf der Rheinkirmes Ende Juli kein Ponyreiten geben wird. Eine entsprechende Online-Petition fand rund 10.000 Unterstützer. Ein Kirmessprecher begründete die Entscheidung damit, der Veranstalter wolle die Geschäftssparten jährlich durchwechseln, diesmal sei das Ponyreiten betroffen. Auch die Fronleichnamskirmes in Oberhausen verzichtete in diesem Jahr auf einen Ponyreitstall.

In Duisburg wird darüber noch diskutiert. „Wir wollen auch herausfinden, wie die Entscheidung in anderen Städten genau zustande gekommen ist“, sagt Joppa. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll feststehen, ob die Tiere in diesem Jahr auf der Beecker Kirmes wieder ihre Runden drehen werden – oder das Ponykarussell vom Rummel verbannt wird.