Polizisten getreten und überrannt
27.07.2010 | 19:29 Uhr 2010-07-27T19:29:00+0200
Duisburg.Eine Augenzeugin erinnert sich an die schrecklichen Momente der Loveparade-Katastrophe. Sie erlebte auch die Bedrängnis, in die die Polizei durch die Menschenmasse am Tunneleingang geriet.
Sie war im Klinikum, wurde wegen ihrer Rückenschmerzen gründlich untersucht und konnte gestern das Krankenhaus gesund Richtung Hennef verlassen. Lara Schuhmacher-Pylen (17) war mittendrin, als die Loveparade-Tragödie an der Zugangsrampe passierte, die jungen Menschen an der Treppe starben.
„Zwei jüngere Mädchen waren auf mich gefallen. Dann lag ein Junge auf meinen Beinen. Alle um mich herum waren gestürzt. Aber ich hatte Glück. Ein Polizist hob mich auf, sagte immer wieder zu mir: Atmen, langsam atmen, tief atmen.“
Ihr Freund Vincent (15) „kam zu mir herangehumpelt“. Die beiden schafften es, dem höllischen Chaos zu entkommen. „Alle versuchten allen zu helfen, ich fächelte einer Bewusstlosen Luft zu“, erinnert sich Lara. „Polizisten und Sanitäter packten an, wo sie konnten.“
Mit einer Gruppe von Freunden waren die beiden per Zug von der Sieg angereist. Sie bewegten sich vom Bahnhof aus in dem Pulk, der bei einem der Top-Acts gegen 17 Uhr dabei sein wollte.
„An einer größeren Straße kontrollierte uns die Security auf Glasflaschen. Danach ließ man uns weiter durch. Es wurden immer mehr Leute. Etwa fünf Meter weit im Tunnel stand eine Reihe von Polizisten, wollte die Menge zurückhalten. Hinter ihnen war sogar noch etwas Platz. Da wurden manche Raver furchtbar wütend. Sie hatten keine Lust zu warten, traten auf die Beamten ein. Ganz viele drängelten sich einfach durch. Der Druck durch die Massen immer größer. Schließlich wichen die Polizisten, die förmlich überrannt wurden, zur Seite aus. Alles strömte in den Tunnel. Der war schließlich so voll, dass man nicht mal mehr den Arm heben konnte.“
Dass die Polizei „freiwillig“ das Feld geräumt habe, wie Rainer Schaller, der Veranstalter der Loveparade, gestern gegenüber dem WDR gesagt hatte, haben die beiden Augenzeugen nicht beobachtet.
Nach und nach fällt Licht auf Umstände, die dazu beigetragen haben könnten, die Rampe in eine Todeszone zu verwandeln. Ein weiterer Augenzeuge ist sicher: „Es gab dort zwei ganz gravierende Fehler. Direkt auf dem engen Rampen-Aufgang zum Loveparade-Gelände waren mehrere Buden platziert, die den ohnehin knapp bemessenen Platz zusätzlich verkleinert haben. Meiner Meinung nach hatten Imbiss-Stände an dieser neuralgischen Stelle absolut nichts zu suchen.“
Der junge Mann hat zudem beobachtet: „Die Floats, die kreisenden Wagen der Parade, kamen dem Rampenaufgang viel zu nahe. Sie wurden beim Herumziehen stetig begleitet von einer Menge Jugendlicher. Diese Fans nahmen viel Raum ein. Befand sich ein Wagen nahe dem Aufgang, konnte aufgrund dieser Menschentraube von unten keiner mehr aufs Gelände, weil oben alles verstopft war. An der Seite versperrten Wände den Weg. So kam es zu der widersinnigen Situation, dass am Eingang alles total dicht war, während im hinteren Bereich des Veranstaltungsgeländes noch reichlich Platz blieb.“

12:23
1banane,
sie haben offensichtlich den Artikel falsch verstanden. Es geht hier um Ereignisse, die weit vor dem Tunnel passiert sind. Dort wurden die Ordnungskräfte teilweise aggressiv über den Haufen gerannt. Was dann zur Folge hatte, dass es im Tunnel zu schnell zu voll wurde. Dann trat das ein, was sie beschrieben haben.
