Polizist im Dienst angegriffen - ein Betroffener erzählt
21.02.2012 | 19:04 Uhr 2012-02-21T19:04:00+0100
Duisburg. Die Zahl der Übergriffe und Widerstandshandlungen gegen Polizisten steigt seit Jahren kontinuierlich an – so auch in Duisburg. Zu den Opfern gehört auch Hundeführer Michael Krogoll, der im Einsatz eine Schlägerei schlichten sollte - ein Erfahrungsbericht.
Und ganz plötzlich sah sich Michael Krogoll von vier Angreifern umzingelt. Eigentlich war der 37-jährige Polizeikommissar in jener Nacht im Oktober 2011 zu einem Routineeinsatz beordert worden. Es hieß in der Alarmmeldung, dass in einer Kneipe in Wanheimerort eine Schlägerei zu schlichten sei. Als der Diensthundeführer mit „Chico“ – einem dreijährigen Polizeihund der Rasse Hollandse Herder – dort eintraf, war das Duo zunächst allein. Andere Polizisten trafen erst später ein. Da lag Krogoll nach der Attacke der Täter schon verletzt auf der Straße.
Die Zahl der Übergriffe und Widerstandshandlungen gegen Polizisten steigt seit Jahren kontinuierlich an – so auch in Duisburg (die WAZ berichtete). Im Jahr 2011 wurden in dieser Stadt 243 solcher Fälle erfasst, im Jahr zuvor waren es 234. Die meisten Straftaten werden nach Auswertungen der Statistiken von jungen Männern begangen, die alkoholisiert und polizeilich bereits in Erscheinung getreten sind.
So war das auch beim Angriff auf Michael Krogoll. „Ich wollte gar nicht allein in die Kneipe hineingehen, sondern vor Ort erst die Lage sondieren und auf Verstärkung warten. Doch kurz nachdem ich aus dem Wagen gestiegen bin, sind aus einer dunklen Ecke schon vier Männer auf mich zugekommen. Sie sind sofort aggressiv geworden“, schildert der Mann, der seit 20 Jahren im Polizeidienst ist, seine Erinnerungen. Sein Hund sei noch im Wagen gewesen.
Täter wurden schnell gefasst
Als die Männer sich bedrohlich näherten, zog er seinen Schlagstock. Er wurde umstellt, nach einem ersten Gerangel von hinten festgehalten. „Die Täter haben mir Stock und Pfefferspray abgenommen und mich systematisch abwechselnd von allen Seiten angegriffen. Ich habe ganz schön was abbekommen.“ Trotzdem konnte sich Krogoll irgendwann losreißen und seinen Hund aus dem Auto holen. Der biss zwar zu, bekam aber auch Schläge, Tritte und eine Ladung Pfefferspray ab. Erst nach drei, vier Minuten ließen die Täter von Krogoll ab. Seine Verletzungsliste: Schädelprellung, Platzwunden, Knie- und Augenverletzung. Eine Woche war er dienstunfähig. „Schaut man sich die Bilder an, bin ich glimpflich davongekommen.“
Welche Bilder meint er? „Ein Nachbar hatte zufällig eine Videokamera in seinem Fenster aufgebaut, weil zuvor mehrmals sein Auto vor der Haustür beschädigt worden war. Auf den Aufzeichnungen war der gesamte Tathergang zu erkennen“, berichtet Duisburgs Polizeisprecher Ramon van der Maat. Das Bildmaterial half bei der späteren Zuordnung der Straftaten.
Denn die Täter wurden bald gefasst. „Ich kannte einen der Männer von früheren Ermittlungen“, so Krogoll. Ihn identifizierte er im Polizeipräsidium anhand von Fotos. Über ihn fand man auch die anderen Beteiligten. Der Haupttäter wurde vor Gericht in erster Instanz bereits zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. „Es ist beruhigend, dass die Täter gefasst sind“, sagt Krogoll, einer von 13 Diensthundeführern in Duisburg. Die rücken seit diesem Vorfall zu nächtlichen Einsätzen nur noch mit zwei Beamten aus.