08:40
@ #8 Leute sind nicht aus Spass aggressiv sie rannten um ihr Leben! Man muss sich das wie einen Ertrinkenden vorstellen. Mehrfach wurde beschrieben dass die Leute umkippten. Sie bekamen keine Luft mehr - der einzige Grund dafuer! Wenn also ein Badender keine Luft mehr bekommt, und der Rettungsschwimmer zu schnell bei ihm dann geraet der Rettungsschwimmer durch das herumfuchteln selbst in Gefahr. Im Kampf des Menschen um den letzten Liter Luft hechelt er kaempft er trampelt er, sonst verreckt er. Ist der sich vor dem Erstickungstod versuchend Rettende aggressiv? Der Rettungsschwimmer laesst den Zappelnden zappeln bis er nicht mehr zappelt. Dann geht er hin und rettet ihn. Im Tunnel oder davor, aber war keiner da der den Zappelnden haette zur Seite stehen koennen. Die Ertrinkenden erblicken die Fuer sie mutmasslich rettende Treppe und streben in TODESANGST und mit letzter Kraft dort hin. Das waren die von Dir beschriebenen Aggressiven. Aggressiv nicht von Natur sondern den Umstaenden geschuldet!, damit FREI VON JEGLICHER SCHULD! @ #13 Einzelne Polizisten (ehemals mit dem Slogan Dein Freund und Helfer betitelt) haben Deinen Beschreibungen nach offensichtlich keine Ausbildung als Helfer. Wenn eine Mensch, von dessen Steuern ihr Lohn gezahlt wird, in ihrer Naehe in Not ist, und sie entweder nicht in der Lage sind gesunden Menschenverstand einzusetzen, oder dieser ihnen abtrainiert wurde, haben wir entweder sie selbst oder deren Ausbilder als Schuldige die sich den Vorwurf unterlassen Hilfeleistung gefallen lassen muessen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich aus dieser Dilletantenparade nicht die groesste Prozesslawine der nahen Zukunft ergeben wird!
18:42
In Rock & Roll passiert das nicht mehr heutzutage.. da sind sowohl genügend gut gekennzeichnete Notausgänge wie auch crash Barrieren die nicht überrannt werden können.. Eben WEIL das kommerziell läuft wird auch peinlich genau darauf geachtet. Man will nächstes Jahr wieder Kohle machen...
Jetzt mal eine ernste Frage: Warum muss man ganz normal damit rechnen das Raver auf Polizisten eintreten, Barrieren überrennen wie im Krieg, um dann mit Gewalt Menschen tot zu trampeln in rasender Gier nach Geiler Party
Warum muss man ganz normal damit rechnen?...warum?
17:34
Für das Veranstaltungsgelände einschließlich der Tunnelanlage war auschließlich der Veranstalter zuständig und nicht die Polizei. Nach den aktuelle Erkentnissen hat die Securitytruppe des Veranstalters die Situation nicht in den Griff bekommen (Wieso ist noch zu klären - u.a. vermutlich zu wenig und zudem kein geschultes Personal) und hat viel zu spät die Polizei alamiert und um Hilfe gebeten. Da war die Situation schon eskaliert.
14:58
Die Polizei vor Ort hätte den Run nur mit massiver Gewalt aufhalten können - das wäre vermutlich auch nicht ohne Verletzte und Tote abgegangen, nur hätte sich das Drama vor der Polizeiabsperrung abgespielt. Wäre das wirklich eine Alternative gewesen?
Viele Gäste haben sich aufgeführt wie Drogensüchtige auf Turkey, jedes Mittel war recht, um auf den Platz zu kommen, der Verstand ausgeschaltet.
Man hätte die Veranstaltung nicht genehmigen sollen. Jetzt schreien alle nach der Ordnungsmacht, die sie vorher selbst ignoriert haben. Wer von den Teilnehmern hat denn für seinen Bereich das Verantwortungsgefühl gezeigt, dass er jetzt von anderen fordert?
12:04
Also ich selbst war auch vor Ort und ich kann nur sagen das die Schuld bestimmt nicht bei den Polizisten lag . Man kann alles drehen und wenden wie man will die Schuld liegt beim Veranstalter der sein Ding durchziehen wollte und der OB Duisburg der mit viel zu wenig Ausgaben Geld verdienen wollte.
Die LP war von anfang an zum scheitern verurteilt.
Ich war ab 13.00 vor Ort und es war da schon zu Voll an der Karl Lehr str. durch den Tunnel kamen wir auch schon sehr schlecht uns als wir an der Rampe ankamen standen wir schon fest. Oberhalb der Rampe kamen wir dann auch nicht weiter weil die LKW;s des Flouts auch ständig feststanden. Ich konnte mich da schon nur müsam links mit meinen Freunden an den Zäunen vorbei auf den Platz hin bewegen.Als ich endlich oben angekommen war und immer noch an den Zäunen war da sie überall standen(eingezäuntes VIEH) musten wir auch dort schnell weg da die anderen Menschen auf der rampe also um 15.00 auch diese Zäune enrannten. die Polizisten die dort oben standen sagten auch nur Lass sie durch Was meiner Meinung richtig war. Auf dem Platz endlich angekommen (KL:BÜHNE) war es so Dreckig und staubig das man eine Brille aufsetzen musten. Ich kam mir vor wie auf einem Billigen Rockk. und nicht auf der schrillen bunten LP. Wir wollten dann um 16.30 wieder abhauen und wollten dann mit dem wissen auf der Rampe ist es zu voll oben irgendwo raus und weg nur alles war zu und die Ordner die dort standen sagten sie dürfen uns hier oben nicht raus lassen und zeigten uns den weg wieder richtung Rampealso sind wir auf der seite wo die Gleise waren wieder auf den Platz wieder drauf richtung Rampe. Auf dem Platz ca.200m. vor der Rampe sagten Ordner wir dürften hier auch nicht auf den Platz wir sollten oben hergehen. Als wir im sagten wir wollen doch nur nachhause und das wir von oben kommen und wir gesagt bekommen haben wir müssen hier hin sagte einer der Ordner es hat einen Toten gegeben. Er ließ uns dann durch.