"Ich bin deutlich misstrauischer geworden"
Und was hat sich bei ihm persönlich nach dem Übergriff verändert? „Ich achte nun noch genauer und extremer auf alles um mich herum, wenn ich an einem Einsatzort eintreffe. Und ich bin deutlich misstrauischer geworden.“ Die gewachsene Zahl an Übergriffen seien für ihn und alle Kollegen inzwischen „trauriger Alltag“. Bei Beschimpfungen oder Beleidigungen würden manche gar nicht mehr reagieren, so oft käme das vor. Das gestiegene Risiko, Opfer einer tätlichen Attacke zu werden, sei aber nicht hinnehmbar. „Deshalb verstehe ich auch jene Kollegen, die sich nicht länger auf den Füßen herumtanzen lassen wollen.“
Genau heute startet landesweit eine Online-Befragung des NRW-Innenministeriums unter Polizisten zum Thema „Übergriffe“. Auch viele der 1200 Kräfte aus Duisburg sollen sich daran beteiligen.

14:10
kein Mensch schützt unsere Polizei
die greifen Straftäter auf, diese werden dann vor Gericht gestellt und dann aus irgendwelchen Gründen wieder auf die Straße gelassen. Dort werden Sie wieder straffällig, wieder von der Polizei aufgegriffen und das Spielchen geht weiter.
Solche Leute nehme die Polizei nicht ernst und da sollte unser Vater Staat mal ganz schnell was dran tun. Auch die Gerichte müssen härtere Urteile sprechen. Die Gesetze sind ja da.
Diese Kuschelkursfahrerei bringt keinem was, nur den Straftätern selber. Die grinsen doch nur müde, weil die wissen, dass ihnen nichts passiert.
Die Leidtragenden sind dann nicht nur die Polizisten.
16:07
@16,
Sie sollten mal unterscheiden zwischen "Bürgerwehr" und der ordnungsgemäßen Anwendung und Durchsetzung der (bereits) bestehenden Gesetze.
Niemand will selbsternannte Sheriffs auf der Strasse, aber alle möchten endlich eine Polizei, die an der richtigen Stelle ohne falsche Rücksichtnahme auf Herkunft, sozialen Stand oder schlechte Kindheit hart und ordentlich durchgreift, anstatt wegelagernd mit der Laserpistole an der Ecke zu stehen.
14:49
Ein Polizist wird auf offener Strasse von 4 Mann brutal zusammen geschlagen. Da frage ich mich doch, wofür sind Polizisten mit Pistolen ausgerüstet? Als Kontergewicht damit sie beim Laufen nicht umfallen??
Wenn der Mann in eine LEBENSBEDROHLICHEN SITUATION seine Waffe zieht und dem ersten ins Bein (von mir aus auch in den Kopf) schiesst, möchte ich mal sehen, was die anderen Angreifer dann machen.....fröhlich weiter prügeln....?
Wohl kaum!
Ich hätte VOLLSTES VERSTÄNDNIS für solch eine Abwehrmassnahme und das Verhältnis Polizei/Bürger würde sich wieder spürbar "normalisieren"!
Ein wenig Respekt gegenüber den Beamten sollte man diesen Hohlköpfen so vermitteln können!
Er hat zwar dann Ihr vollstes Verständnis, muss dann aber damit leben, das ihn 1000 anfeinden von Polizeibrutalität...und er muss noch eine Mordkommission über sich ergehen lassen...und wenn er Pech hat, gerät er an einen Staatsanwalt, der nach 3 Wochen eingehender Prüfung sagt, der Polizist hätte anders handeln können und eröffnet ein Verfahren wegen Totschlag...
Wie der Vorschreiber ischenkaiser schon schrieb hätte ich damit auch kein Problem.
Ich mag manchmal Polizisten auch nicht, aber irgendwo sollte man Respekt haben!
Ja, auch wenn die manchmal vielleicht auch nicht eine reine Weste haben, aber dafür sind dann andre Zuständig.
Wünsche Herrn Krogoll alles Gute und das er wieder vertrauen fassen kann.
14:26
"Was wir hier erleben, sind die Vorläufer von....."
"Es wird nicht mehr lange dauern, bis..."