Was wir dann erlebt haben vermag ich kaum in worte zufassen um 18.30 auf der Rampe .
Rechts überall tote Menschen und links in den Tunnel alles verletzte .... Ich weiß eigentlich nicht warum musten wir dort noch her . Selbst die Polizisten hatten tränen in den augen . Wir haben uns sorgen gemacht weil unsere 22J. Tochter mit Freunden auch dort war und wir dank super Telf. Netze(es ging nichts mehr) nicht wusten ob sie dabei waren oder nicht. Wir hatten Glück uns ist allen nichts geschehen. Also wer hat jetzt schuld :
für mich ist klar nicht der eine Ordner oder die anderen Ordner und nicht die Polizisten haben Schuld auch nicht die Menschen die dort zum feiern hin gingen sondern DIE DIE GELDGEIL WAREN und nur an PROVIT DENKEN sind Schuld .
Ich Gedenke an die Toten und Verletzten
und werde das wohl nie vegessen !!!!!!!!!!!!!
Das schlimme ist das es am Hauptb. weiter ging mit dem einferchen und dort auch die Läden sogar zu hatten um Getränke zu bekommen und auch dort war oben alles zu um bloß nicht ausweichen zukönnen richtung stadt oder so . also die gerade heil aus dem Tunnel kammen , kammen in die nächste Katastrophe . Das hat auch ein Bekannter von uns Erlebt .
Das ist alles eine Schande wer soll damit klar kommen !!!!!!!!!!!!!!!
11:31
Es ist in anderen Berichten zu lesen, dass viel zu wenig Ordner und Polizisten vor Ort waren.
Klar, man will ja verdienen. Aber mal so gesehen, kommen 50 Polizisten nicht gegen 10.000 Menschen an, wie soll das ausgehen ?
Polizei gibt bei Loveparade Warnschüsse ab...is ´ne tolle Schlagzeile. Wäre echt gespannt auf den Aufschrei....böse Polizei
10:31
Ich komme hier aber nochmal mit geht nicht, aber echtmal. Es gibt halt physikalische Gesetze. Die sind nicht außer Kraft zu setzen.
Vielleicht haben sie ja mal die Gelegenheit, sich bei einer großen Veranstaltung als Ordner einsetzen zu lassen. Sollte die dann auch in dieser Art und Weise aus dem Ruder laufen, können sie das, was ich geschrieben habe ja mal testen. Sollten sie das überleben, können sie sich gern noch mal melden.
Obwohl, wenn ich mir ihre Kommentare hier so durchlese wage ich zu bezweifeln, dass sie die Mindestanforderungen als Ordner erfüllen.
10:06
Der Polizisten vor Ort kann man bei den Vorkommnissen keine Schuld geben. Wäre es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen, wären die Polizisten in dem Fall die Dummen gewesen.
Dramatisch isset natürlich wenn man merkt, es geht nix mehr und man schiebt und quetscht sich durch Mengen statt zu warten. Irgendwie ist die Gesellschaft sehr ungeduldig geworden.
Nichts desto trotz, das sind Faktoren, die in die Sicherheitskonzepte eingebracht werden müssen...hört man einfach mal auf Fachleute udn wenn diese warnen, gibt man nicht im letzten Augenblick sein OK. Selbst wenn der letzte Entscheidungsträger bei den Planungen nicht involviert war, aber er hat letzten Endes als letzte Instanz, solche bedenklichen Aktionen zu stoppen. Da wären mir die Kosten für die Vorbereitungen egal aber Menschenleben hat nun mal vorrang
09:09
#21 von echtmal
Na, na , na - nur weil es deren Job war, heißt es trotzdem nicht, das es möglich ist. Zu mindestens nicht mit ein paar ( oder auch mehr ) Polizisten oder Ordnern. Da halten Sie keine solche Menge mal eben auf. Man könnte natürlich Panzer oder Radlader dahin stellen, aber das dürfte auch nicht den von Ihnen gewünschten Effekt haben - eher im Gegenteil. Mit dem Mund ist sicherlich alles sehr einfach und hinterher sind alle schlauer - aber halt auch erst hinterher !