Wo haben diese Law-and-Order-Bürgerwehr-Krakeeler eigentlich ihre Rhetorik erlernt!? Bei Seminaren für Hellseher und Propheten?
Wer sich durch eine Bürgerwehr wirklich geschützt fühlen würde, der kann mir nur leid tun. Gut, dass ich in einer Gegend lebe, die viele als No-Go-Area bezeichnen...da ist man vor solchen Spinnern relativ sicher ;-) Wobei sie ja eh nur Phrasen dreschen und wenig in die Tat umsetzen.
13:38
Erstmal Respekt für den Poliziebeamten, das er trotz diesen Ereignis seinen Beruf noch weiter ausführt. Wer einmal im Dunklen überfallen wurde, wird wissen wie schwer es ist sich abends/ im Dunkeln weiterhin zu bewegen. Doch, in was für eine Welt leben wir, wenn sogar die Polizei schon Angst haben muss auf ihre Einsätze zu fahren?? Was sollen erst Rentner oder Kinder machen? Denn die haben in den wenigsten Fällen schon Verstärkung gerufen oder eine Ausbildung in Verteidigung genossen.
Es wird nicht mehr lange dauern bis Bürger sich in Bürgerwehren organisieren und selbst für Schutz und Sicherheit sorgen werden. Der Staat und die Politik sind mit Motor der Probleme und völlig unfähig - und unwillig - die immer weiter wachsenden und offenkundigen Probleme zu lösen.
13:15
zu # 7:
"..., dann müßte man die Anzahl der Haftplätze verdreifachen". -
Vor ein paar Wochen habe ich einen Nachbarn nachmittags mittels Zalung von € 15,00 (eine unberechtigte Mahngebührforderung / er hatte das verhängte Ordnungsgeld für eine OWi im Straßenvekehr längst bezahlt) aus der JVA GE-Heßler ausgelöst. Da mußten zwei PHK sich die Zeit nehmen, ihn morgens früh in seiner Wohnung in Essen festzunehmen und nach Gelsenkirchen zu chauffieren, wo man auch eine Zelle für ihn hatte und die obligatorische Anstaltskleidung! - Als der Wachdienstleiter, ein Hauptkommissar, hörte, warum man meinen Nachbarn eingefangen hatte, stand er kurz vor einem Tobsuchtsanfall. Für solcherart "Kindergartenkram" habe er kein Verständnis. Gut eineinhalb Stunden später war der "Verbrecher" wieder "daußen". - All das, weil die Staatsanwaltschaft gepennt hatte.
13:12
nunja die Polizei ist halt unbeliebt , aber richtig finde ich das auch nicht
12:48
Bei 4 Angreifern und so massiven Angriffen stellt sich die Frage, warum der Polizist nicht seine Dienstwaffe gezogen und geschossen hat? Wenn das keine gerechtfertigte und angemessene Notwehr wäre - was ist es denn dann?
Ich denke, wenn er die Waffe gezogen hätte, dann hätte er heute kein Interview mehr geben können...
4 Täter die einen umkreisen, einen hat man immer im Rücken, wenn dann die Waffe gezogen wäre, wäre es ein leichtes gewesen, ihm die Abzunehmen und Hinzurichten. Sind ja ganz tapfere und mutige Täter gewesen...
12:37
kein Respekt mehr da
von Visionaer | #10
Genauso, da liegt das Problem. Es muß endlich wieder ohne Rücksicht auf Religion, Herkunft, sonstiges Vorleben mit oder ohne Migration geurteilt werden. Wer anderen etwas böses tut muß merken, dass ein solches Verhalten nicht akzeptiert wird. Da müssen auch die Medien mitarbeiten.
12:12
Es wird (wie so oft) kommen wie den USA:
Erst lässt die Gesellschaft alles durchgehen, da Sie ja soooo tolerant sein will.
Dann gehts nicht mehr, und es gibt "zero tolerance".
BSP: New York. Da können Sie als Mädel neuerdings wieder nachts alleine in der Sub fahren.
Wir sollten langsam anfangen und den Leuten, die uns verarschen, "verständlich" erklären, wie man sich in unserem Lande zu verhalten hat.